VG-Chefs begrüßten Umwelt-Staatssekretär zum Spatenstich
Bau der Pyrolyse-Anlage macht das Klärwerk energieeffizienter
Unkel. Ende 2011 hatte der Zweckverband „Abwasser Linz-Unkel“ seine Kläranlage im Norden von Unkel zwischen Bahnlinie und Rhein von einer aeroben Stabilisierung, bei der mit relativ hohem Energieaufwand Sauerstoff zur Belebung zugeführt werden muss, auf Klärschlammfaulung umgestellt, wodurch er 60 Prozent weniger Energie aufbringen muss als zuvor. Das hatte ihm nicht nur den Umweltpreis des Landes eingebracht. Kurz vor den Sommerferien konnte der Vorsitzende des Zweckverbandes, VG-Chef Hans-Günter Fischer, zusammen mit Werksleiterin Dagmar Stirba die Broschüre „Umstellung von Kläranlagen auf Schlammfaulung“ vorstellen, in welcher das Land die Unkeler Anlage als Fallbeispiel für energetische und ökologische Optimierungspotenziale angeführt.
„Wir haben zudem eine weitere Optimierung durch eine sogenannte Pyrolyse-Anlage angestoßen, bei der ein Entwässerungsaggregat und eine Klärschlamm-Trocknung vorgeschaltet werden, sodass die Schlammmenge nochmals verringern wird“, hatte Dagmar Stirba damals berichtet. Wenn alles nach Plan verlaufe, könnte dieses Projekt unmittelbar nach den Sommerferien in Angriff genommen werden, hatte sich der VG-Chef zuversichtlich gezeigt. Mit Recht konnten er und sein Stellvertreter im Vorsitz des Zweckverbandes, der Unkeler VG-Chef Karsten Fehr, Anfang voriger Woche doch Staatssekretär Thomas Griese vom Mainzer Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten zum Spatenstich an der Kläranlage begrüßen.
„Wir haben uns für dieses landes- und bundesweit innovative Verfahren bei der Verwertung anfallender Klärschlämme entschieden, bei dem diese nicht nur getrocknet und in Energie umgewandelt werden, sondern gleichzeitig auch noch Phosphor als lebenswichtiger Rohstoff zurückgewonnen wird“, erklärte Hans-Günter Fischer. Damit reagiere der Zweckverband richtungsweisend auf die bundesweite Zielsetzung zur Rückgewinnung dieses weltweit zur Neige gehenden Rohstoffs, der dem Düngekreislauf der Landwirtschaft zugeführt werde.
„Mit diesem innovativen Projekt wird die Kläranlage Linz-Unkel noch energieeffizienter und damit klimafreundlicher. Dieses Engagement hat Vorbildcharakter weit über die Landesgrenzen hinaus“, lobte Thomas Griese den Zweckverband. Dieser habe durch den Einsatz moderner Technologie eine energetische Nutzung der Faulgase erreicht, sodass schon heute im Klärwerk 60 Prozent weniger Energie verbraucht werde, so der Staatssekretär. „Vergangene Woche hat Umweltministerin Barbara Hendricks klimafreundlichere Kläranlagen gefordert, um die Klimaziele zu erreichen, in Rheinland-Pfalz gehen wir mit gutem Beispiel voran“, konstatierte Thomas Griese.
„Wir bauen zudem noch einen Fremdschlamm-Annahmebehälter als Stahlbeton-Rundbecken, um auch den Überschussschlamm der Höhen-Kläranlagen Hallerbach und Brochenbach mitbehandeln zu können“, erklärte der Vorsitzende des Zweckverbandes. Dieser investiert in das innovative Projekt, das vom Land mit knapp 782.000 Euro gefördert wird, insgesamt 2,22 Millionen Euro. Als Bauzeit werden gut zwölf Monate veranschlagt, sodass die neue Anlage voraussichtlich im September 2015 in Betrieb genommen werden kann.
