Karnevalistischer Abend des Kasbacher Karnevals-Komitees (KKK)
Alle Jecken unter einem Hut
Auch ohne eigene KKK-Tollität herrschte im Bürgerhaus kein Mangel an „gekrönten“ Narrenhäuptern
Kasbach-Ohlenberg. „Auf dat janze Schmölzje ein dreifach kräftiges Kasbach-Ohlenberg-Erl - Alaaf!“, forderten die Präsidentinnen Astrid Malzmüller und Heike Winkelbach beim karnevalistischen Abend die Jecken im Bürgerhaus der Doppelgemeinde am Samstagabend auf.
Dorthin eingeladen hatte das Kasbacher Karnevals-Komitee (KKK), nicht zuletzt um zu verdeutlichen, dass im Fastelovend die Jecken der drei Ortsteile „Alle unter einem Hut“ sind. Zu diesen zählen natürlich neben dem Elferrat vor allem die Kasbacher Möhnen „Jong on Flöck“ um Obermöhn Manuela Alfter und die Ohlenberger „Mokkakännchen“ um Obermöhn Elke Köster, die schützend ihre Hand über die designierte Kinderprinzessin Lena II. „vom Nussbaum op der Eck“ hielt.
Die hatte kurz zuvor Bürgermeister Dieter Sander nicht nur entmachtet, sondern führte den langjährigen Ortschef ihrem jecken Völkchen auch in Ketten vor, was dieser angesichts jahrzehntelanger Erfahrung gelassen hinnahm. Musikalisch begleitet wurde die bunte Schar bei ihrem Einzug in das bis auf den letzten Platz besetzte Bürgerhaus von der Alten Garde Bad Hönningen, von der die bunt kostümierten Jecken im Saal mit fetzigen Klängen in närrische Stimmung versetzt wurden.
„Leider ist es jetzt schon zehn Jahre her, dass wir mit meiner Schwester, die uns als Prinzessin Heike I. ‚von den Piccolinos‘ mit ihren Adjutantinnen Hannelore und Brigitte durch die Session geführt hat, eine eigene Tollität feiern konnten“, bedauerte Astrid Malzmüller. Genau doppelt so lange sei es her, dass Rolf Langenfeld als Prinz Rolf I. „von der jecken Drehorgel“ mit seinen Adjutanten Manfred Prassel und Wolfgang Schlüter sowie seiner Pagin Anja Hausen an der Spitze des Kasbacher Karnevals gestanden habe, erinnerte sie und überreichte dem KKK-Ehrenmitglied am Tisch den diesjährigen Orden sowie ein Weinpräsent. „Auch unser Ehrenmitglied Wolfgang Schlüter ist noch ordenlos, was wir jetzt ganz schnell abstellen“, so die Präsidentin, die in Personalunion auch den Posten der Ersten Vorsitzenden bekleidet, bevor sie ihrer Schwester Heike das Mikrofon überließ. Die konnte neben den Kleinen „Tanzflöhen“ aus Ohlenberg auch den Gardetanz der „Prinzengarde“ ansagen, bei dem leider bekannt wurde, dass Bianca Wester nach 20 Jahren ihre überaus erfolgreiche Trainertätigkeit beendet.
Tollitäten aus der Umgebung gaben sich die Ehre
Lange Zeit zum Trauern blieb den Jecken im Saal aber nicht, gaben sich doch dann Tollitäten aus der näheren Umgebung die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Den Anfang machte, nicht „Strüßjer“ werfend, sondern, als waschechter „Öcher“, Printen verteilend, GEK-Prinz Hans III. „aus dem Hause Kahlen“ mit seinen Adjutanten, den Erpeler Ex-Prinzen Günter Witten als Säckelmeister und Andreas Schwager als „Terminator“. Mit dabei waren zudem nicht nur Ex-Prinzessin Sandra Schürmann und Tochter Kerstin Wolf als für sein Wohlergehen verantwortliche Ehrendamen, sondern alles, was die Erpeler Jecken zu bieten haben.
Dem wollten die Kollegen aus Unkel natürlich in nichts nachstehen. Zusammen mit ihren Ehrendamen Berenike und Marina zog Lena I. „aus dem Hause Pasternak“ eskortiert vom Elferrat in den Saal und verkündete strahlend: „Mit Trumm un Trööt fiere de Unkeler sich niemals mööd!“ Müde waren auch die Kasbach-Ohlenberger Jecken noch längst nicht und so gingen sie denn auch über Tisch und Stühle als der Linzer Prinz Christan I. „Commodore der Schweren Artillerie“, der nicht von seinem Corps, sondern von den Blau-Wiessen Funken begleitet wurde, mit seinen Adjutanten „Bully“ und „Stone“ das Prinzenlied trällerte, dessen Refrain dem Dreigestirn schon nach kurzer Zeit aus dem Saal entgegenschallte. Und weiter ging es mit dem „Hünnijer“ Prinzen Jürgen IV. „aus dem Hause Bönder“, der seine karnevalistischen Erfahrungen in seinem Motto zusammengefasst hatte: „“Mer singe und lache ejal wie et kütt, drei Mol elf Johr Prinz Jürgen in der Bütt!“ Auf ihrer Flucht von den Katalaunischen Feldern in der Champagne waren einige Hunnen in Unkel hängen geblieben, die nun zusammen mit ihrem Attila und seiner Greka dem KKK ihre Aufwartung machten. Statt Garde- und Showtänzern hatten die Steppenreiter der Kulturstadt am Rhein eine Bauch- sowie eine Schwerttänzerin mitgebracht. Kurz vor Mitternacht machte dann auch noch die KG Grün-Weiß Lülsdorf mit ihren Tollitäten Katti I. und Pitter I. ihre Aufwartung, während die Roten Husaren aus Linz sich auf ihre tänzerischen Darbietungen vorbereiteten, bevor die frenetisch umjubelte „Prinzengarde“ die Jecken im Saal mit ihrem märchenhaften Showtanz erneut in das „Land der Träume“ schickte.
