Allgemeine Berichte | 30.09.2014

Züchter Peter Haslhofer überließ Bernd Walbrück die Namensgebung seiner neuen Dahlie

Am Fuße der Ley erstrahlt ab jetzt die „Herrlichkeit Erpel“

Mit „Erpeler Herrenwitz“ taufte die Weinkönigin die Dahlienneuzüchtung auf den Namen „Herrlichkeit Erpel“. DL

Erpel. „Wenn jeder auf der Welt entdeckt, wie gut der Wein vom Mittelrhein schmeckt, dann wär’n bald alle Fässer leer und wir hätten nichts zu trinken mehr“, begann der Weinspruch der Erpeler Weinkönigin Tonia I., den sie ein letztes Mal beim Weinfest der „Alten und Freien Herrlichkeit“ am Montagabend zum Besten gab, um den traditionellen Dämmerschoppen einzuleiten.

Zu diesem war sie zusammen mit ihrer Kollegin Hannah gekommen, die sie auf dem Remagener Weinfest besucht hatte und dann mit ihr mit der „Hexe“ über den Rhein wieder an den Fuß der Erpeler Ley zurückgekehrt war, wo die beiden Weinköniginnen von ihren Kolleginnen aus Rheinbrohl, Leutesdorf und Dattenberg schon erwartet wurden. Sogar die Weinkönigin von Rhöndorf, Maren I., war über die Landesgrenze nach Erpel gereist. „Trotzdem sag ich’s allen Leut‘, weil Wein des Menschen Herzen erfreut: Erhebt die Gläser voll edlem Wein, ein Prosit auf Erpel, unsere Perle am Rhein“, forderte Tonia die zahlreichen Gäste fröhlich auf.

Die waren nicht nur ins Weindorf gekommen, um beim stimmungsvollen Abschluss des Erpeler Weinfestes dabei zu sein, der von den Lau-Sitzern musikalisch gestaltet wurde. Nicht entgehen lassen wollten sie sich auch die erste Erpeler Dahlien-Taufe. „Ich bin jetzt schon seit 29 Jahren beim Erpeler Weinfest sehr eng mit dem Blütenkorso verbunden. Da hat mir der Präsident der Deutschen Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen-Gesellschaft, Manfried Kleinau, zugestanden, für eine Neuzüchtung einen Namen auszusuchen“, eröffnete der begnadete Hobby-Gärtner Bernd Walbrück die Aktion „Eine Dahlie für Erpel“.

Gezüchtet habe er diese jedoch nicht, da das eine äußerst zeitintensive Arbeit sei, die er erst in Angriff nehmen könnte, wenn er in Rente gehe. „Vater“ der in den verschiedensten Rottönen schimmernden Kaktus-Dahlie war vielmehr der überaus erfolgreiche Dahlien-Züchter Peter Haslhofer. „Das ist ein junger Züchter aus Sankt Pankraz/Österreich, dessen Dahlien-Züchtungen ihm schon viele Preise, so etwa bei Bundesgartenschauen, eingebracht haben“, berichtete Manfried Kleinau. Da er am Sonntag den Blütenkorso miterlebt habe, habe er dem Züchter versichern können, dass sich seine Kreation in dem kleinen Ort am Rhein in besten Händen befinden würde. „Was Ihr geleistet habt, um die regenschweren Dahlien so liebevoll zu stecken, war eine unheimlich tolle Leistung“, lobte er das Wagenbau-Team um Bernd Walbrück, der Tonia I. als Dahlien-Patin aufrief, mit ihren Weinprinzessinnen Kristina und Diana die Neuzüchtung nicht etwa mit Schampus, sondern mit „Erpeler Herrenwitz“ auf den Namen „Herrlichkeit Erpel“ zu taufen.

Von der neuen Dahlie gibt es bereits 20 Pflanzen, zehn davon stehe in Bernd Walbrücks Garten gegenüber vom Bürgersaal. „Außerdem bekomme ich von Peter Haslhofer nächstes Jahr noch Stecklingspflanzen, sodass im Herbst jeder Erpeler die ‚Herrlichkeit Erpel‘ für den eigenen Garten kaufen kann“, erklärte der Bernd Walbrück. Dem hatte der Züchter aus Sankt Pankraz sogar noch eine zweite Kaktus-Dahlie zur Namensgebung überlassen. „Die Blüten-Unterseite dieser hohen Liebhabersorte ist weinrot, während ihre Vorderseite zart bronzefarben schimmert. Genau in diesen Farben erstrahlt unser Basaltfelsen im Sonnenuntergang“, schwärmte Bernd Walbrück, bevor er die 1964er Goldjubiläums-Weinkönigin Hildegard Groos, geborene Senk, bat, diese Blume entsprechend auf den Namen „Erpeler Ley“ zu taufen. Zu deren Füßen wird im kommenden Jahr das Weinfest unter dem Motto „Wein und Musik - rheinisches Blut“ gefeiert.

Mit „Erpeler Herrenwitz“ taufte die Weinkönigin die Dahlienneuzüchtung auf den Namen „Herrlichkeit Erpel“. Foto: DL

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