Dattenberger Theater „Fantasie“ brachte die Komödie „Emil für dich“ auf die Bühne
Da blieb kein Auge trocken
Dattenberg. Nach dem „Ladysitter“ von Bernd Spehling im Vorjahr hatte sich das Dattenberger Theater „Fantasie“ dieses Jahr die Komödie „Emil für dich“ von Ute Tretter-Schlicker in der Bearbeitung von Bärbel Stich ausgesucht, die das lustige Verwechslungsspiel zusammen mit Marianne Höfer in Szene gesetzt hat. Am Wochenende war es nach unzähligen Proben nun so weit, und das Bürgerhaus verwandelte sich in das Wohnzimmer der Pension von Ursel (Margit Michels) und Thomas (Michael Huckels), die sich eigentlich auf einige entspannte, ruhige Tage gefreut hatten. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei, als sich Gertrude (Petra Göring), die Mutter von Thomas ankündigt. Die Entscheidung „Mama oder ich“ wird Thomas jedoch abgenommen, denn auch Ursels Vater Robert (Willi Simons) sagt sich telefonisch an. Dann taucht Nachbar Emil auf , ein 50-Jähriger in Hochwasserhosen, der noch bei Mutti schläft. Kaum hat er die Pension verlassen, kommt auch schon Gertrude an. „Ich habe hier ein Date mit dem Mann der Männer", verrät sie ihrem Sohn. Lange allein bleibt Gertrude nicht, denn prompt taucht Robert auf, der auch schon voller Vorfreude auf das Treffen mit seiner Internetbekanntschaft ist. Dann taucht Emil wieder auf, der in Gertrude seine Ruth zu erkennen glaubt. Als Thomas Mutter und Freund ihn, wenn auch in einseitig-inniger, Umarmung erwischt, kann er seinen Augen nicht glauben. „Thomas, mein Sohn!“ umarmt Emil seinen Freund, als er dessen verwandtschaftliches Verhältnis zu seiner Traumfrau erfährt, die wie der Vorhang fällt, allerdings in Ohnmacht. „Ich muss sterben! So einen Mann wie den, habe ich noch nie gesehen“, haucht eine völlig verkaterte Gertrude, kaum dass sich der Vorhang wieder geöffnet hat. Völlig entnervt und trunken gesteht sie ihrem Sohn, dass sie gar nicht herzkrank ist, bevor der seine Mutter zur Ausnüchterung ins Bad schickt. „Die kann ja gar nicht genug bekommen“, wundert sich Robert, als er Gertrudes Gespielen kennenlernt. Allerdings dauert seine Häme nicht allzu lange.
Denn plötzlich taucht Ruth (Luzia Donner) auf, auch kleidungsmäßig das weibliche Pendant zu Emil, nur dass sie nicht grunzt, sondern wegen einer riesigen Zahnlücke lispelt. „O lieber Gott, lass mich dass nur träumen. Die Kreuzfahrt ist gebucht und die fährt mit“, glaubt er doch, sein E-Mail-Date vor sich zu haben. Da haben die Überraschungen, Ungereimtheiten und Verstrickungen durch die Blind Dates via Internet und „Paulinus“-Heiratsanzeige ihren Höhepunkt eigentlich schon überschritten. Noch schürt Thomas das unsägliche Unbehagen seiner Mutter, indem er ihr suggeriert, kein Mann könne besser zu ihr passen als Emil, wo doch die Zuschauer längst wissen, das Rudolf mit Gertrude auf Kreuzfahrt gehen wird und Ruth sich auf die Mutterrolle bei Emil freuen kann. Bis das den Vieren aber klar ist, musste Christa Otten als Souffleuse noch wachsam bleiben, ob sie dem einen oder anderen über „Textlücken“ hinweg helfen müsste, der von Werner Jäger ins rechte Licht gerückt wurde, während Trixie Grefrath für die Maske und Manfred Kröll für den guten Ton sorgte. Ihnen allen dankten die Zuschauer an beiden Tagen mit frenetischem Applaus, hatten sie ihnen doch gut zwei Stunden bester Unterhaltung beschert.
Voller Entsetzen und Abscheu reagiert Gertrude auf den „Mann ihrer (Alp)Träume“.
