Politik | 05.03.2013

Bürgermeister der VG Unkel haben Vertrag „Windpark Asberg“unterschrieben

Auch Bürger können sich über die „UWE“-Genossenschaft an dem Projekt regenerativer Energiegewinnung beteiligen

Nach dem Prinzip „Grün ist die Hoffnung“ unterschrieben die Bürgermeister den Windparkvertrag mit der EVM

Unkel. Nicht ganz in Grün, aber zumindest doch um den Hals mittels einer grünen Krawatte, respektive eines grünen Schals präsentierten sich Bürgermeisterin Cilly Adenauer und ihre Kollegen Karsten Fehr, Markus Fischer und Gerhard Hausen am Dienstagvormittag im Sitzungssaal des Unkeler Verwaltungsgebäudes, galt es doch Umweltbewusstsein zu demonstrieren. Für ihre vier Kommunen Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel unterschrieben sie den Kooperationsvertrag mit der Energieversorgung Mittelrhein (EVM), die durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Josef Rönz, vertreten wurde. Mit von der Partie war auch der Rheinbreitbacher Heinz Schmitz von der Bürgerinitiative „Unsere Wind-Energie“ (UWE), die in eine noch zu gründende Genossenschaft umgewandelt werden soll .

„Dieses Projekt ‚Windpark Asberg‘ wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Aber inzwischen haben alle Räte dafür gestimmt, die Windenergie vor der Haustür zu nutzen“, begrüßte Karsten Fehr als Chef der VG die Beobachter der Vertragsunterzeichnung. Nicht nur die Nuklearkatastrophe von Fukushima hätte zu diesem Umdenken beigetragen, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Ressourcen an Öl und Gas bald aufgebraucht sein werden, dass die von Stein- und Braunkohle endlich, die Folgen der Atomstromnutzung dagegen unendlich sind. „Deshalb freuen wir uns mit der EVM einen verlässlichen Vertragspartner gefunden zu haben, der das Projekt plant und finanziert, die Windräder baut und die Anlagen betreibt“, betonte der VG-Chef.

Als größter regionaler Energieversorger im nördliche Rheinland-Pfalz sei die EVM daran interessiert die Energieerzeugung auch regional voranzutreiben, betonte Josef Rönz. Wenn man Verantwortung für eine wirtschaftliche Energiewende übernehme, müsse man erkennen, dass Windkraft am interessantesten sei. Die EVM lege dabei Wert drauf, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe, etwa durch eine Bürgerbeteiligung. „Wir werden mit UWE noch sehr interessante Modelle für die Bürger entwickeln“, versprach Josef Rönz.

Wenn alles nach den Plänen der Projektpartner läuft, können bis Ende 2014 neun bis 18 Windräder auf dem Asberg stehen und Strom produzieren. „Das ist zwar ein sehr ambitionierter Zeitplan, aber wir können sehr schnell handeln“, so der Prokurist und Unternehmenssprecher Christian Schröder. Bereits 2012 habe die EVM eine Potenzialflächenanalyse in der Region durchgeführt und auch die erforderlichen Gutachten sind bereits in Auftrag gegeben.

Geplant sind Anlagen mit einer Nabenhöhe von 141 Metern und einem Rotordurchmesser von 117 Metern, so dass jedes Windrad eine Höhe von maximal knapp 200 Metern erreicht. „Pro Windrad können 1850 Haushalte mit Strom versorgt werden und dabei werden noch 400 Tonnen CO2 eingespart“, rechnete Cilly Adenauer vor. Sie hatte mit dem Gemeinderat frühzeitig Beschlüsse für den Windpark mit dem entsprechenden Kooperationspartner gefasst. „Der Windpark sichert Erpel zusätzliche Einnahmen, auf welche der Ort dringend angewiesen ist, da wir im Hochwassergebiet ja kein Gewerbe ansiedeln können“, so die Bürgermeisterin. Ein weiteres Bonbönchen für die Gemeinde: Erpel wird Sitz der Betreibergesellschaft.

„Ansonsten sind wir dabei, einen Solidarpakt zu schließen, so dass alle Kommunen der VG von dem Windpark profitieren“, betonte Karsten Fehr. Etwa zehn Windräder könnten allein auf Erpeler Gebiete gebaut werden, drei, höchstens fünf Räder auf Unkeler und Rheinbreitbacher Gebiet.

Entsprechend zufrieden äußerte sich auch Markus Fischer darüber, dass Bruchhausen zu den Projektpartnern zählt. Angesichts der geplanten Bürgerbeteilung und der kommunalen Wertschöpfung aus dem Pachtvertrag hat dieses Projekt mit der EVM als finanziell starkem und erfahrenem Partner meine volle Unterstützung“, betonte er, während Gerhard Hausen in der Kooperation der vier Kommunen mit der EVM ein regionales Musterprojekt hinsichtlich einer erfolgreichen Energiewende erkannte, das durchaus eine Initialzündung für weiterer Kooperationen werden könnte.

„Wir sind schon seit Ende 2011 mit UWE aktiv und wissen Dutzende von Bürgern hinter uns“ so Heinz Schmitz. Die Bürgerinitiative trete für erneuerbare Energie ein. Der „Windpark Asberg“ käme der Umwelt und dem Klima, der natur und den Bürgern zugute.

Das aber sehen längst nicht alle so. Kritische Stimmen kommen nicht nur aus dem benachbarten Rhein-Sieg-Kreis. Auch der Windhagener Gemeinderat hat sich einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen. Wenn auf den vorgesehenen 336 Hektar Windkrafträder errichtet würden, wäre die Lebensqualität der Schweifelder und Rederscheider, deren Häuser im Grünen an das vorgesehene Gebiet angrenzen, deutlich vermindert. Vor allem Roland Kohler von Bündnis 90/Die Grünen, der schon als Vorsitzender der Bürgerinitiative „Hinterheide“ massiv gegen Pläne der Verbandsgemeinde Unkel vorgegangen war, kündigte angesichts der Windkrafträder vor der Haustür Proteste an. Auch bei der Pressekonferenz wurde darauf hingewiesen, dass diese ja höher als der Kölner Dom seien. „Aber doch erheblich schlanker und auch die Bauzeit wird kürzer sein“, witzelte Karsten Fehr, bevor er auf die Bürger-Fragestunde am Abend im Erpeler Bürgersaal verwies.

Nach dem Prinzip „Grün ist die Hoffnung“ unterschrieben die Bürgermeister den Windparkvertrag mit der EVM

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