Strahlender Sonnenschein lockte Hunderte von Besuchern zum dritten Linzer Martinimarkt
Eine faszinierende Kombination aus herbstlichem Angebot und „Linz leuchtet“
Linz. Eine Woche vorverlegt startete der Linzer Martinimarkt und damit erwischte die Bunte Stadt am Rhein zumindest an den beiden Haupttagen ein Wochenende, an dem sich der Monat den Namen „Goldener Oktober“ wahrlich verdiente. Damit konnte die Linzer Werbegemeinschaft, die von der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz unterstützt wurde, bei ihrem dritten Martinim-arkt nur bedingt das Versprechen einlösen, den Besuchern vorweihnachtliches Flair zu bieten, auch wenn der Händler an dem Stand nahe der Mariensäule mit Holz-Engelchen, -sternen- und –glocken sowie Tannenbäumen an das näher rückende Fest erinnerte.
Eingelöst aber wurde allemal das Versprechen hinsichtlich eines ausgesprochen bunten Markttreibens, für welches die Organisatoren mit dem Veranstaltungsservice Michael Schuch wieder einen kompetenten Partner an ihrer Seite geholt hatten. Als besondere Highlights hatte er in diesem Jahr nicht nur Alpakas nach Linz eingeladen. Auch Flohzirkusdirektor Gilbert war wieder mit „Madame Fifi“ aus dem „Moulin Rouge“ in die Bunte Stadt gekommen, um seine bezaubernd kleine Artistin eine hohe Plattform ersteigen zu, von der sich diese dann mit einem dreifache Salto Mortale in ein Wasserbecken stürzte. Tierische Hauptattraktion waren wie im Vorjahr die mächtigen Graugänse, deren Vorfahren vor Jahrhunderten von Pommern nach Toulouse ausgewandert waren. Mit ihrem ausgesprochen würdevollen Geschnatter lockten sie die Besucher immer wieder an ihr weißes Gatter. Nicht, dass sie den dort residieren Bürgermeister wie einst die Römer auf dem Kapitol vor Feinden warnen wollten, vielmehr freuten sich die imposanten Tiere auf die beiden Musikclowns aus den Niederlanden. Folgsam watschelten hinter diesen im Gänsemarsch über den Marktplatz bis hinunter zum Burgplatz, um dann der „Bäuerin Agnes“ auf dem Buttermarkt ihre Reverenz zu erweisen.
Kulinarische Vielfalt begeisterte
Dabei störte sie die gefährliche Nachbarschaft des Riesengrills keineswegs, wurde auf dessen Meterspieße doch nur Fleisch von Schwein, Rind und Pute aufgezogen. Ganz in der Nähe hatte auch die „Feldbeckerey“ Quartier bezogen, in deren Ofen neben Kräuterfladen vor allem Pfaffenglück und Nusszopf gebacken wurden, während vom Fischstand der würzige Geruch von Flamm-Lachs über den Marktplatz wehte.
Andere Händler hatten Fruchtaufstrich in nahezu exotischen Kombinationen wie etwa Ananas mit Kokoslikör im Angebot, während gegenüber nicht nur riesige Marzipan-Wurstbrote, sondern auch Traktoren und Handtaschen sowie ein Maler-Set mit Pinsel und Palette aus leckerer Schokolade Leckermäuler begeisterten. Nicht nur gesunden Honig aus deutschen Landen hatte der Imker mit nach Linz gebracht. Zu seinem Angebot zählten auch Met und Bärenfang. Wesentlich schärfer ging es da am Nachbarstand, an dem etwa „Kölsch-Mostert“ Bierseidel der unterschiedlichsten Brauhäuser aus der Domstadt feilgeboten wurden, während sich die Besucher an der Rheinstraße mit Wildschwein-Schinken und Hirschgulasch für das Festmahl an Weihnachten eindecken konnten.
Aber natürlich wurden nicht nur kulinarische Dinge angeboten. Einige Herren deckten sich an den zahlreichen Schmuckständen mit Weihnachtsgeschenken für die Liebste oder am Holzspielzeug-Stand sowie bei den niedlichen Kuscheltieren für den Nachwuchs ein. Währenddessen erwarben vorausschauenden Damen beim Filzer breite Stirnbänder, Kappen und Mützen mit sorgsam vernähten Filzblumen, Jacken und Mäntel, um vor zukünftiger Eiseskälte geschützt zu sein. Linderung bei Erkältung versprachen auch die Lavendelkissen, die neben etlichen Kräutern sowie Rosen- und Verbenen-Seife ebenso angeboten wurden wie frische und geräucherte Knoblauchknollen.
Ab der Dämmerung tauchten wieder 48 farbwechselnde Architekturscheinwerfer und 13 Strahler mit festen Farben markante Sehenswürdigkeiten der malerischen Linzer Altstadt vom Rathaus über das Neutor bis zur Burg Linz in ein Wechselspiel der Farben. „Der Linzer Martin Kohl und Marcus Bochert aus Rheinbrohl haben dem Vorsitzenden des Fördervereins Sankt Martin, Peter Gillrath, 2011 die Idee nahe gebracht, die Kirche für ein Konzert in ein beeindruckendes Farbenspiel zu tauchen. Das hat mich dann auf die Idee gebracht, die gesamte historische Altstadt Linz als eine Art faszinierende Lichtoper zu inszenieren“, erinnerte sich der Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz, Thomas Herschbach - die Lichtergala „Linz leuchtet“ war geboren.
Auch kölsche Lieder passen bestens in eine Kirche
In diese einbezogen war auch dieses Jahr entsprechend wieder die ehrwürdige Martinskirche, deren Innenraum durch zwölf bewegte Effektscheinwerfer im Wechsellicht illuminiert wurde. Hinzu kamen rund 30 LED-Strahler, mit denen unterschiedlichste Farben erzeugt wurden, sowie zwei Nebelmaschinen, damit die Strahlen der Scheinwerfer im Raum sichtbar gemacht werden konnten. Dabei wurde der optische Effekt noch durch musikalische Akzente unterstrichen.
So schlug etwa die Linzer Sängerin Ruth Zimmermann in Begleitung von Detlef Anders, Urs Exner, Johannes Weiss sowie weiteren Gästen unter dem Motto „Swing and Praise“ einen musikalischen Bogen vom traditionellen Gotteslob über Lieder aus dem Bereich des neuen geistlichen Liedes bis hin zu Jazzballaden. Zudem durften sich die Besucher der Basilika wieder spezieller Lichtshows erfreuen. In diesem Jahr wurde bei der „Kölsch“-Show belegt, dass Titel der Bläck Fööss und der Höhner, der Räuber und von Willi Millowitsch bestens in eine Kirche passen, während am späten Sonntagnachmittag Christoph Sötsch aus Bonn sein „Orgelkonzert im Lichterschein“ erklingen ließ.
Lange Schatten warfen Stände und Besucher angesichts der strahlenden Sonne eines „Goldenen Oktobers“. Fotos: DL
