Bunte Stadt am Rhein veranstaltete ihren 73. Antik- und Trödelmarkt
Auf der Jagd nach nostalgischen Schätzen
Viele Händler verließen aufgrund des schlechten Wetters vorzeitig den Markt
Linz. Schien am Samstag auf dem 73. Antik- und Trödelmarkt in Linz durchweg zumindest bis in die Abendstunden vorwiegend die Sonne, so machte der angebliche Wonnemonat seinem Namen nun wirklich keine Ehre.
Immer wieder einsetzender Regen verhinderte, dass auch am zweiten Markttag Tausende von Besuchern über den Burgparkplatz am Rheintor vorbei entlang des Viadukts schlenderten, um dort das reichhaltige Angebot der Händler zu bestaunen.
Von Putten gekrönte Vogeltränken und andere Figuren aus Keupersandstein warteten auf Gartenfreunde. An die Urlauber auf „Balkonien“ oder „Terrassien“ wandten sich auch weitausladende Korbmöbel und lange Teakholztische, die mit den filigranen Gartentischchen und -stühlen aus Metall konkurrierten.
An alte Zeiten erinnerten auch die uralten Öfen und Zinkwannen, die freitags in der Küche mit heißem Wasser gefüllt worden waren, in das dann nacheinander alle Familienmitglieder zum Bad stiegen.
Schnäppchenjäger von weit her
Das hatten auch die Marktbesucher nötig, die nur weit ab von der Altstadt einen Parkplatz gefunden hatten. An die Bundesstraße bis weit hinter Linzhausen mussten etliche ihre Beute tragen, bis sie diese im Kofferraum verstauen konnten.
Denn neben den Freunden von Antiquitäten und nostalgischem Trödel aus der Region waren Schnäppchenjäger aus dem Köln-Bonner-Raum, ja sogar aus dem Sauerland und der Landeshauptstadt des Nachbarlandes angereist, um sich in Linz auf die Jagd nach nostalgischen Schätzen zu begeben.
Mit Planen zur Bundesstraße abgeschirmt, hatten die meisten Händler ihre Stände unter den Viadukten am Gestade, um ihre kostbaren Möbel zu schützen. Schränke aus leuchtend-hellem Kirschbaumholz oder dunkelbrauner Eiche reihten sich dort neben mit Intarsien oder Reliefgruppen verzierte Kommoden und Sekretäre. Stilepochen vom Biedermeier über den Jugendstil bis hin zum Gelsenkirchener Barock mit Löwenkopfschreibtischen und breiten Ledergarnituren wurden wie in den Vorjahren abgedeckt.
Kitsch und Krempel aus alten Zeiten
Daneben türmten sich Kitsch und Krempel aus den Zeiten, als Großmutter noch in den Windeln gelegen hatte.
Farbige Römer sowie schwere Schalen und Schüsseln aus geschliffenem Bleikristall glitzerten mit Silberbesteck in der Sonne um die Wette. Uralte Kameras, Grammophone und die dazu gehörigen Schelllackplatten erinnerten an Ufa-Größen. Bücher und Postkarten, Briefmarken und Münzen warteten ebenso auf neue Besitzer wie zu Spiegeln umgearbeitete Fenster und riesige Schlüssel. Vorwitzig äugten komische Vögel mit langen, gebogenen Schnäbeln am Keramikstand von ihren langen Stangen aus nach potenziellen Kunden, während sich der große Froschkönig mit der hochgezogenen Krone vergeblich zwischen knatschroten Klatschmohnblüten und Fliegenpilzen zu verstecken suchte. Daneben präsentierten sich stolze Hengste, niedliche Engelchen und springende Delfine in 3D-Kristallen. Lebensgroße, rote eingefärbte Schafe betrachteten die vorbeiziehenden Marktbesucher, die nebenan bereits an das kommende Weihnachtsfest erinnert wurden. Neben Krippenfiguren und einer riesigen Schafherde glitzerten Christbaumkugeln in allen Größen und Farben.
„Die Temperaturen erinnern ja auch an die jüngste Weihnachtszeit“, erläuterte die Händlerin diesen Teil ihrer Angebote, an dem die Quecksilbersäule unter dem zweistelligen Bereich bei gefühlten fünf Grad lag. Kein Wunder, dass angesichts des anhaltenden Regens die meisten Bestücker des Antikmarktes aufgaben und ihre Kostbarkeiten schon am frühen Nachmittag einpackten
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