ad Erpelle Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V.
Besuch des Alten Friedhofs in Bonn
Erpel/Bonn. 20 Mitglieder hatten das Angebot des ad Erpelle - Kunst und Kulturkreises Erpel e.V. angenommen, im Rahmen einer Exkursion eine ganz besondere Kultstätte, den Alten Friedhof in Bonn kennenzulernen. Mit Frau Schmitz-Brodam konnte eine außerordentlich kundige Führerin gewonnen werden, denn sie führt bereits seit 35 Jahren Gruppen über die eine ganz eigenartige Atmosphäre ausstrahlende, von einer schlichten Mauer umgebene und inmitten der engen Bebauung und dem Lärm der viel befahrenen Straßen wie eine „grüne Insel“ wirkende alte Begräbnisstätte. So erfuhren die Besucher, dass auch heute noch Bestattungen auf dem Areal stattfinden und die Überraschung war groß, als die vor zwei Jahren angelegte Grabstätte des Neffen des bekannten Kupferstechers Heinrich Reifferscheid entdeckt wurde. Dieser hatte in vielen seiner Werke die Erpeler Ley als Motiv gewählt.
Natürlich wurden auch die Grabstätten zeitgeschichtlich interessanter Persönlichkeiten wie Ernst Moritz Arndt, Clara und Robert Schumann oder Mildred Scheel aufgesucht, und überall wusste Frau Schmitz-Brodam eine interessante Geschichte zu erzählen.
Die Anlage wurde im Jahre 1715 als Soldaten- und Fremdenfriedhof - damals außerhalb der Stadtmauer - auf freiem Feld für „gemeine Einwöhner, Paßanten, Soldaten“ angelegt und 1884 nach der Eröffnung des Nordfriedhofs außer Dienst gestellt. Allerdings konnten die Familiengräber weiterhin von den Eigentümern genutzt werden. So wurde langsam aus einem Begräbnisort eine städtische Grünanlage und Kulturstätte mit musealem Charakter, deren Besuch sich für die Teilnehmer an der Exkursion auf jeden Fall gelohnt hat.
