Neujahrskonzert in der Stadthalle Linz
Ein musikalisches Feuerwerk
Wie in den Vorjahren gastierte die Jungen Philharmonie Köln in der Bunten Stadt
Linz. Zu ihrem traditionellen Neujahrskonzert hatte die Stadt Linz am Donnerstagnachmittag wieder in die Stadthalle geladen. Zu Gast war dort das siebte Mal in Folge die „Junge Philharmonie Köln“ unter Leitung von Volker Hartung.
Und das junge Ensemble hatte seinem Publikum wie in den Vorjahren ein musikalisches Feuerwerk versprochen.
Es sei der Wunsch der jungen Musiker, nicht nur musikalisch wertvolle Interpretationen der von Meisterwerken zu bieten, sondern darüber hinaus als musikalische Botschafter auch allen Menschen einen Gruß im Geiste der Hoffnung, Freundschaft und Frieden zu übermitteln.
„Das ist auch unsere Botschaft an alle diejenigen, die in den nächsten Wochen und Monaten bei uns Schutz suchen vor Krieg, Verfolgung und Vertreibung. Ihr seid herzlich willkommen“, beendete Karl-Heinz Wölbert, der den Hausherrn, Stadtbürgermeister Hans Georg Faust, vertrat, seine Begrüßung, bevor das junge Ensemble mit dem „Tanz der Stunden“ das Konzert begannen.
Ohne Komplikationen zu Ende spielen konnte es die Balletteinlage aus der Oper „La Gioconda“ jedoch nicht.
Einige Takte vor dem fulminanten Finale brach plötzlich zum Entsetzen der Musiker wie der Zuhörer eine junge Cellistin zusammen. „Nach einer dramatischen Nacht hat sie nur Krämpfe erlitten“, versuchte Volker Hartung zu beruhigen. Endgültige Entwarnung konnte Karl-Heinz Wölbert nach rund 15 Minuten geben.
„The show must always go on. Das ist das Brutale an diesem Beruf“, kommentierte Volker Hartung den Vorfall, der nach dem nächsten Stück nahezu vergessen war. Weiter ging es in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadthalle mit der Ouvertüre Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss, bevor Volker Hartung die Gäste des Neujahrskonzerts mit dem „Salut d’Amour for Orchestra“ von Edward Elgar nach Paris entführte.
Dann schlug die Stunde der Solisten. Zunächst begeisterte der junge russische Tatar Artem Komonov als Violinist bei „Introduktion und Rondo capriccioso“ in a-Moll von Camille Saint-Saëns, bevor der moldawische Panflötist Ion Malcoci bei der „Ungarischen Rhapsodie“ Nr. 2 von Franz Liszt brillierte. Die Kultur des Stummfilms lebte in der Stadthalle auf, als die Musiker ihre Zuhörer zum Besuch „Auf einem persischen Markt“ einluden und mit der Komposition von Albert Ketelbey die Welt der Scheherazade-Märchen aus 1001 Nacht in die Stadthalle nach Linz holten.
Nach der anschließenden Pause setzte das Ensemble, das größtenteils aus Studenten der Musikhochschule Köln besteht, mit dem „Künstlerleben“ von Johann Strauss und dem „Tango“ von Isaac Albinez das Konzert fort. Von Spanien führte die musikalische Reise mit dem „Haunting Rag“ des Texaners Scott Joplin zunächst über den großen Teich, bevor Ion Malcoci die Zuhörer nach den „Tangos Argentine“ mit Niccolo Paganini zum „Carneval in Venezia“ einlud. Von der zauberhaften „Serenissima“ zurück an den Rhein in die Hochburg des Fastelovends.
„An der schönen blauen Donau“ feierten die Musiker schließlich mit Johann Strauss das offizielle Ende ihres Neujahrskonzerts, mit dem sie ihre Zuhören wie schon in den Vorjahren so begeistert hatten, dass sie von diesen nicht ohne Zugaben entlassen wurden.
