Der Theaterkreis Sankt Pantaleon verwandelte des Unkeler Pfarrheim dieses Mal in das „Kurhotel Waldfrieden“
Darsteller spielen ihr komödiantisches Potenzial aus
Weitere Aufführungen am 26. und 27. April
Unkel. „Willkommen im Kurhotel Waldfrieden, wir wünschen Ihnen ein schönen Aufenthalt,“ so begrüßt Schwester Tina (Katharina Schwarz) alle Kurgäste. So auch Rosalind Linde (Marita Zimmermann ), eine mehr als bodenständige Bäuerin, die bei einem Preisausschreiben der Zeitschrift „Hof und Tier“ den Kuraufenthalt in dem noblen Hotel gewonnen hat. In dessen Salon nebst Rezeption und Behandlungszimmer verwandelt haben Stefan Schmitz und Gregor Bachem das Unkeler Pfarrheim für den Theaterkreis Sankt Pantaleon, der dort ab Freitag voriger Woche an sechs Abenden die Komödie „Kurhotel Waldfrieden“ von Christiane Cavazzini aufführt.
Mit dem Frieden ist es aber nicht mehr her, was nicht nur an Rosalind liegt. Ebenso wenig an dem ledigen Beamten Herbert Michels (Thomas Zirngibl), der schon seit Wochen als „Dauergast auf Brautschau“ kurt und sich, gegen ein kleines Entgeld betreut von BuFDi Fritz (Rudolf Zimmermann), am Ankunftstag der neuen Gäste rechtzeitig in Stellung bringt, um einen Kurschatten zu finden.
Während die bodenständige Rosalind nicht so sein Fall ist, reißt ihn die pelzbehangene Isolde von Harder (Gisela Dommermuth), Beamtenwitwe und Privatpatientin, vom Sessel. Die wiederum gerät an der Rezeption direkt mit der kessen, per „Daumenexpress“ angereisten Motorradbraut Petra Sonnenschein „von der AOK“, (Käthemarie Hommerich und Nadine Jammel im Wechsel) aneinander.
Für Frieden sorgen kann selbst der den weltlichen Genüssen durchaus zugetane Pastor Engels nicht, für dessen Rolle Katharina Schwarz mit Vater Stephan nicht nur einen Diakon, sondern auch ein Mitglied aus den Urzeiten des Theaterkreises schauspielerisch reaktiviert hat. Im Gegenteil: Den weltoffenen Geistlichen erinnert die fesche Petra an einen Fehltritt aus der Vergangenheit.
Grund für die Unruhe ist nicht zuletzt die Tatsache, dass ein Gast die Klinik incognito im Auftrag der Krankenkasse begutachten soll, wie Schwester Tina die Chefin des Kurhotels, Doktor Apfel (Ingrid Crone-Berkele), informiert.
„Der glotzt wie mein Fridolin, der Zuchtbulle von Prüm, wenn er op dem Hänger zur Deckstation jeht“, interpretiert Rosalind die glückseligen Blicke, die Herbert seiner Isolde zuwirft, der er unbedingt den „Kleinen Bären“ zeigen will.
„Wir leben alle unter einem Himmel, haben aber nicht den gleichen Horizont“, lässt die hochmütig „Von und Zu“ das Landei abfahren, das sich der hingebungsvollen Aufmerksamkeit des Pastors erfreut, während Fritz mit der jungen Petra endlich einen Kurgast seiner Kragenweite gefunden hat. Wer meint, damit seien Irrungen und Wirrungen beseitigt, wird in den beiden folgenden zwei Akten eines Besseren belehrt.
Einen tränenreichen Wellness-Abend für die Lachmuskeln würden allein schon die deftigen Bauernhofweisheiten von Rosalind garantieren: „Wenn`s mit der Liebe nicht mehr hinhaut, dann kommt en Senfpflaster auf’n Hintern, dat macht scharf!“, weiß sie von ihren Lieblingen Fridolin und Zuchteber Hugo, deren Fotos sie bei Kuraufenthalt begleiten.
Wer die Aufführungen am Freitag und Samstag, 26./ 27. April, jeweils ab 20 Uhr miterleben möchte, sollte abends im Pfarrheim nach einer der wenigen Restkarten fragen.
