Erste üppige Kaki-Ernte bei Familie Neustein
Ein exotisches Obstbäumchen aus Asien
Götterfrüchte gedeihen am Fuße der Erpeler Ley
Erpel. Rund 60 gelb-orangerot leuchtende Früchte zieren einen kleinen Baum am Fuße der Erpeler Ley. Obwohl dieser im Gegensatz zu dem vielbesungenen Tannenbaum mit den sommers wie winters grünen Blättern längst sein Laub komplett abgeworfen hat, werden die runden „Kugeln“ im Garten von Altbürgermeister Edgar Neustein von etlichen Spaziergängern als für eine wenn auch äußerst eigenwillige Tannenbaumdekoration angesehen. „In Wirklichkeit handelt es sich natürlich um Götterfrucht oder Götterspeise genannte Früchte des Kakibaums“, berichtet Ehefrau Hildegard. Beheimatet ist diese zur Gattung der Ebenholzbäume zählende uralte Kulturpflanze ursprünglich in Asien. Aus China und Japan hat sie dann den Weg nach Süditalien, Südspanien und vor allem nach Israel gefunden, das vor allem die sogenannten Sharonfrüchte exportiert. Anders als die übrigen Kakifrüchte enthalten diese erheblich weniger Tannin, sodass sie auch schon in hartem Zustand verzehrt werden können. „Die Früchte unseres Baumes erinnern mich an die Schlehen meiner Jugend. Damals an der Mosel haben wir immer wieder ausprobiert, wer von uns am meisten der ungemein bitteren Beeren essen konnte, bevor der Frost ihre Gerbstoffe enzymatisch abgebaut hatte, sodass sie zu Marmelade eingekocht oder als Schlehengeist gebrannt werden konnten“, so Edgar Neustein. Nach Erpel in unmittelbare Nachbarschaft zu den östlichen Zwillingstürmen der ehemaligen Ludendorffbrücke gekommen ist der kleine Baum vor rund acht Jahren. „Unser Sohn Christian hat ihn uns damals zu Weihnachten geschenkt. Gekauft hatte er ihn nach einem Praktikum bei einem Landschaftsgärtner“, erinnerte Hildegard Neustein. Nach einer kurzen Zeit im dunklen Garten der Bonner WG habe er den kleinen Baum dann aus seinem Schattendasein erlöst. „Unheimlich hochgewachsen ist er bei uns zwar auch nicht und bislang hat er nach herrlicher Blüte auch immer nur einige wenige Früchte getragen. Entsprechend überrascht sind wir auch über diese üppige Fülle und warten nun auf den ersten Frost, damit unsere ‚Diospyros kaki’ ihre Tannine abbauen und den pelzigen Geschmack verlieren, sodass die auch Dattelpflaume genannten Früchte dann so süß wie Pfirsiche oder Zuckermelone schmecken“, freute sich die Kaki-Gärtnerin auf die bevorstehende Ernte.®
