Traditionelle „Verhaftung“ von Bürgermeister Dieter Sander
Dieter Sander wurde von der Kinderprinzessin in Ketten gelegt
Mit Lena II. haben die Narren Kasbach-Ohlenberg die fünfte Jahreszeit im Griff
Kasbach-Ohlenberg. Die Tage von Bürgermeister Dieter Sander sind schon vor der Kommunalwahl im Mai gezählt, bei der er sich nach 38 Jahren nicht mehr zur Wahl stellen wird.
Am späten Samstagnachmittag wurde er in seinem Haus „In der Au“ von Lena II. „vom Nussbaum op der Eck“ aus dem Hause Karbowski, in Ketten gelegt. Offiziell die Nachfolge von Lena I. „vom alten Schulplatz“ antreten wird die Kinderprinzessin zwar erst am Sonntag, 2. Februar um 14.11 Uhr im Bürgerhaus, den Schlüssel für alle wichtigen Unterlagen und die „Nüsele“ der Doppelgemeinde hat sie sich aber bereits gesichert.
Musikalisch volltönend unterstützt von der Alten Garde Bad Hönningen war die zehnjährige Tollität samt der Paginnen Nina und Svenja mit ihrer Streitmacht, zu der die Ohlenberger Möhnen um Ober-Mokkakännchen Elke Köster, die Kasbacher Möhnen „Jong un Flök“ um Manuela Alfter und natürlich das Kasbacher Karnevals Komitee mit den Vorsitzenden Astrid Malzmüller und Thomas Pohl sowie Präsidentin Heike Winkelbach gehörten, aus dem Tal abgerückt. Während die Gardisten nach dem steilen Anstieg bis zum Haus oberhalb des Kasbacher Bahnhofs sofort zur Stärkung in die Garage einfielen, drang die geballte Frauenpower um Lena II. in die gute Stube ein, in der sich Dieter Sander mit seinem potenziellen Nachfolger Frank Becker verschanzt hatte.
„Dass mir CDU und SPD nicht helfen würden, wenigsten die letzten Wochen bis zur Wahl noch an der Macht zu bleiben, war mir ja klar. Aber auch von meinen doch seit Kurzem sogar vereinten Parteifreunden aus Ohlenberg und Kasbach bin ich wieder einmal im Stich gelassen worden, wohl aus Angst, sie könnten als Freie Wähler ihre Freiheit verlieren“, beklagte Dieter Sander. Als er dann auch noch sah, dass Frank Becker von den Karnevalistinnen mit Orden bestochen wurde, erkannte er, dass er allein auf weiter Flur stand. Also setzte er voll auf die Hilfe von „Piccolöchen“ und kleinen Feiglingen, die er im Vorfeld als „Fremdenlegionäre“ rekrutiert hatte, in der Hoffnung, ihr geistiger Gehalt würde sich mit Unterstützung der wohligen Wärme im Wohnzimmer nach dem Eilmarsch einschläfernd auf den Tatendrang der durchfrorenen Eroberer auswirken. Da aber hatte er die Rechnung ohne die junge Tollität gemacht. Als Mitglied der „Tanzflöhe“ und passionierte Reiterin körperlich gestählt, hatte sich die junge Martinus-Gymnasiastin zudem durch ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk fit gehalten, sodass sie rechtzeitig vor dem Aufbruch zum karnevalistischen Abend im Bürgerhaus zur Fesselung von Dieter Sander aufrufen konnte, sollte ihr dieser gewiefte Kommunalpolitiker doch beim Marsch durch den Ort nicht mehr entkommen.
