Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Rheinbreitbacher Heimatmuseum
„Blitzlichter der Regionalgeschichte“
Vielfältige Exponate lassen die Historie lebendig werden - Bürger stellten zahlreiche Originale zur Verfügung
Rheinbreitbach. Das ehemalige Wein- und Bergwerksdorf Rheinbreitbach wird nicht ohne Grund das „Fenster zum Siebengebirge“ genannt. Eine geschichtsträchtige Region, die sich auch in den vielfältigen Ausstellungsstücken des Heimatmuseums auf acht Räumen umfangreich widerspiegelt. Seit den 90er-Jahren gibt es auch die umfangreich gestalteten Heimathefte, unter anderem initiiert vom damaligen 1. Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Franz-Josef Federhen und seinem unermüdlich wirkenden, leider bereits verstorbenen Nachfolger Bernd Hamacher. Nach den vielen Sonderausstellungen, die es bereits im Heimatmuseum gab, bot sich nun eine „Erinnerungsrevue“ zum Ersten Weltkrieg an. Über Monate wurde dafür recherchiert, mit lokalem Bezug, und zudem wurden etliche Exponate zusammengetragen. Orden, alte Bilder, eine Artilleriepickelhaube, Soldbücher oder Feldflasche sowie eine Ledermeldetasche - alles Originale - wurden für die Ausstellung von Bürgern aus Rheinbreitbach und der Region leihweise zur Verfügung gestellt.
Postkarten erklären Geschichte
Hans-Jürgen Schröder aus Unkel trug mit gut 200 Feldpostkarten zur Ausstellung bei, die auf einem Bildschirm zu sehen sind. Schröder arbeitet zurzeit an einer Dokumentation zum Ersten Weltkrieg. Viele Bürger kamen zur Eröffnung am 3. August in das „Museum für Rheinbreitbacher Altgeschichte“, wo vom 1. Vorsitzenden des Rheinbreitbacher Heimatvereins, Dankward Heinrich, und der stellvertretenden Vorsitzenden Heike Riznar die Ausstellung eröffnet wurde. Die Begrüßungsrede zur Entstehungsgeschichte der kleinen, aber beeindruckenden Ausstellung zum 1. Weltkrieg hielt der 2. Archivar Thomas Napp. Franz-Josef Federhen ergänzte Napps Vortrag mit lokalen Ereignissen aus dem Ersten Weltkrieg. Darüber hinaus steuerte der Ehrenvorsitzende Fotos seiner Familie bei, die unter anderem seinen Großvater Heinrich Schäfer (geboren 1885, verstorben 1974) als Soldat bei den „28-er/Rhein“ zeigten, der von 1905 bis 1907 in Ehrenbreitstein diente und ab dem Jahr 1914 an der Westfront eingesetzt war.
Viele Quellen gesichtet
Die Idee einer Ausstellung über den Ersten Weltkrieg in Rheinbreitbach und Umgebung wurde erst Anfang dieses Jahres vom Dankward Heinrich und dem Vorstand entwickelt. Da das eigene Archiv nur wenig an Quellenmaterial zu bieten hatte, stellte sich nun die Frage, wo noch Quellenmaterial lagern könnte, um die Ausstellung mit Inhalten zu füllen. Eine Sichtung von Zeitungsarchiven erwies sich dabei als sehr ergiebig. Ein zusätzlicher Besuch bei der Verbandsgemeinde Unkel und dem Landeshauptarchiv Koblenz gehörten ebenfalls dazu. Insbesondere in den Ausgaben der ehemaligen „Rhein-Wied-Zeitung“ waren viele Artikel mit lokalem Bezug zu finden. Alle gesammelten Informationen wurden chronologisch geordnet, um Ereignisse der Geschichte quasi als „Blitzlichter der Regionalhistorie“ aufzuzeigen, die nun auf 20 großen Textfolien neben vielerlei Leihgaben zu sehen sind.
Unterstützt wurde die Ausstellung unter anderem von Hans-Jürgen Schröder, Gisela Dahmen, Walter Menden, Roswitha Lemmerz, den Familien Wingen und Baumgarten, von Hartmut Holzer, Michel Graf Hoensbroich (zugleich der Schriftführer des Heimatvereins), der Freiwilligen Feuerwehr Rheinbreitbach und Bürgermeister Karsten Fehr. Unterstützung erhielt der Heimatverein Rheinbreitbach auch aus dem Landeshauptarchiv Koblenz/Außenstelle Rommersdorf.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. November, jeweils von 14.30 bis 17.30, an folgenden Tagen: 10. und 24.08. August, 14. und 28. September, 12. und 26. Oktober, 9. und 23. November.
Die unterschiedlichsten Leihgaben stellten die Bürger aus Rheinbreitbach und Umgebung für die Ausstellung zur Verfügung.
