St. Pantaleon-Kirmes findet in abgespeckter Form statt
Bürgerverein Unkel weiter ohne Vorstand
Unkel. Der vor 283 Jahre gegründete Bürgerverein Unkel steht weiter ohne einen Vorstand da. Nachdem sich auf der Jahreshauptversammlung vor einigen Wochen der komplette Vorstand nicht mehr zur Wahl gestellt hatte, war die Versammlung auf Antrag von Volker Thomalla unterbrochen worden. Nun hatte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen, der Ehrenvorsitzende des Traditionsvereins, die Mitglieder erneut einberufen. Erneut erklärte sich keiner der 36 Anwesenden bereit, im Vorstand Verantwortung für die rund 360 Mitglieder zu nehmen.
St. Pantaleon-Kirmes gesichert
Einziger Lichtblick: Die Sankt-Pantaleon-Kirmes 2014 ist gesichert. Hausen, der die entsprechende „Arbeitsgruppe“ darstellt, hatte mit dem Vorstand des Junggesellenvereins gesprochen. Dieser wiederum hatte sich bereit erklärt, das Heimatfest zu organisieren, wenn auch in extrem abgespeckter Form. So werden auf dem Kirmesplatz lediglich ein Kinderkarussell sowie eine Imbissbude zu finden sein und angesichts der schwindenden Besucherzahlen wird nur noch ein kleines Festzelt aufgebaut. Zudem endet die Kirmes nächstes Jahr bereits Sonntagabend. „Ich will einfach nicht glauben, dass ein fast 300 Jahre alter Verein so sang und klanglos enden soll“, empörte sich der Vorsitzende der Junggesellen, Roman Lehmacher. Das könne in Unkel eigentlich niemand wollen. Dies würden im Grunde auch die zahlreichen Diskussionen in der Bürgerschaft belegen, die ihn trotz der erneuten Verweigerung hoffen ließen, denn immerhin würde ja nur jemand streiten, der noch nicht völlig aufgegeben habe. „Geht alle noch einmal in Euch. Tut Euch mit Euren Freunden und Bekannten zusammen und überlegt, ob Ihr nicht doch bereit sein könntet, einen Posten im Vorstand zu übernehmen“, versuchte Hausen die Mitglieder vor ihrem Heimweg zu motivieren. Zuvor war die Versammlung erneut, dieses Mal bis zu einem Termin im neuen Jahr, unterbrochen worden. Wenig hilfreich dürfte sich da jedoch die Kritik der ehemaligen Funktionsträger des Vereins ausgewirkt haben, die frustriert und resignierend von viel zu viel Arbeit bei viel zu wenig Unterstützung des Vorstands durch die Mitglieder gesprochen hatten. Dennoch ist auch der „letzte“ Vorsitzende des 1730 gegründet Bürgervereins, Engelbert Wallek, sicher, dass es weiter gehen wird. „Natürlich ist eine solche Hängepartie traurig, bei der ein einst so stolzer Verein auf der Kippe steht. Aber ich glaube fest daran, dass doch noch jemand bereit sein wird, Verantwortung zu übernehmen und die Tradition in Zusammenarbeit mit dem Junggesellenverein fortzuführen“, erklärte er nach der Versammlung.
