Erpel lud wieder vier Tage lang Freunde des Rebensaftes zum Weinfest in den alten Ortskern
Buntes Treiben auf Erpels Straßen
Trotz widriger Bedingungen waren die farbenprächtigen Motivwagen des Blütenkorsos eine wahre Augenweide
Erpel. Im traditionellen Fackelzug, allerdings ohne ihren mächtigen Bacchus und dessen Bacchantinnen, Daniela und Vanessa, zog am Freitagabend Weinkönigin Tonia mit ihren Weinprinzessinnen Diana und Kristina in das Weindorf am Rathaus der Alten und Freien Herrlichkeit Erpel ein. „Wenn jeder auf der Welt entdeckt, wie gut der Wein vom Mittelrhein schmeckt, dann wär’n bald alle Fässer leer und wir hätten nichts zu trinken mehr“, warnte die Weinmajestät zunächst, um dann aber ihren Weinspruch doch mit der Aufforderung fortzusetzen: „Trotzdem sag ich’s allen Leut‘, weil Wein des Menschen Herzen erfreut: Erhebt die Gläser voll edlem Wein, ein Prosit auf Erpel, unsere Perle am Rhein!“ Damit hatte sie genau den Nerv der Weinfestgäste getroffen, die einen milden Spätsommerabend im idyllischen Örtchen am Fuße der Erpeler Ley in vollen Zügen genossen und das bis zur „süßen Neige“. Ganz anders der Festsamstag, an dem sich Tonia I. mit Diana und Kristina nach der traditionellen Festfahrt am Nachmittag erst „trockenlegen“ mussten, um die von Pfarrer Günter Lülsdorf zelebrierte Wein- und Erntedankfestmesse besuchen zu können. Entsprechend kritisch beäugte der Vorsitzende des Festorganisators, des Brauchtumsvereins „Freunde des Erpeler Weinfestes“ Werner Henneker, denn auch den Himmel. Der aber öffnet seine Schleusen den regenverhangenen Wolken zunächst nicht, sodass die „Let`s Dance“ Partyband mit ihrer ausgelassenen Stimmung die zahlreichen Festgäste mitreißen konnte. Die wollten sich natürlich auf keinen Fall das „Fensterkonzert“ der „Vollen Blaos“ aus Nimwegen entgegen lassen, die mit Unterstützung der „Null-Uhr-Kapell“ den Marktplatz mit tollen Hits wie etwa „Hey Jud“ von den Beatles zum Beben brachte. „Bis jetzt konnten wir mit dem Wetter ja noch ein einigermaßen zufrieden sein, nach dem tollen Festbeginn am Freitag- und dem Samstagabend, an dem es erst kurz vor Mitternacht zu regnen begonnen hat“, so Henneker am regnerischen Sonntagvormittag kurz vor dem Rathausempfang der Weinmajestäten. Zu dem konnte Bürgermeisterin Cilly Adenauer auch ihren Linzer Kollegen, Hans Georg Faust und VG-Chef Karsten Fehr im Sitzungssaal begrüßen sowie den Rektor der Erpeler Grundschule, Jens Heinroth, und die Leiterin des Gemeindekindergartens „Regenbogenland“, Britta Baumann-Peikert. „Mit der Teilnahme Ihrer Kinder als kostümierte Fußgruppen tragen Sie maßgeblich zum Gelingen des Blütenkorsos mit bei“, lobte sie diese, bevor sie dem Chef der Band „Volle Blaos“, Karel Harmsen, für 25-jährige Treue zum Erpeler Weinfest das Ortswappen auf einer Schiefertafel überreichte. Und dann erklang natürlich auch noch das vom Heimatdichter Hermann Witten für die 1965er Jubiläumssitzung der Großen Erpeler KG geschriebene Lied vom „Erpeler Herrenwitz“, das Karl Noll vertont hatte. Diesen „legendären Wein“ in der Originalabfüllung Jahrgang 1963 hatte der unvergessene „Feuerzangen“-Professor Bömmel, Paul Henkels, vor 50 Jahren in der ersten Folge der WDR-Fernsehreihe „Die fröhliche Weinkarte“ in ganz Deutschland bekannt gemacht. „Wir fahren gleich auch im Blütenkorso mit“, erklärten das Stimmungsduo „Die WiSüs“, während sich Tonia I. gerade in das Goldene Buch des Ortes eintrug. Da wurde in der Wagenhalle noch mächtig gewerkelt, um Schäden aus der verregneten Nacht zu beheben.
