Allgemeine Berichte | 14.05.2013

An die 70 Drehorgler kamen zum 29. Internationalen Drehorgelfest der Bunten Stadt am Rhein

Berliner „Hinterhofmusik“ vom Feinsten

„Wer hier einmal georgelt hat, der kann es nicht mehr lassen“, bescheinigten die Leierkastenmänner und -frauen den Linzern

Linz. „Bin ein alter Orgelmann, orgle stets nach Noten“, flunkerte ein Leierkastenmann am Donnerstagvormittag unverfroren, nachdem Stadtbürgermeister Adi Buchwald zusammen mit dem Ex-Verkehrsdirektor Dieter Hau traditionell vor dem Rathaus das 29. Internationale Drehorgelfest eröffnet hatte, das wieder an die 70 Drehorgler aus dem gesamten Bundesgebiet und den europäischen Nachbarländern in die Bunte Stadt am Rhein gelockt hatte. Notenlesen ist nämlich keine Voraussetzung, um den Leierkästen Töne zu entlocken, aber den Dreh raus haben muss man schon.

Und das bewiesen die Drehorgler denn auch, nachdem sie sich mit ihren Raffins oder Harmonipans vom Gestade über den Burgplatz und den Buttermarkt bis hinauf ans Neutor über die gesamte Altstadt verteilt hatten, um dort mit den Vorläufern von Tonband und Kassettenrecorder am Vatertag vor allem nostalgische Stimmung mit den ehemals für Berliner Hinterhöfe so typischen Instrumenten zu verbreiten. Aber auch Kölsche Tön wurden nicht vermisst.

„Veronica, der Lenz ist da!“, verkündete ein Drehorgler mit den „Comedian Harmonists nach dem Ruhetag am Samstagvormittag“ trotzig. An dem präsentierte sich der Wonnemonat nämlich zunächst grau in grau.

„Der Donnerstag war bis auf ein kurzes Nieseln richtig toll. Aber heute könnte das Wetter schon etwas freundlicher sein“, gestand der „Orgel-Mundi“ auf dem Marktplatz, über den der Orgel-Klaus aus dem Geiseltal, geschützt von der Bistro-Markise, traurige Weisen schickte. Mit seinen Freunden aus dem Freistaat Bayern hatte der Mettenheimer Leierkastenmann dagegen unweit des Marktbrunnens breite Planen über den Sonnenschirmen gespannt, um seine Deleika vor dem immer wieder einsetzenden Regen zu schützen.

„Vorhin haben wir eine große Gruppe unserer Landsleute noch im Trocknen mit dem Bayrischen Defiliermarsch und dem König Ludwig-Lied im Trockenen begrüßen können“, berichtete die „Bayern-Liga“.

Auch wen alle Leierkastenmänner und -frauen dem Orgel-Hans zustimmten: „Das weiß ein jedes Kind in allen Gassen. Wer hier einmal georgelt hat, der kann es nicht mehr lassen!“, am Samstagnachmittag hieß das Motto angesichts des immer wieder einsetzenden Regens dann doch „Einpacken!“ Entsprechend verschwand auch das Instrument von Rolf Elmar Vielhaber auf dem Burgplatz unter einer sicheren Schutzhülle, während die große Kirmesorgel gegenüber der Mariensäule noch von „Blue spanisch eyes“ träumte. „Ein Freund hat mich zum Bau dieser Orgel inspiriert, die ich dann noch mit Motiven aus meinem Leben bemalt habe“, verriet der 74-Jährige aus Köln.

Dem Wetter zu lange getrotzt hatte wohl ein Leierkastenmann in der Rheinstraße. Während die Bibis unterhalb des Buttermarkts ihre Orgeln längst in Sicherheit gebracht hatten, verkündete er unter seinem breiten Sonnen-Regenschirm: „ Meine Orgel geht nicht mehr, traurig ist mein Leben. Selbst das Pfandhaus will dafür keinen Pfennig geben!“ Entsprechend genickt bat das ansonsten so lustig-nickenden Stoffäffchen die vorbeieilenden Linz-Besucher schnell noch um eine milde Gabe.

Besser hatte es da der Orgel-Frithjof angetroffen, der mit seiner Rosi in einem überdachten Geschäftseingang Position bezogen hatte. „Sag wer mag das Männlein sein?“, fragte er mit seiner mit Intarsien verzierten Rafin-Orgel, bevor dann auch er aufgab und mit dem lieben „Augustin“ zugab, dass nun auch bei ihm alles hin sei. „Time to say goodbye“, klang es da lange vor dem offiziellen Ende schon über den Marktplatz, während vom Rheintor aus die Gäste mit dem Bläck-Fööss-Song vertröstet wurden: „Bye bye my love, maach et jot bis zom nächste Mol!“! Das 30. Drehorgelfest in der Bunten Stadt will ein junger Besucher auf keinen Fall ausfallen lassen. „Hoffentlich ist dann bei schönerem Wetter auch wieder der lustige Leierkasten-Clown hier“, wünschte sich der kleine Gast, der mit seinen Eltern auf die schäl Sick vom Rhein gekommen war.

„Wer hier einmal georgelt hat, der kann es nicht mehr lassen“, bescheinigten die Leierkastenmänner und -frauen den Linzern

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