Was auf unsicherem Grund begann, hat sich als nachhaltige Beziehung bewährt
Adele und Rupert Mäurer feiern in Unkel Eiserne Hochzeit
Unkel. „Am Sonntag gehen wir zunächst in die Messe und danach in die ‚Traube‘, um unsere Eiserne Hochzeit zu feiern. Denn auf den Tag genau vor 65 Jahren haben wir uns hier in Unkel das Ja-Wort gegeben“, erzählte Rupert Mäurer und nahm seine „Adi“ in den Arm. Kennen und lieben gelernt hatte er die damals 16-jährige Adele Euskirchen im Winter 1942 beim „Schliddern“ auf der Eisbahn in Scheuren. In diesem Jahr war Rupert gerade erst aus dem zerbombten Köln in die kleine Rotweinstadt gekommen. Im Oktober 1943 wurde er eingezogen. „Am 17. März 1945, dem Tag, als wenige Kilometer von hier die Ludendorffbrücke zusammenstürzte, wurde ich bei Stettin verletzt“, erinnerte Rupert Mäurer. Eine Granate traf ihn so gravierend, dass ihm ein Bein und auch noch der andere Fuß amputiert werden mussten. Nach unserer Heirat am 19. September 1948 haben wir dann gemeinsam zehn Jahre lang das Hotel ‚Zur Löwenburg‘ geführt“, erinnerte Adele Mäurer. Groß war die Freude als 1951 Sohn Herbert geboren wurde, der später im Gasthaus am Nordeingang der Altstadt mitarbeitete, das die Mäurers 1958 übernommen hatten. Umso größer war die Trauer, als der Stammhalter 1986 im Alter von nur 35 Jahren starb. „Für wen sollten wir uns da noch abquälen und uns über die häufigen Hochwasserschäden ärgern“, begründete Rupert Mäurer den frühzeitigen Einstieg der beiden in Rentnerdasein mit 62 Jahren. Trotz seiner schweren Verletzung und der Trauer nach dem Tod des Sohnes hat sich der „Fast-Kölner“ nicht unterkriegen lassen. Im Sinne der Brauchtumspflege wurde er 1977 Senator der Unkeler KG. 2003 wurde ihm der Orden der Stadt verliehen. Er ist Gründer und seit 46 Jahre Vorsitzender der Versehrten-Sport-Gruppe Unkel. 2007 wurde er mit dem Ehrenamtspreis des CDU-Gemeindeverbands ausgezeichnet. Außerdem war er mehrere Jahrzehnte Vorsitzender des Wirte-Verbands der VG Unkel, wofür ihn der Hotel- und Gaststättenverband Neuwied mit der silbernen und goldenen Ehrennadel auszeichnete. 1997 wurde ihm die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen, 2008 folgte die Auszeichnung mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Seine Frau Adele hat „dat janze Gehöösch zusammengehalten“, nahm Rupert seine Frau liebevoll in den Arm. Diese hielt sich nicht nur im „Saunaclub“ fit, sondern tankte auch Kondition bei Cilly Wierig in der Gymnastikgruppe. Außerdem ging das Mitglied im Damenkomitee „Herzblättchen“ mit ihrem Damenkegelklub regelmäßig auf Alle Neune. Heute treffe man sich jedoch nur noch zum Kaffeeklatsch, gestand Adele Mäurer ein. „Aber für eine zünftige Feier reicht unsere Kondition noch allemal“, versicherten die rüstigen Jubilare, die im Weinhaus „Zur Traube“ wohl auch nicht lange allein geblieben sein dürften.
