Tausende Besucher bestaunten, kauften und genossen den Design-Markt in Unkel
Der verregnete Pfingstmontag konnte den Erfolg der Veranstaltung nicht mindern
Unkel. Spätestens seit Pfingstsonntag steht fest: Die Kulturstadt Unkel am Rhein ist ein Mekka für Freunde ästhetisch anspruchsvoller Formgestaltung. Was Rex Stephenson und Bernd Röter, als Leiter der Beratungsstelle für Formgebung in Rheinland-Pfalz Ende 2010 ein ausgesprochener Fachmann für Kunsthandwerk und Design, vor sieben Jahren mit der Freiluft-Ausstellung „design + gestaltung“ an der idyllischen Rheinpromenade als Versuchsballon gestartet hatten, ist längst zu einer festen Größe im Ausstellungsprogramm für viele Kulturinteressierte geworden.
Angebote der Kunsthandwerker
Das bewiesen allein die Besuchermassen, die am Sonntagvormittag, lange bevor die Stände offiziell öffneten, über die Rheinpromenade flanierten, um die Angebote der Kunsthandwerker zu studieren, die ihre Stände vom „Café Treibgut“ an der Anlegestelle der Köln Düsseldorfer im Norden bis zur Mariensäule im Süden aufgebaut hatten.
Glasobjekte auf hohen Stäben für den Garten glitzerten im Schatten von Sankt Pantaleon neben Kreativem fürs Auge und Ambiente in Form farbiger Uhren mit Keramikapplikationen, -schalen und -vasen. Schmuck einer Goldschmiedin, aber auch aus alten Glasperlen, die bereits ihre Rolle im Afrikahandel hinter sich hatten, Ledertaschen und -armbänder wurden neben weißgepunkteten Milchkannen und -bechern in zart-türkis und scharlachrot angeboten, während vom Nachbarstand der Duft von Natur- und Duschseife herüber wehte.
Engel aus farbigem Glas schwebten neben ihren schwereren Kollegen, hatte dieser Kunsthandwerker doch die Körper seiner Himmelsboten aus länglichen Steinen geschaffen über denen Köpfen und Heiligenscheine aus dünnem Draht angebracht waren. Stick- und Häkeltaschen sowie Federmäppchen wurden neben Unikaten von Kleidungsstücken bewundert.
Angesichts der wärmenden Sonne schienen die mollige Wärme versprechenden Pantoffelkissen fehl am Platz, wenn man nicht an die für den Wonnemonat Mai wenig erfreuliche Wettervorhersage für den Montag und die folgenden Tage dachte.
Breite Schalen und hohe Vasen sowie Mörser und Schatullen in warmen Rost-Rottönen stellte der Drechsler aus, der mit Vorliebe Bernsteinholz aus der mexikanischen Araucaria bearbeitet. Metall hingehen war der Stoff, aus dem die bissigen Fische und die geflügelten Drachen waren, von denen etwa eine Harfe spielende Meerjungfrau umgeben war, nach der ein Fischer sein Netz auszuwerfen schien.
Unkeler Gruppe „panta rheiN 637“
Mit von der Partie waren am Rheinufer auch Kunstschaffende der Unkeler Gruppe „panta rheiN 637“. Ihren mit dem Rheinkilometer 637 von Herkalit entliehen Namen „alles fließt“ symbolisierte der Kupferbrunnen des Metall-Skulpteurs, der Wasser über zwölf untereinander angebrachten Schalen fließen ließ, während seine Kolleginnen sich auf Arbeiten zum Thema „Willy Brandt“ konzentriert hatten. Sie stellten Glasbilder und Installationen zu Aussagen des Friedensnobelpreisträgers aus sowie Büsten des ersten SPD-Bundeskanzlers, dessen Porträt anhand freigelassener Stellen in langen Buchstabenreihen erkannt wurde, die markante Texte des großen Sozialdemokraten und Unkeler Bürgers wiedergaben.
Noch am späten Nachmittag genossen die Besucher die letzten Sonnenstrahlen auf der Mauer und den Bänken der Rheinpromenade. Aber auch in der Altstadt herrschte reges Treiben.
