Politik | 21.10.2015

FDP Rheinbreitbach

Der einzigartigen Schönheit des Siebengebirges droht Schaden

Die Wanderung führte zum geplanten Areal des Windparks am Auge Gottes.privat

Rheinbreitbach. Auf Initiative der FDP im Siebengebirge (Bad Honnef, Königswinter, Rheinbreitbach, Neuwied, Ahrweiler) fand eine Wanderung in Kooperation mit den Bürgerinitiativen Romantischer Rhein und Pro Naturpark pur sowie der UWG zum geplanten Areal des Windparks am Auge Gottes statt. Hier sollen sich demnächst fünf Windkraftanlagen an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen mit 200 Metern Höhe drehen. Nach Ansicht dieser Initiativen droht damit der einzigartigen Schönheit des Siebengebirges durch die geplanten gigantischen Anlagen erheblicher Schaden. Neben vielen sachlichen Informationen über die Windkraftanlagen am Auge Gottes konnten sich die 70 Bürger, darunter die Kreisvorsitzenden der FDP, Alexander Buda und Jürgen Peter, von der Lautstärke eines Windkraftwerks (93 Dezibel) einen Eindruck vor Ort machen.

Dr. Roland Kohler von der Bürgerinitiative Romantischer Rhein erläuterte den Stand der gutachter-lichen Beurteilung der Potenzialflächen und Konzentrationszonen zur Bestimmung der Standorte für Windkraftanlagen (WKA). Die Hauptgutachten der Verbandsgemeinde Unkel bestätigten den überwältigenden Artenreichtum der Potenzialflächen vom Asberg bis zum Auge Gottes. Die trotz großflächiger Ausschlussgebiete noch ausgewiesenen fünf Standorte der WKA westlich und östlich des Auge Gottes wurden von den Stellungnahmen des BUND, des Rhein-Sieg-Kreises, des BMU und den Experten der Bürgerinitiativen als völlig ungeeignet für WKA beurteilt.

Gründe dafür seien, dass die Gutachten an entscheidender Stelle grundlegende systematische Fehler der artenschutzfachlichen Untersuchungen aufwiesen. Auch seien geschützte Arten und Vogelzüge nicht berücksichtigt worden. Ebenso fehlerhaft sei das Landschaftsgutachten. Auch die Bedeutung des Gebiets als Naherholungsraum für die Bevölkerung und seine touristische Potenzialentwicklung sowie seine exponierte Lage am Tor zum romantischen Rhein verbieten die Nutzung des besonders artenreichen und intakten Naturraums für WKA. Diese Faktenlage konnte auch Mirihjana Lautenschläger von der UWG bestätigen und forderte die Bürger auf, sich an der Anhörung am Dienstag, 10. November, im Vorteilcenter zu beteiligen.

Keine Beurteilung

Eine Bürgerin fragte nach, ob die Kraniche, die in den Süden ziehen, ausreichend vor den Rotoren der WKA geschützt seien. Dr. Kohler stellte fest, dass bisher im Siebengebirge die bevorzugten Flugstrecken nicht identifiziert wurden und es auch noch keine ausreichende Beurteilung der Auswirkungen von geplanten und vorhandenen Windparks auf den landkreisweiten Kranichzug gäbe. Micaela Orgeldinger wies darauf hin, dass für den Bau einer WKA 250 Lkw-Ladungen Beton verbaut werden müssten. Dr. Kohler ergänzte, dass es für diese Transporte Straßen einer Tragfähigkeit von 45 Tonnen und eines Kurvenradius von 38 Metern bedürfe.

Dreiklang in Gefahr

Ralph Lorenz, der Zweite Vorsitzende des Landesfachausschusses der Freien Demokraten für Umwelt, Natur, Land- und Forstwirtschaft, sieht den Dreiklang der Multifunktionalität des Waldes in Gefahr: Nutzen - Schützen - Erholen. In einem Wald ohne Bäume könne kein Holz genutzt werden, Regenwasser würde durch Betonfundamente nicht gefiltert, wie es ein intakter Waldboden tue. Stahltürme seien nicht Fotosynthese-tauglich und spenden keinen Sauerstoff. Infraschall und Licht-Schatten-Wechsel der Rotoren vertreiben Tiere und bieten keinen Erholungswert. Gerade in einer so dicht besiedelten Region müsste auf Naherholungsgebiete größten Wert gelegt werden.

Die Organisatorin dieser Initiative, Martina Ihrig von der FDP in Bad Honnef, legte noch einmal nahe, dass gerade jetzt die Bürger in ihrem Widerstand gegen die WKA nicht nachlassen dürfen. Die Fraktion der FDP in Bad Honnef stellt in den Ausschüssen und im Rat den Antrag, über eine Resolution gegen WKA am Auge Gottes abzustimmen.

Pressemitteilung

der FDP Rheinbreitbach

Die Wanderung führte zum geplanten Areal des Windparks am Auge Gottes.Foto: privat

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