Bruchhausener Heimat- und Geschichtsverein besuchte das historische Archiv
Eine Zeitreise über 500 Jahre
Elf Meter Akten erzählen Bruchhausener Orts- und Kirchengeschichte im AEK
Bruchhausen/Köln. Über 20 Mitglieder und Freunde waren der Einladung des Bruchhausener „Heimat- und Geschichtsvereins“ gefolgt, um eine dokumentarische Reise in die lokale Bruchhausener Orts- und Kirchengeschichte zu unternehmen. Es war insgesamt beeindruckend, wie der Historiker und Archivar des „Historischen Archivs des Erzbistums Köln (AEK)“, Josef van Elten, die Zuhörer für die Arbeit des AEK in seinen Bann zog, insbesondere bei seinen fundierten Ausführungen zu den von ihm ausgelegten Akten, Büchern und Dokumenten von Bruchhausen, die die Zuhörer rundherum begeisterte. Das AEK versteht sich als Einrichtung, die das entsprechende Schriftgut der Forschung zur Verfügung stellt, sich aber auch selbst mit der Erforschung der Kölner Kirchengeschichte befasst und in die Kultur- und Archivlandschaft eingebunden ist. Zu den Besuchspunkten der Bruchhausener Gruppe gehörten eine Einführung in die Arbeit im und mit dem Archiv sowie die Einsicht weiterer ausgelegter Dokumente über Bruchhausen im Lesesaal, im zweiten Untergeschoss, mit dem Magazin der Pfarrarchive, mit Bruchhausener Dokumenten und anderen Deposita. Hinzu kam im Tiefkeller im dritten Untergeschoss die Nachlässe, wo Unterlagen von Professor Ratzinger aus der Zeit des Zweiten Vatikanums eingesehen werden konnten. Des Weiteren wurden besucht: Der Tiefkeller im dritten Untergeschoss mit dem Brand-Technikzentrum, der Tiefkeller im Altbau, zweites Untergeschoss, der alte Tresorraum, „bombensicher“, im Hinblick auf die konventionellen Bomben des Zweiten Weltkrieges. Weitere Besichtigungspunkte im AEK kamen hinzu. Zu den Aufgabenfeldern des Archivars Josef von Elten gehören die Pfarrarchivpflege sowie die Betreuung der Pfarreien im Pastoralbezirk Süd und die Betreuung der internen EDV-Fragen und Zusammenarbeit mit der Netzwerkadministration. Der Archivar erklärt: „Als Pfarrarchivpfleger reise ich seit 1989 überall dorthin, wo eine Pfarrei Probleme mit ihrem Schriftgut hat. Oft geht es um Beratung, meistens um Bewertung (Aussondern nicht archivwürdigen Schriftguts), oft auch um das Fertigen von Findbüchern. Meistens kenne ich die Orte beim ersten Besuch nicht, bin aber immer gut vorbereitet, kenne die Literatur zur Ortsgeschichte, die topographischen Karten, Bilder, wenn vorhanden, die Führer zu den Pfarrkirchen und so hat der Gesprächspartner oft den Eindruck, ich käme aus dem Dorf, das ich allerdings zuvor nie gesehen hatte“. Im Magazin des Archivs stehen 11,5 laufende Regalmeter mit Sachen aus und zu Bruchhausen. Das sind 100 normale und sieben große Archivkartons. Darin stecken insgesamt 1690 Einzelstücke aus der Zeit seit etwa 1585. Die Dokumente werden auf Dauer aufbewahrt, quasi „auf ewig“, so Josef van Elten. Die Dokumente werden durch diverse Sicherheitseinrichtungen geschützt und es erfolgt eine ständige elektronische Überwachung. Jede Anfrage nach bestimmten Schriftstücken wird relativ schnell beantwortet.
