Sankt Sebastianus Schützen-Bruderschaft 1329 Linz
Daniel Muthers ist neuer Schützenkönig
Linz. Die Sankt Sebastianus Schützen-Bruderschaft 1329 Linz muss einen besonders guten Draht nach oben haben. Während sich der Mai in weiten Teile Deutschlands nicht gerade als Wonnemonat präsentierte und Regenmassen herniederprasseln ließ, blieb es beim Schützenfest der Sebastianer an Fronleichnam auf dem Kirchenvorplatz von Sankt Marien nicht nur trocken, ab und an ließ sich sogar die Sonne sehen. Davon bekamen die Schützen, kaum etwas mit. Streng geheim ausgewertet wurden die dabei erzielten Ergebnisse des Bürger-Preisschießens und des Vereins-Schießens, während die Jung-Sebastianer parallel auf ihren Prinzenvogel schossen. Der erwies sich als ziemlich widerstandsfähig. Zwar konnte ihn Christian Lohmann mit dem 44. Schutz kopflos schießen, dann aber wehrten sich die beiden Schwingen des Adlers äußerst standhaft.
So brachte der noch amtierende Schülerprinz, Sebastian Mack, den linken Flügel erst mit dem 128. Schuss zu Fall, weitere 128 Schüsse dauerte es dann, bis Steffen Schreiber den Vogel gänzlich fluguntauglich geschossen hatte. Nach dem 326. Schuss konnte sich schließlich der noch amtierende Prinz, Damian Bay, über den Schweif als Pfand freuen, bevor Anne Labonte 70 Schüsse später den Rumpf zu Fall brachte und sich nach dem 396. Schuss als Prinzessin feiern ließ. Ganz so zäh schien der Königsvogel der Schützen nicht gebaut. Unter Leitung von Schießmeister Heribert Lodde schoss Gerd Schneider, den Kopf des Adlers ab, Heribert Lodde, brachte den linken Flügel mit dem 92. Schuss zu Fall, bevor Bernd Krumscheid nur 34 Schüsse später beim rechten Pendant erfolgreich war. Dann aber setzte das große Zittern ein, wollte der Schweif doch trotz aller Bemühungen nicht fallen. Über 20 Minuten lang am sprichwörtlichen seidenen Faden hängend, ergab er sich erst um 18.30 Uhr, nachdem Markus Kraus den 207. Schuss abgefeuert hatte und der gerade auf dem Schießstand eingetroffene Diakon Eberhardt Roevenstrunk den Schützen seinen geistlichen Beistand zugesichert hatte. Den gab er auch dem stolzen Quintett, dass dann nach dem ersten Schuss von Heribert Lodde ab 19 Uhr den Wettkampf um die Königswürde eröffnete. Dabei wollte nicht nur Karin Lodde direkte Nachfolgerin ihres Mannes werden. Dieses Ziel verfolgten auch ihre Schwester, die zweifache Schützenkönigin Birgit Patz (1985, 2007), die, wie im Vorjahr endlich Kaiserin werden wollte, und Gerd Schneider.
Gegen diese erfahrenen Schützen traten die beiden Youngster, David Cosan und Daniel Muthers an. In diese Rolle wäre beinahe Gerd Schneider geschlüpft. Mit dem 50. Schuss ließ er den Rumpf ganze acht Zentimeter nach unten rutschen, brachte ihn jedoch nicht zu Fall. Este Chancen für den nächsten Schützen David Cosan, der aber dem zweiten Schützen des elften Durchgangs den Vortritt ließ und das war Daniel Muthers, den Uwe Prassel kurz vor 20 Uhr der jubelnden Menge als neuen Schützenkönig der Sebastianus-Bruderschaft vorstellte. Zuvor hatte der Brudermeister die erfolgreichen Scheibenschützen ausgezeichnet. Bei den Schülern war dies Lukas Maurer mit 29 von 30 möglichen Ringen, während bei den Jungschützen wie im Vorjahr Steffen Schreiber, mit 21 Ringen freihändig, erfolgreich war. Die beiden werden den Traditionsverein beim Bezirksschießen des Verbands Linz-Neuwied vertreten, ebenso so wie Sascha Nixdorf, der mit 30 Ringen unangefochten Scheibenschützenkönig wurde. Das Schießen der ehemaligen Könige konnte Christel Cosan wie im Vorjahr für sich entscheiden, so konnte die Kaiserin aus dem Jahr erneut den großen Wandteller von Uwe Prassel entgegennehmen konnte. Heribert Lodde war es vorbehalten, die Sieger des Bürger-Preisschießens bekannt zu geben. Wie im Vorjahr hatte Tanja Hutschenreiter 49 Ringe erzielt, die der Vorjahres-Zweiten dieses Mal zum Sieg reichten.
Zweiter wurde Max Müller vor Andreas Mertesacker und Sarah Hutschenreiter, alle drei mit jeweils 48 Ringen, sodass das bessere Schussbild über die Reihenfolge entschied. Scharf geschossen wird offensichtlich auch bei den Linzer Karnevalisten. Zwar mussten sich die Vorjahressieger im Mannschaftswettbewerb mit 233 Ringen mit dem undankbaren vierten Platz hinter den punktgleichen Konkurrenten der Firma Niedax und des Sterner Bürgervereins begnügen. Als treffsicherste Mannschaft hatte sich mit 236 Ringen aber eindeutig das Funkencorps Blau-Wiess erwiesen.
