Allgemeine Berichte | 11.08.2026

Kunstverein Linz am Rhein

Annäherungsversuche an eine Welt im Wandel

v. l. n. r.: Norbert Boden, Helmut Reinelt, Franca Perschen

Linz am Rhein. Am Samstag, d. 08.08.2026 waren viele Kunstinteressierte zur Vernissage der Ausstellung „11 bis 8“ des Künstler-Duos Franca Perschen und Helmut Reinelt im Kunstverein Linz am Rhein geströmt.

Der Vorsitzende Norbert Boden begrüßte kurz die Anwesenden und gab dann das Wort an die beiden Künstler. Diese beleuchteten in einem Wechselgespräch die Hintergründe der ausgestellten Arbeiten und deren Entstehungsprozess. Sie ließen sichtbar werden, wie unterschiedliche künstlerische Arbeitsweisen nebeneinander stehen und miteinander in Beziehung treten können.

Helmut Reinelt beschrieb seine Arbeiten als digitale, farbige Konstruktionen, die teilweise aus natürlichen Formen entwickelt seien. In seinen Bildern gehe es um Wandel, Zukunft und um die Frage, wie sich Natur unter dem Einfluss von Industrie, Technik und Klimaveränderungen wandle. Auch die Frage, was noch Natur, was Mechanik und was künstlich erzeugte Realität sei, spiele für ihn eine wichtige Rolle. Er wies auf seine großformatigen Arbeiten mit hybrid wirkenden Wesen und mechanisch anmutenden Bildräumen hin, in denen sich organische Formen in technische Strukturen verwandeln. Ein weiterer Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens sei das Arbeiten mit digital animierten Sequenzen. Er sprach über Bildfolgen mit filmischer Ästhetik, die auf Fotos basierten und zu kurzen Animationen weiterentwickelt würden. Die diesen kurzen Filmsequenzen unterlegte Musik unterstütze die Wirkung der Arbeiten.

Franca Perschen beschrieb ihre Zeichnungen als Ergebnisse einer intensiven Zeit seit November, die von einem Umzug und einer langen Reise nach Australien geprägt war. Sie betonte, dass sie fortlaufend arbeite, so dass ihre Werke nicht ausschließlich für diese Ausstellung entstanden seien. Ihre Zeichnungen und digitalen Arbeiten entstünden zwischendurch und griffen Eindrücke, Beobachtungen und Erinnerungen auf. Besonders beschäftigt habe sie bei den vorliegenden Arbeiten das Thema Reisen, vor allem die Veränderung von Zeitgefühl, Distanz und Wahrnehmung im Flugverkehr. Perschen sprach außerdem über ihre Collagen und digitalen Arbeiten, die die Frage aufwerfen würden, ob etwas Kunst, Gebrauchsgegenstand oder Dekoration sei. Sie nannte Beispiele wie Drucke auf Stoff oder die Gestaltung von Reisegegenständen. Dabei sei es ihr auch um ökologische Aspekte gegangen, etwa um Verbrauch und Wegwerfmentalität im Zusammenhang mit Reisen.

Am Ende ihrer Ausführungen luden beide Künstler dazu ein, die Arbeiten vor Ort genau anzuschauen und Fragen zu stellen. Sie betonten, dass der Ausstellungsraum es ermögliche, unterschiedliche Positionen nebeneinander zu zeigen, ohne sie voneinander zu trennen. Die Ausstellungsgäste nutzten die Gelegenheit ausgiebig.

Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 16 – 18 Uhr, Sa. + So. 14 – 18 Uhr. Zur Finissage am Sonntag, d. 30.08.2026 werden die Künstler ab 15 Uhr anwesend sein und für Gespräche zur Verfügung stehen.

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v. l. n. r.: Norbert Boden, Helmut Reinelt, Franca Perschen Foto: Ines Langs

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