Trinitatis-Gemeinde Linz lud zum Festkonzert ein
Ein Gotteslob zum 150. Jubiläum
Vokal- und Instrumentalensembles aus der Gemeinde musizierten unter dem Motto „Lobet den Herren“
Linz. „Wir haben Sie am dritten Sonntag nach Ostern, an Kantate, zu dem Festkonzert ‚Lobet den Herren‘ eingeladen. Kantate heißt ‚singet‘, und gesungen wird überall dort, wo Christen zusammenkommen!“ Mit diesen Worten begrüßte der Linzer Pfarrer Christoph C. Schwaegermann am Nachmittag des ersten Maisonntags die Konzertbesucher in der evangelischen Kirche der Bunten Stadt am Rhein.
Der Grund: In dieser wird seit dem 29. Juni 1865, also seit 150 Jahren gesungen. „Unsere Kirche hier am Grabentor ist nur 20 Jahre nach Gründung der evangelischen Gemeinde Linz, deren Gebiet sich am Rhein von Rheinbreitbach bis Rheinbrohl erstreckt hat, errichtet worden“, blickte Schwaegermann auf das ziemlich ambitionierte Unterfangen der damals noch mehr als überschaubaren Gemeinde zurück.
„In der hat Kirchenmusik schon immer einen hohen Stellenwert gehabt“, so Christoph Schwaegermann, der den vielen Gemeindegliedern dankte, die sich mit ihrer Stimme oder einem Instrument einbringen. Sein besonderer Dank galt aber vor allem dem Team der Chorleiter, Sibylle Schoppmann vom Ensemble „Pura Voce“, Marc Unkel von der Unkeler Kantorei, Christiane Tolle von Singkreis Laudate Bad Hönningen und nicht zuletzt Svetlana Winnekes vom Singkreis Linz sowie vom Trinitatis Kinder- und Jugendchor, die an der Gestaltung und Organisation des Festkonzerts maßgeblichen Anteil hatte.
Das hatte noch vor der Begrüßung durch den Pfarrer mit der Aufforderung „Hearken unto me“ des Londoners Komponisten und Organisten Arthur Sullivan begonnen, bei der Bardo Becker an der Orgel vom Posaunenchor der evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Linz/Bad Hönningen-Unkel/Rheinbreitbach unter Leitung von Erhard Schwarz auf der Empore begleitet worden war. Dann waren mit dem Kinderchor zunächst die jüngsten Sänger an der Reihe.
Zusammen mit dem Jugendchor und den beiden Singkreisen der beiden Gemeindebezirke stimmten die Kinder schließlich das Lied „Wir sind Blumen“ von Georg Riedel an, mit dem sie sich von den Zuhörern verabschiedeten.
Eine Reise durch die Geschichte sakraler Musik
Nach diesen Stücken zeitgenössischer Komponisten ging es weiter mit einer Orgelimprovisation und dem Choral „Gott, wie groß ist deine Güte“ von Johann Sebastian Bach, bei dem Sibylle Schoppmann den Gesangspart übernahm.
Ebenfalls auf der Empore stimmte dann das Ensemble „Pura Voce“ mit „Alta Trinita“ zunächst einen italienischen Hymnus aus dem 15. Jahrhundert an. Nach diesen A-cappella-Gesängen beendete „Pura Voce“, begleitet von Orgelklängen mit dem „Laudate Pueri“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, seinen Solo-Auftritt. Nach diesem intonierte Bardo Becker die Orgelimprovisation „Der Hauch der Stille“, während der Posaunenchor das Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ schmetterte, das Martin Luther wahrscheinlich 1529 zumindest geschrieben, möglicherweise auch komponiert hat.
Zusammen mit „Pura Voce“ trug der Linzer Singkreis dann am Altar das Gotteslob „Laus Deo“ des 1956 geborenen Amerikaners John Leavitt vor, um dann zusammen mir dem Bad Hönninger „Laudate“-Singkreis, der Unkeler Kantorei und dem Jugendchor „A Claire Benediction“ des Briten John Rutter anzustimmen. Zurück in die Vergangenheit führte dann die Kantorei, begannen die Sänger um Marc Unkel ihren Solo-Beitrag doch mit der „Stabat Mater“, von Giovanni Battista Pergolesi. Im Anschluss trugen die Unkeler Sänger „Stars are for those who lift their Eyes“ von Pauline Delmonte vor, um dann zusammen mit allen anderen Sängern sowie dem Posaunenchor das Gospel „May the Lord send Angels“ anzustimmen.
Ohne „Pura Voce“ und den Jugendchor entführten die Sänger und die Bläser dann ihre Zuhörer wieder weit in die Vergangenheit mit dem 1550 geborenen Jakobus Gallus, mit dem sie zu „Preis Dank, Lob Ehr und Herrlichkeit“ aufforderten. Organist Becker bot den Sängern mit einer Orgelimprovisation eine kurze Verschnaufpause, bevor sie mit ihren Zuhörern zum Abschluss des Festkonzertes das bekannte Kirchenlied „Lobet den Herren“ anstimmten.
Am Klavier von Anne Gerreser begleitet, begeisterte der von Svetlana Winnekes geleitete Kinderchor die Konzertbesucher.
