ad Erpelle Kunst und Kulturkreis Erpel e.V.
Die Brücke - Historisches Theater am Originalschauplatz
Erpel. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Theaterstück „Die Brücke“ bereits im achten Jahr im Eisenbahntunnel in Erpel aufgeführt. Geschichte am Originalschauplatz zu erleben, wird hier möglich gemacht, denn die Ereignisse vor 70 Jahren werden den Zuschauern in authentischer Kulisse von hervorragenden Schauspielern in Erinnerung gebracht. Die Aufführungen finden statt vom 15. August bis zum 6. September, mittwochs bis samstags um 19.30 Uhr und sonntags um 15.30 Uhr.
Die Geschichte
Am 7. März 1945 erreichen die amerikanischen Truppen auf ihrem Vormarsch von Meckenheim kommend die Rheinhöhen bei Remagen. Sie finden die Ludendorffbrücke, eine zweigleisige Eisenbahnbrücke, die Remagen mit dem rechtsrheinischen Ort Erpel verbindet, unzerstört vor. Der Sprengversuch durch die deutsche Wehrmacht war gescheitert. Obwohl ursprünglich vorgesehen war, zwei Monate lang starke alliierte Truppenverbände auf der linken Rheinseite zu konzentrieren und dann in breiter Front den Rhein zu überschreiten, entschließen sich die amerikanischen Soldaten, noch an diesem Nachmittag den Fluss zu überqueren. Sie beschießen den sich an die Rheinbrücke anschließenden Tunnel unter der Erpeler Ley, in dem sich noch zahlreiche deutsche Soldaten und etwa 150 Zivilisten befinden, die hier Schutz vor den Bombenangriffen gesucht hatten. Dramatische Szenen spielen sich ab, bis einige mutige Frauen und der Eisenbahner Willi Feldens mit weißen Tüchern winkend aus dem Tunnel laufen. Der Eisenbahner bricht von einer Kugel getroffen zusammen, er stirbt in der folgenden Nacht im Tunnel. Die Amerikaner entwaffnen die deutschen Soldaten und führen sie über die Brücke in die Kriegsgefangenschaft. Die Erpeler Bürgerinnen und Bürger verlassen den Tunnel und suchen ihre schwer zerstörten Häuser auf. Die fünf Offiziere des Brückenkommandos werden von einem eigens einberufenen Standgericht wegen Sabotage zum Tode verurteilt, obwohl ihnen keine Schuld an der misslungenen Sprengung zugeschrieben werden kann. Vier von ihnen werden in den Westerwaldorten Rimbach und Oberirsen erschossen, der fünfte, Hauptmann Bratke, überlebt in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Am 17. März 1945 stürzt die schwer beschädigte Brücke ein. Dabei reißt sie zahlreiche amerikanische Soldaten in den Tod. Namhafte Historiker schreiben den Ereignissen an der Ludendorffbrücke eine große Bedeutung für ein schnelleres Ende des Zweiten Weltkriegs zu. So wurden durch die Entscheidung der amerikanischen Soldaten, am 7. März 1945 den Rhein von Remagen nach Erpel zu überqueren, sicher Tausende von Menschen vor dem Tod durch weitere Bombenangriffe auf deutsche Städte und Dörfer bewahrt.
Stück basiert auf Roman
Die Ereignisse um die „Brücke von Remagen“, wie die Ludendorffbrücke von den Amerikanern genannt wurde, haben den Autor Rolf Palm zu dem gleichnamigen historischen Roman inspiriert, der die Grundlage des vom Intendanten der Landesbühne Rheinland-Pfalz, Walter Ullrich, inszenierten Theaterstücks ist.
So werden die historischen Ereignisse am Originalschauplatz in der Kunstform des Theaters wieder in Erinnerung gebracht. Hiermit wird ein Beitrag geleistet, deutsche Geschichte lebendig zu erhalten, um die Schrecken von Krieg und Zerstörung nicht zu vergessen und Impulse für eine friedliche Zukunft zu setzen. Das Theaterstück dauert 75 Minuten. Es wird ohne Pause gespielt, um den dramatischen Ablauf des Geschehens nicht zu unterbrechen.
Wie engagiert auch die professionellen Schauspieler bei diesem Stück sind, zeigt die Tatsache, dass fast alle Rollen seit 2006 in der gleichen Besetzung gespielt werden.
Noch Tickets erhältlich
Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf im Lotto-Shop Sieberz, Erpel, Kölner Str. 12, Tel. (0 26 44) 80 98 85 und im Internet unter www.ad-erpelle.de.
