Die Erler Antonius-Kapelle: Innen und außen renoviert
Ein schmuckes Gotteshäuschen im neuen Gewand
Im Mittelpunkt der großen Kapelle: Die Figur des Heiligen Antonius aus Padua
Erl. Am Waldesrand von Erl gibt es eine Besonderheit, eine Kapelle - mit Ursprüngen aus dem 18. Jahrhundert -, die kurz vor der Landstraße der „L 253“ liegt. Genau an der Kapelle führte einst ein bedeutender Weg aus dem Westerwald bis hinunter in das Linzer Rheintal vorbei. Viele landwirtschaftliche Produkte wurden aus der Region des Westerwaldes unter sehr beschwerlichen Umständen auch in die Stadt Linz transportiert. Es war auch jene Zeit, als es zu Überfällen kam und auch Banden ihr Unwesen trieben. Nachdem man den gefährlichen Weg durch dunkle Wälder überwunden hatte, war Erl der erste sichere Halt, um zu rasten und inne zu halten. So gab es bereits im Jahr 1733 einen größeren Bildstock an der Stelle, an der jetzt die etwas größere Antonius-Kapelle in Erl steht. Ein alter Holzbalken aus dem Jahr 1733 belegt die Zahl.
Die Antonius-Kapelle wird im Volksmund auch „Vogts-Kapellchen“ genannt. Denn der 1850 in Linz geborene Heinrich Vogt, war ein Verehrer des Hl. Antonius von Padua. Sein Versprechen: Wenn seine vier Söhne den Krieg überleben, wird er an der Stelle der älteren kleinen Kapelle / Bildstock eine neue St.-Antonius Kapelle bauen lassen. So ist es auch ab 1923 geschehen, nach dem Willen ihres Vaters, da die vier Söhne aus dem Krieg heil zurückgekehrten. Viele Landwirte und Bürger aus Erl und der Umgebung halfen bei der Errichtung der neuen Kapelle mit.
Zum Heiligen Antonius
Der weitaus bekanntere Heilige ist der „Hl. Antonius von Padua“. Bereits 1232 wurde er von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Antonius von Padua, geboren 1195 in Lissabon, war zuerst Augustiner-Chorherr, trat aber 1220 bei den Mindernbrüdern zu Coimbra ein und nahm den Namen des Klosterpatrons Antonius an. Er wirkte als gottbegnadeter Prediger in Oberitalien und Südfrankreich. Antonius war ein hervorragender Kenner der Heiligen Schrift und folgte in seiner Theologie besonders Augustinus. Antonius starb am 13. Juni 1231 zu Arcella bei Padua. Seine Gebeine wurden 1263 erhoben und in die neue Basilika zu Padua übertragen. Antonius ist einer der beliebtesten Volksheiligen geworden. Der Hl. Antonius zu Padua ist der Patron der Reisenden, der Bergleute und der Bäcker. Er wird u.a. „angerufen“ wenn man etwas verloren hat, aber auch bei anderen Notfällen.
Viele Renovierungsarbeiten standen an
Die wunderschön restaurierte Figur des „Heiligen Antonius von Padua“ steht natürlich in der nun renovierten Antoniuskapelle auf der Erler Anhöhe, so der Ortsbürgermeister Dieter Sander. Da viele Renovierungsarbeiten anstanden, wurden etliche der erforderlichen Arbeiten auch durch Eigenleistungen erbracht. Finanziert wurde dieses umfangreiche Projekt vorwiegend durch Spenden, aber auch durch Zuschüsse der katholischen Kirchengemeinde Ohlenberg und der Ortsgemeinde Kasbach-Ohlenberg. Zurzeit stehen nur noch einige kleinere Rest-Außenarbeiten an, die jedoch auch in einigen Wochen komplett erledigt sein werden, so Dieter Sander.
Es ist wahrhaftig eine beachtliche Leistung, die hier gemeinschaftlich erbracht worden ist. Die Kapelle erstrahlt wieder im neuen Glanz und dürfte nicht nur Wanderer und Fürbitter anziehen, die etwas verloren haben. Es ist wie eh und je ein Ort der Stille, Beschaulichkeit und der Nachdenklichkeit, der verstärkt Besucher aus Nah und Fern anziehen dürfte.
Die restaurierte Figur des „Heiligen Antonius von Padua“ steht in der Erler Kapelle.
Die Erler Kapelle erstrahlt in neuem Glanz. Fotos: STUHA
