Unkeler Junggesellen stellten am Samstag den Maibaum auf
Der Wonnemonat kann kommen
Zuvor musste Julian Muss die Tauf-Prozedur über sich ergehen lassen
Unkel. Lange bevor sie ihren „Angebeteten“ als Zeichen der Zuneigung eine junge Birke widmen, haben die Unkeler Junggesellen schon am Samstag den Stadt-Maibaum auf dem Willy-Brandt-Platz aufgestellt. Geschlagen wurde er im Forst nahe dem „Auge Gottes“. Einen traditionellen Zwischenstopp legten die Junggesellen , auf dem Rückweg am Fall des Hähnerbachs in der Unkeler Schweiz ein.
Der plätscherte trotz des anhaltenden Regens als Rinnsal rund acht Meter in das halbrunde Becken hinab, für Insider ein eindeutiges Zeichen, dass eine Junggesellentaufe anstand. Für die hatte der Ältestenrat des Vereins um Georg Schober und Malte Dommermuth oben auf dem Plateau das Wasser gestaut. „Dieses Jahr haben wir mit Julian Muss nur einen Aspiranten, der diese Mutprobe über sich ergehen lassen muss, um bei uns als Mitglied aufgenommen zu werden“, so Vorsitzender Korbinian Wester, der sich noch allzu gut an seine eigene Taufe vor vier Jahren erinnern konnte.
Mühsam kämpfte sich der aktuelle Täufling durch den modrigen Schlick im Bassin, bis er unter dem Wasserfall ankam, der diese Bezeichnung zunächst jedoch kaum verdient hatte. Erst als oben die Dämme eingerissen wurden, schoss eine braune Flut über die Felswand und ergoss sich über Julian Muss, was seine Kollegen in spe veranlasste, „Julian muss sterben, ist noch so jung!“ anzustimmen. Dann aber hatte der „Täufling“ die Prozedur ohne größere Schäden überstanden und kletterte nass, aber glücklich aus dem Bassin. „Die Schluck-Taufe hat Julian ja bereits hinter sich gebracht“, berichtete Jan-Phillip Wallek.
Die Junggesellen kletterten schließlich auf den Trecker und den Hänger, um die „18 Junggesellenschritte“ große Birke in die Stadt zu transportieren. „Die werden wir dort erstmals recht zeitig aufstellen können, da wir bei diesem regnerischen Wetter nicht wie in den Vorjahren auf die Gäste der Außengastronomie auf dem Willy-Brandt-Platz Rücksicht nehmen müssen“, mutmaßte Korbinian Wester. Da hatte er die Rechnung ohne den Wettergott gemacht. Als die Junggesellen mit ihrer Beute einbogen, waren die Regenwolken längst versiegt, was etliche Leute veranlasst hatte, den Temperaturen zu trotzen und die Angebote der Außengastronomie zu genießen. So blieb den Junggesellen nichts anderes übrig, als die Birke abzuladen und sie schon einmal in der entsprechenden Ausrichtung zu lagern, bevor der Maibaum dann am späteren Nachmittag mit reiner Muskelkraft aufgerichtet und sicher verkeilt wurde.
Am ersten Tag des Wonnemonats steht er dann beim traditionellen Maifrühschoppen der Junggesellen im Mittelpunkt des Geschehens, ist er doch der Hauptpreis der großen Mai-Tombola.