Einsatz der „Blüten“-Experten
„Allzu viel nachbessern konnten wir an den 17 Motivwagen allerdings nicht. Da die Blüten vollgesogen mit Regen und entsprechend schwer sind, wäre alles zusammengebrochen, wenn wir einzelne ersetzt hätten“, erklärte Angela Dung den Einsatz der „Blüten“-Experten um Bernd Walbrück, während Andreas Schwager, der wie seine beiden Töchter wegen eines Trauerfalls nicht in seine „Weinfest-Rolle“ geschlüpft war, mit seinen Kindern die Schilder an den Motivwagen anbrachte, die das Motto „Erpel und seine Weinbaugeschichte“ veranschaulichten. Zunächst „kullerten“ „Erpeler Trauben von Riesling- und Burgunderreben“ aus dem 1. Schuljahr an Tonia vorbei, die hinter ihren Weinprinzessinnen hoheitsvoll in einer blütenumrankten Holzkutsche thronte. Dieses gut 130 Jahre alte Gefährt hatte Königinnen-Vater Klaus vor 28 Jahren seiner Frau zu Weihnachten geschenkt, ohne dass diese jemals damit gefahren war. Statt der üblichen Pferde als Zugtiere hatten die Blütenstecker dem Zugmotto entsprechend mächtige Weinbergschnecken angespannt, neben denen die „Prinzengarde“ der aus ihren Reihen stammenden Majestät das Ehrengeleit gab. Drei mächtige Kronen erinnerten auf dem ersten Motivwagen an die Legende von der „Überführung der Heiligen Drei Könige“, die kurz vor Köln in Erpel haltgemacht haben sollen. So sahen es jedenfalls Rainald von Dassel und sein himmlisches Heer, in dessen Rollen die Viertklässler geschlüpft waren. Der Richter des Hohen Gerichts, Fritz Dreesbach, saß in roter Robe dem „Schöffengericht“ vor, das sich vor dem riesigen „Schöffensiegel“ postiert hatte, während Elferrat, Herzdamen und Stadtsoldaten der Großen Erpeler KG als Schöffen und einfaches Volk diesen Wagen begleiteten. An die ehemalige Zollstation des Kölner Domkapitels erinnerte die „Fronporz“, wie das Rheintor früher genannt wurde. In Marktfrauen und Bauern hatten sich die Schüler des dritten Schuljahres verwandelt, die vor dem großen Erntedankfestwagen mitmarschierten, der an das Erpeler „Wochen- und Jahrmarktrecht seit 1420“ erinnerte. Als „Fleißige Bienchen“ schwirrten die Regenbogenland-Kinder vor der weniger gern gesehenen riesigen Reblaus daher, die an die verheerende Plage dieses Amerika-Imports erinnerte. Da waren Zweitklässler als Vertreter der bunten Blumen- und Insektenwelt schon lieber gesehen. Ihren 100-jährigen Steigerturm hatte die Freiwillige Feuerwehr als Motiv ausgewählt, hinter dem die halb so alte Herrenrunde der „Fröhlichen Weinkarten“ an den „Erpeler Herrenwitz“ erinnerte. Als der von Paul Henkels ins Leben gerufen worden war, regierte Hildegard Groos, geborene Senk, als Weinkönigin in Erpel und natürlich war die Gold-Majestät von 1964, der die Winzerinnen der Leev Pänz ihre Reverenz erwiesen, auch am Sonntag mit von der Partie. Eine „Junge Herrenwitz-Runde“ informierte sich am nächsten Motivwagen über „Alte Weinberglagen“ vom Liesen- und Stehlenberg über den „milden Grund“ bis hin „Auf dem Hühnerberg“. In Jödfrauen hatten sich die Erpeler Möhnen verwandelt, die ihr mächtiges „Bagage-Fass“ umringten. Angesichts dieses nahezu unerschöpflichen Vorrates musste Tonia I. sich nicht erst wünschen, dass „das Wasser vom Vater Rhein goldner Wein wär“.

Als Riesling- und Burgundertrauben waren die Erstklässler mit dabei. Fotos: DL
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