Die Veranstaltung der Center-Vereins war der Publikumsmagnet der Region
Der 20. Martinimarkt lockte Tausende Besucher an
Bad Honnef. Vor zwei Jahren volljährig geworden, hat der 20. Martinimarkt von Bad Honnef dieses Jahr alle Rekorde gebrochen. Von Mittwoch bis Sonntag hatte rund um den Markt- und den Kirchplatz, in der Fußgängerzone sowie in der Haupt- und der Bahnhofstraße wieder eine vielfältige, stimmungsvolle Budenstadt geöffnet, die an allen Tagen Besuchermassen anlockte. Vor allem am späten Nachmittag und am Abend schwärmten die Besucher, von dem vorweihnachtlichen Ambiente, das von Lichtern und Feuerkörben romantisch in Szene gesetzt wurde, in die Bad Honnefer Innenstadt. Vorbei an Kürbissen und Maiskolben pilgerten die Besucher über die mit Holzspänen bedeckten Straßen vorbei an den gut 100 Ständen und genossen die urige Atmosphäre. „Alles habe ich bei meinem ersten Besuch Mitte der Woche gar nicht genau betrachten können. Aber ich wäre mit meiner Familie wohl besser früher noch einmal auf den Martinimarkt gekommen“, erklärte ein Bonner Besucher am Sonntagnachmittag. Dabei gehörte er im Gegensatz zu vielen anderen Martinimarktgästen zu den Glücklichen, die noch einen der wenigen freien Parkplätze ergattert hatten, während andere Autofahrer, die trotz des Shuttle-Angebots, auf das der Centrum-Verein als Ausrichter ausdrücklich hingewiesen hatte, die Innenstadt angefahren hatten und nun erfolglos suchend rund um das Marktgebiet kreisten. Von Rhöndorf und Selhof aus mussten sich deshalb viele Besucher auf den Weg Richtung Innenstadt machen. Nicht in der Gangart, die ihren Namen den Gänsen des heiligen Martin zu verdanken hat, sondern im Schneckentempo schoben sich dort rund zwei Wochen vor dem Patronatstag des Namensgebers Aberhunderte von Besuchern vor allem am Abschlusstag immer wieder stockend an den Ständen vorbei. An diesen wurden etwa Staubwedel an meterlangen Stielen sowie Bürsten, Messer und Scheren aus Solinger Stahl, Schmuck und Edelsteine, Keramik und Gläser, Gewürze und Kräuterbonbons, Öle und Essig in verschiedensten Geschmacksrichtungen, edle Brände und Liköre sowie Pralinen oder Mandelgebäck ohne Mehl und Milch angeboten.
Die Vorweihnachtszeit wurde stimmungsvoll eingeläutet
Natürlich hatten Händler auch an die nahen Festtage gedacht, wie die Geschenkidee „Kuscheltier“ und weihnachtliche Motive auf Servietten und Kerzen belegten, von dem Stand mit Krippenfiguren und –zubehör ganz zu schweigen. „Bleibt, wo Ihr seid. Wir treffen uns in 15 Minuten bei Euch an der Kirche“, gab ein Besucher per Handy an den Rest seiner Familien vor der Post weiter. Anders wäre ein „Wiedersehen“ in der Innenstadt angesichts des dichten Gedränges illusorisch gewesen. Andere, die fürchteten, den Überblick zu verlieren, versuchten auf dem Kirchplatz in einer Gondel des nostalgischen Riesenrads Platz zu nehmen und dem Gewusel zumindest zeitweise in der Höhe zu entrinnen. Die meisten Besucher tauchten jedoch, angelockt vom Duft nach dem auch Kesselsknall, genannt Uhles und Reibekuchen, nach Flammlachs oder Wildgulasch, nach Waffeln, Glühwein oder Apfelpunsch, bereitwillig wieder in die „Niederungen“ des Bad Honnefer Martinimarktes ein. Besonderes Glück hatten diejenigen, die es sich an Tischen und Bänken gemütlich machen konnten. Dazu luden angenehme Temperaturen durchaus ein, auch wenn sich der Monat an den Marktagen nicht gerade als Goldener Oktober erwies. Grund zur „Krisenschokolade“ zu greifen, die eine Schokoladenmanufaktur unter anderem anbot, hatten die Veranstalter keineswegs. „Der Martinimarkt ist für mich eins der schönsten Stadtfeste hier in der Region und das erste, das die Vorweihnachtszeit so richtig stimmungsvoll einläutete“, so das Urteil eines ehemaligen Bad Honnefers, der zumindest zu diesem Anlass seine alte Heimatstadt regelmäßig besucht und diesen Termin auch für das kommende Jahr schon fest eingeplant hat.
