Der Luftschutzraum als letzter sicherer Ort
Autor Rudolf Vollmer führte durch den „historischen Raum“ des Zweiten Weltkrieges
Unkel. Durch die Einnahme der „Brücke von Remagen“ (die Ludendorffbrücke, die Kripp/Remagen und Erpel verband) durch US-Einheiten im März 1945 hatten auch die Einwohner der Region zu leiden.
Bereits in den Monaten zuvor, teils auch noch in der Zeit vom 7. März bis zum Einsturz der Brücke am 17. März 1945, gab es weitere Luftangriffe in der Rheinregion und im vorderen Westerwald. Schutz für einige Bürger boten meist relativ „sichere“ Luftschutzkeller, die entsprechend (manchmal nur notdürftig) ausgerüstet waren. Dazu gab es bereits seit Kriegsbeginn entsprechende Dienstanweisungen und Vorschriften, zum Beispiel über Grundausrüstungen oder das Verhalten bei Fliegeralarm. Verantwortlich für die Einhaltung dieser Regeln waren ausgebildete Luftschutzwarte. Bei Fliegeralarmen hatten sie die Aufsicht im Schutzraum. So war es auch im Luftschutzraum im Unkeler Städtischen Rathaus, der bis heute in seiner Ursprungsform erhalten ist. Viele Utensilien, die damals zur Grundausstattung in einem Luftschutzraum gehören, sind im Luftschutzkeller des Unkeler Rathauses noch vorhanden. Diese erläuterte sehr anschaulich der Autor und ehemalige Unkeler Stadtarchivar Rudolf Vollmer den Besuchern. In diesem Zusammenhang gab er auch einen kleinen geschichtlichen Überblick über die Kriegsjahre und deren Bedeutung für die Unkeler Bevölkerung. So fielen bereits am 11. Dezember 1941 die ersten Bomben auf Unkel (vorwiegend auf dem „Rheinbüchel“). Im Herbst 1944 nahmen die Luftangriffe dramatisch zu. Unkel blieb jedoch im Vergleich zu Erpel, das im Ortskern bis zu 50 Prozent zerstört war, von massiven Bombenabwürfen und Artilleriebeschuss verschont. Nach Kriegsende im Mai 1945 wurden die starken Abstützbalken in den Luftschutzräumen entfernt, um diese einstigen „Sicherungsräume“ wieder für andere Zwecke zu nutzen. In Unkel jedoch bleiben diese massiven Original-Abstützbalken bis heute erhalten. „Im Jahr 2005 wurde von der Stadt Unkel der Keller in seiner Funktion als Luftschutzraum wiederhergestellt, um so der heranwachsenden Generation einen Teileindruck von der Kriegszeit zu vermitteln“, so Rudolf Vollmer bei den halbstündig angesetzten Führungen und fundieren Erläuterungen im Unkeler Luftschutzraum.
Röder
