Rheinbreitbacher Obst- und Gartenbauverein feierte Erntedankfest
„Bunt sind schon die Wälder...“
Mit Gisela und Gustel Richarz teilen sich Schriftführerin und 2. Vorsitzender den Golden Spaten
Rheinbreitbach. Mit der von Pfarrer Andreas Arend zelebrierten Festmesse in Sankt Maria Magdalena nahm das traditionelle Erntedankfest des Rheinbreitbacher Obst- und Gartenbauvereins seinen Anfang. Danach ging es in den Bürgersaal über der Hans-Dahmen-Halle, wo die Vorsitzende Kartini Klein, nach dem Lied „Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder und der Herbst beginnt“, zahlreiche Mitglieder zum gemütlichen Teil des Festes begrüßen konnte. Die begutachteten zunächst die große Tombola, bei der es neben Kürbissen, Körben mit Pflaumen und Äpfeln, Azaleen, Hortensien und Chrysanthemen auch Obst- und Rebensaft sowie nützliches Gartengerät zu gewinnen gab. Alleinunterhalter Peter-Josef Euskirchen übernahm zunächst die musikalische Unterhaltung, bis die Sängergemeinschaft Bruchhausen/Rheinbreitbach den rheinland-pfälzischen Sängergruß vom „Land der Burgen, Bergen und Täler“ erklingen ließ. Nach viel Musik ließ Kartini Klein das Tablett mit den nussigen Küsschen kreisen. Unter einer, von diesen mit Goldpapier umhüllten Pralinen, war ein Glückscent verborgen, der seine neue Besitzer traditionell als Rheinbreitbacher Erntekönigin auswies. Diese Ehre fiel dieses Mal Dorothea Hoss zu, die schon seit fünf Jahren Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins ist. Vom zweiten Vorsitzenden Gustel Richarz mit der Erntekrone inthronisiert, tanzte sie mit diesem zur „Waldeslust“ den Königswalze. Erheblich länger als die neue Erntekönigin, nämlich bereits seit 20 Jahren, gehören Elke Napp, Rita Schröder-Stang und Karl-Josef Stang dem Verein an. Ihnen wie auch der Silberjubilarin Renate Menden überreichte Kartini Klein neben den entsprechenden Urkunden Weinpräsente, die natürlich auch den „30-Jährigen“, Karl Abel, Hella Held, Aribert Peters, Martin Peukert und Dieter Uhlig zustanden. „Unsere Preisträgerin des Wanderpokals ‚Goldener Spaten‘, Maren Hemens-Schmitz, ist noch gar nicht da, obwohl sie ihr Kommen hoch und heilig versprochen hat, natürlich ohne etwas von der Preisverleihung zu wissen“, verriet sie. Angesichts dieser drohenden „Pleite“ konnte die Schriftführerin des Vereins auch nicht wirklich die Lesung ihres Mannes genießen, obwohl dieser den Bad Honnefer Heimatdichter Franz-Josef Schneider, et Freudeblömche, mit der Erzählung vom Christkindchen und von den Unterschieden zwischen Dicken und Dünnen wieder aufleben ließ.
Ein Spaten für das Ehepaar
Und immer war noch keine „Preisträgerin“ zum Entsetzen der Schriftführerin in Sicht, was Kartini Klein jedoch nicht davon abhielt, ihre Laudatio anzustimmen. „Der Goldene Spaten geht dieses Jahr an ein Ehepaar“, verriet sie zum Erstaunen von Gisela Richarz. Einer der beiden Preisträger habe lange davon geträumt, seine Freizeit im eigenen Garten verbringen zu können. In Erfüllung sei dieser Traum vom selbst gezogenen Gemüse und Obst jedoch erst im Rentenalter gegangen. „Seitdem aber wachsen und gedeihen bei ihm Pflanzen, Samen und Ableger ungemein gut, was möglicherweise an den vielen Hochbeeten liegt“, berichtete die Vorsitzende. Seine überaus üppige Kartoffelernte vor ein paar Jahren habe der Preisträger allerdings mit dem bekannten Hinweis auf den dümmsten Bauern abgetan. „Nicht nur, dass seine gärtnerischen Erfolge erschlagend sind, er verfügt auch noch über ein absolutes Organisationstalent und findet dabei in seiner Frau in allen Belangen die passende Ergänzung“, so Kartini Klein.
Da war den meisten im Saal bereits klar, an wen der Goldene Spaten in diesem Jahr gehen würde. Der Hinweis, die Preisträgerin sorge für den Kontakt des Vereins mit der Presse, halte Vorstandssitzung schriftlich fest und handele bei Veranstaltungen stets Rabatte aus, hatte sich da ebenso erübrigt, wie der auf den trockenen Humor, mit dem Kartini Kleins Stellvertreter stets für Wohlgefühl bei den Grünen Daumen sorge. Die feierten begeistert die völlig verdutzten Preisträger, die sich über die arg-listige Täuschung der Vorsitzenden angesichts der begehrten Auszeichnung natürlich nicht ärgerten, zumal Wanderwart Adi Berg die vorangegangene Aufregung über die angeblich ausbleibende Preisträgerin mit einem Weinpräsent vergessen machte.
