Gartenfest in Bellevue
Die Quietscheente zu Gast beim Bundespräsidenten
Joachim Gauck würdigt ehrenamtliches Engagement des Förderverein Freibad Unkel e.V.
Unkel. Als sich die Tore zum Park von Schloss Bellevue für rund 4.000 geladene Gäste öffneten, war darunter auch eine kleine gelbe Quietscheente, das Maskottchen des Fördervereins Freibad Unkel e.V.. Stellvertretend für alle Mitglieder des Vereins war die Vorsitzende, Katja Lorenzini, von Bundespräsident Joachim Gauck zu diesem Ehrentag aller ehrenamtlich Tätigen eingeladen. Mit diesem Gartenfest würdigt das Staatsoberhaupt so jedes Jahr Vertreter von Vereinen, Verbänden und Organisationen, die sich in besonderer Weise in der Gesellschaft aktiv und unentgeltlich einsetzen.
„Es war eine unglaubliche Veranstaltung“, sagte Katja Lorenzini am Ende des Abends, „hier fühlt man sich für die Mühen und die Arbeit wirklich von Herzen gewürdigt. Der Bundespräsident hat es sinngemäß so formuliert: Hier stehen Bürger, die ihr Bürgersein nicht nur als einen Katalog von Ansprüchen und Rechten verstehen, sondern als Verpflichtung an und für diese Gesellschaft.“
Seit nunmehr sieben Jahren kämpft der Verein um die Sanierung, Wiedereröffnung und den Betrieb des Unkeler Freibades. Mit nahezu konstanter Mitgliederzahl von rund 450 Mitgliedern wurde bereits viel erreicht: Das Land beteiligt sich mit 60% an der Sanierung. Die Restfinanzierung kann erbracht werden. Für den Betrieb haben zahlreiche Mitglieder ihre Mitarbeit zugesagt und auch für die vom Land geforderte Bürgschaft hat der Verein einen Vorschlag gemacht, wie diese mit privaten Geldern geleistet werden kann. Allerdings droht nun doch noch alles zu scheitern, weil den Entscheidungsträgern der Vorschlag einer Kaufoption zur Absicherung der Bürgschaft „zu unsicher“ ist und durch eine weiter Bankbürgschaft oder Ähnliches untermauert werden soll. Dies ist von den Bürgern nicht zu leisten.
Aber all das war für den Moment vergessen. Vor allem beim rheinischen Highlight des Abends, als BAP auf der Bühne stand. Hatte sich Frontmann Wolfgang Niedecken, dessen Vater bekanntermaßen aus Unkel-Scheuren stammt, vor dem Konzert mit der gelben Quietscheente fotografieren lassen. Vielleicht nützt der prominente Beistand ja bei den weiteren Bemühungen.
