Linz am Rhein wurde zur Country-Hochburg
Ein fröhliches und friedliches Miteinander
Georg Danter und Nezir Gjocai hatten ein Benefiz-Fedstival zugunsten des Kosovos organisiert
Linz. Mit dem Festival „Country Woodstock I“ hatte Georg Danter im Vorjahr Freunde der Country-Musik nach Linz an der Donau gelockt. Mit dem aus dem Kosovo stammenden Sänger Nezir Gjocai, der in Linz am Rhein ein Bauunternehmen gegründet hat, hatte der „Linzer mit dem Sprachfehler“, wie sich der Österreicher selbst, seine Dialektfärbung entschuldigend, vorzustellen pflegt, am Wochenende eine zweitägige Zweitauflage, dieses Mal aber in Linz am Rhein organisiert.
„Woodstock richtete sich als Festival der Liebe und des Friedens gegen den Vietnam-Krieg“, so Petra Borchers, die die Moderation übernommen hatte. Und schon hatte sie die Sängerin Eva East, deren Auftritt erst für Sonntag geplant war, überredet, mit dem Kris-Kristoffersen-Hit „Me and Bobby McGee“ an Janis Joplin zu erinnern. Im Zeichen der Liebe stand auch „Country Woodstock II“. Die Zustände in seiner Heimat bestens kennend, hat sich Nezir Gjocai das Ziel gesetzt, das „Armenhaus Europas“ zu unterstützen. „Zusammen mit Georg Danter bietet er Ihnen an beiden Tagen kostenlos Darbietungen absoluter Spitzen-Country-Stars aus insgesamt 22 Ländern“, kündigte Borchers an.
So standen am Samstag etwa Michael Gerwien, Countrysänger und Krimiautor aus München auf dem Programm, mit Gitarrist Roland Berger, „Great Appeal“ mit ihrer neuen CD „Oneway-Ticket zur Unendlichkeit“, der Goldene Country-Star 2014 Danny June Smith, die Sieger Goldener Countrystar 2013, Ben und Carmen Steneker aus den Niederlanden und der in Nürnberg lebende Texaner Rick Allen, der diesen Titel 2013 in Deutschland gewonnen hatte, vor den als Country-Senkrechtstarter Europas ausgezeichneten TCU und NRW, die vor dem großen Samstag-Finale den Marktplatz in Stimmung versetzten.
Volles Programm am Samstag
Den beherrschte zunächst allerdings Dean Wolf, der Cowboy aus Gelsenkirchen, den Borchers als Eisbrecher auf die große Bühne vor dem Rathaus schickte. Der heizte den Country-Fans auch gleich mächtig ein. Jeans, ob pur, mit Stars and Stripes oder mit silbrig-glänzenden Nieten besetzt, beherrschten zusammen mit befransten Lederjacken, hohen Cowboy-Stiefeln und tief ins Gesicht gezogenen Stetson-Hüten die Szene auf dem Marktplatz, auf dem Line-Lancer wie die Seven Hills Outlaws oder die Country Bells Zuhörer animierten, mit ihnen zu tanzen. Unterdessen hatte Nezir Gjocai seine Töchter Janina und Luisa mit seiner Spendensammel-Box „zur Musik, die zu Herzen geht,“ zu den Zuhörern auf den Marktplatz geschickt.
Farbtupfer im Kalender
„Unser schönes Linz trägt den Beinamen Bunte Stadt am Rhein nicht nur wegen der farbenprächtigen Fachwerkhäuser, Grund ist auch die Vielfalt der Veranstaltungen, die an diesem Wochenende noch durch einen weiteren Farbtupfer auf der Veranstaltungspalette ergänzt wird“, erklärte der Schirmherr, Stadtbürgermeister Hans Georg Faust bei der offiziellen Eröffnung. Sein Dank galt den Organisatoren des Festivals, die nach der Partnerstadt Linz an der Donau im Vorjahr nun auch Linz am Rhein zwei Tage lang zur Country-Stadt werden ließen. „Country ist in Synonym für Freiheit und Abenteuer, für den musikalischen Ausdruck von Sehnsucht und Bodenständigkeit, während wir mit Woodstock das Gefühl einer ganzen Generation verbinden, die frei von allen Zwängen und ohne Ansehen von Hautfarbe, Religion, Alter und Herkunft das Leben kreativ ausgestalten wollte“, so der Schirmherr. Musik sei das ideale Transportmittel für solche Empfindungen, und Linz am Rhein sei stets ein idealer Standort für fröhliches und friedliches Miteinander, bei dem andere Menschen, denen es nicht so gut gehe, nicht vergessen würden.
Zusammen mit Georg Danter und Petra Borchers stellte Nezir Gjocai das „Country Woodstock-Festival II“ vor.
