„Junges Forum Klassik“
Ein einzigartiges Opernkonzert entzückte das Publikum in der Oberen Burg
Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln eröffneten den Programmreigen des Rheinbreitbacher Förderkreises
Rheinbreitbach. Ein einzigartiges Opernkonzert begeisterte die Zuhörer: Manfred Königstein hieß die Anwesenden in der Oberen Burg willkommen. Er wünschte viel Freude und Vergnügen. „Junge Künstler musizieren“ war der Rahmentitel einer Reihe von Veranstaltungen in der Oberen Burg von Rheinbreitbach, begonnen am 29. Januar 1995. Seither eröffnen die jungen Absolventen von Meisterklassen der Hochschule für Musik und Tanz Köln alljährlich den Reigen der Programme des Rheinbreitbacher Förderkreises. Seit Jahren bereits unter dem Namen „Junges Forum Klassik“, zunächst unter der Regie von Prof. Edda Moser und seit drei Jahren mit ihrer Freundin, Klesie Kelly-Moog, die ebenfalls Professorin an Hochschule für Musik ist. Sie lobt ihre Studenten stets „Singen können sie bereits, aber Bühnenerfahrung können sie noch brauchen.“ Und darum bietet die Obere Burg mit ihrem Flair und dem musikliebenden Rheinbreitbacher Publikum den willkommenen Rahmen. Dieses Konzert ist der Auftakt für zahlreiche schöne Stunden.
Klesie Kelly-Moog stellte diesmal folgende junge Studenten vor: Elisabeth von Stritzky (Sopran), Katharina Ajyba (Sopran), Anna Wagner (Mezzosopran), Antonio Rivera (Tenor) und am Flügel Yoshiko Hashimoto. Es war ein unvergesslicher Nachmittag in der Oberen Burg. Die Interpreten brachten Arien internationaler Komponisten zu Gehör, ernste, heitere und komische, die das Publikum langsam, aber sicher anheizte und eine super Stimmung im Raum verbreitete. Es wurde viel gelacht, weil die Sänger/Innen nicht nur hervorragende Stimmen haben, sondern auch darum, weil sie noch zusätzlich nicht weniger gute Schauspieler sind. Und das ist Voraussetzung bei dem Beruf eines Opernsängers.
Elisabeth von Stritzky eröffnete mit der Arie der Norina aus Don Pasquale „Quel guardo il cavaliere“ von Gaetano Donizetti den Opern-Nachmittag. Die Sängerin verfügt über eine brillante Sopran-Stimme. Die Pianistin begleitete kongenial und mit viel Feeling. Von W.A. Mozart stammt „Arie und Rezitativ“ der Ilia aus Idomeneo „Quando avran fine omai…padre, germani…“, ein gelungener Vortrag von Katharina Ajyba. Antonio Rivera sang aus der Giuditta „Freunde das Leben ist lebenswert“ von Johann Strauß. Der Sänger hat eine bemerkenswerte Stimme. Die Sänger/Innen waren in bester Laune, von Lampenfieber keine Spur. Das Publikum spendete immer spontanen Beifall. Die Liebe zur Musik konnte man ihren strahlenden Gesichtern entnehmen. Das Publikum war hingerissen.
Die Mezzo-Sopranistin Anna Wagner sang die Arie der Irmentraud aus dem Waffenschmied von Albert Lortzing. Ihre Stimme hat ein ganz gewisses warmes Timbre. Ein besonders schöner und eindrucksvoller Vortrag war das Duett Lakmé / Mallika aus Lakmé „Viens, Malika, les lianes en fleur“ von Leo Deliebes, sehr innig nachempfunden. Anna Wagner und Antonio Rivera rezitierten die Arie des Don Juan „La fleur que tu m’avais jetée“. Die beiden Stimmen harmonierten sehr gut miteinander. Auch Kurt Weill stand mit seinem Lied „Wie lange noch?“ auf dem Programm. Hier hat Elisabeth von Stritzky den Part übernommen. Anna Wagner interpretierte die Arie der Duchesse aus La Grande-Duchesse de Gerolstein „A que j’aime les militars“, ein toller Vortrag. Anna Wagner hatte eine besondere Begabung, sie ist ein Weltmeister im Flirten und das machte sie mit sehr viel Charme. Das Publikum hatte Spaß daran und mit Sicherheit auch die Herren der Schöpfung. Mit rauschendem Beifall bedankte sich das Publikum bei den jungen Musikern für dieses schöne Konzert. UB
