Auch ohne romantische Schneedecke lockte es noch Besucher an
Der Linzer Weihnachtsmarkt lockte am Samstag noch viele Gäste an und ist auch die nächsten Wochenenden auf dem Markt- und dem Burgplatz geöffnet
Linz. „Kling Glöckchen, klingelingeling“, schallte es am zweiten Adventswochenende aus den Lautsprechern über den Linzer Marktplatz, der sich bereits eine Woche zuvor in ein schmuckes Weihnachtsdorf verwandelt hatte mit einer Dependance auf dem Burgplatz. Da hatte schon ein Besucher, von einer weißen Weihnacht träumend, an der große Krippe vor dem Rathaus geschwärmt: „Wenn jetzt noch Schnee läg, wär das Romantik pur!“ Und sein Wunsch nach einer dicken Schneedecke sollte in Erfüllung gehen. Ab Freitagabend fielen dicken Flocken und verwandelten die bunte Stadt am Rhein in eine glitzernde Winterlandschaft.
Vor dem großen Weihnachtsbaum konnte man sich noch mit Tannengrün und -gestecken sowie mit Mistelzweigen eindecken ebenso wie mit Patchworkdecken in allen Größen und Formen. Genau gegenüber hatte der Weinkontor seinen Stand aufgeschlagen, an dem „Hugo“ und Aperol ebenso an längst vergangene Sonnentage erinnerten wie spanischer Camino Tinto und italienischer Chardonnay. Das aber war eher etwas für zu Hause am warmen Kamin. Auf dem Weihnachtsmarkt herrschte der Duft von Glühwein rut un wiess, mit und ohne Schuss, vor, von Eierpunsch und Grog, Irish Coffee und Lumumba, während sich die kleinen Gäste mit alkoholfreiem Kinderpunsch und großer Schokoliebe innerlich wärmen konnten. Mützen, Schals und wärme Tücher gleich an mehreren Ständen boten Gelegenheit, Hals, Ohren und Kopf vor den winterlichen Temperaturen zuschützen. Ja sogar Pelzmützen aus Zakopane waren in Linz vertreten.
So eingemummelt konnte sich man in Gemütsruhe am großen Versorgungsstand mit Prager Schinken, Putenkeulen oder Leberkäse stärken oder an der Mariensäule frisch geräucherte Forelle oder, hausgebeizten Lachs und Rauchmatjes verzehren, wenn einem nicht der Sinn nach gebrannten Mandeln und anderen Köstlichkeiten vom benachbarten „Knusperhäuschen“ stand, oder aber nach den Weihnachtsplätzchen, die von den „Silver Dolls“ feilgeboten wurden.
Allgegenwärtig waren die beiden Engelchen von Raffaels „Sixtinischen Madonna“ am Stand mit der Weihnachtsdeko neben Tragetaschen, auf denen sich Rentiere tummelten und Kinder in wilder Schlittenfahrt Hügel hinabsausten. Vorbei an Bienenwachskerzen kam man an einen Stand, an dem naturreine Essenzen herrlichen Raumduft versprachen, von Bergamotte über Kaneel und Lavendel bis hin zu Vanille und Zimt. Nahezu alle Aromen waren vertreten. Daneben spendeten Filzleuchten in Form von Zwergenhäuschen oder Pilzen diffuses Licht.
„Muss es jetzt auch noch anfangen zu regnen“, kommentierte ein Standbetreiber am Sonntagnachmittag das wenig einladende Wetter. Längst war nichts mehr von der Schneepracht des Vortages zu sehen angesichts des Tauwetters, Kapuzen und Schirme beherrschten das melancholische Bild. Selbst die Great Western Railroad, die am Vortag noch mit lautem Pfeifen mitten im Weihnachtsdorf ihre Kreise durch den Schnee gezogen hatte, hatte ihren Dienst eingestellt.
„Da ist es ja gut, dass die Stände auf unserem Weihnachtsmarkt an allen vier Adventswochenenden von 11 bis 19 Uhr geöffnet sind“, so Stadtmanager Thomas Herschbach. Außerdem kann man auch in der Sankt Martins-Basilika an den beiden Adventssamstagen, von 11 bis 18 Uhr, an den Sonntagen, von 12 bis 18 Uhr, die Ausstellung „Krippen aus Südamerika“, besichtigen. Außerdem präsentiert die J.EU’s Keller Band am 3. Advent, dort ab 17.30 Uhr, ihr Weihnachtskonzert mit internationalen und kölschen Weihnachtsliedern. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten. DL
Idyllisch erstrahlte das Linzer Weihnachtsdorf zu abendlicher Stunde. Fotos: -DL-
