Tag der Kirchenmusik in Sankt Severinus
Entführung in die Barockzeit
Konzert fand bereits zum 42. Mal statt
Erpel. Den Bläsern um Dominik Arz war es vorbehalten, von der Orgelempore in Sankt Severinus das traditionelle Konzert zum Tag der Kirchenmusik zu eröffnen. Zu dem hatte der Kirchenchor der Gemeinde zum zweiten Advent seit 1973 jedes Jahr eingeladen, um mit diesem Abend die Kirchenmusik wieder stärker ins Bewusstsein zu bringen und bei den Zuhörern Freude an ihr zu wecken. Außerdem hatte der Chor damit auch die Hoffnung verbunden, Interesse am Mitsingen wecken zu können. Da ihm dies offensichtlich nicht gelungen war, hatte er schon die beiden zurückliegenden Jahre in der Chorgemeinschaft der Seelsorgegemeinschaft unter der Leitung von Kirchenmusiker Martin Monter mitgearbeitet, bevor sich nun unter dem Motto „Musik verbindet“ der „Kirchenchor im Seelsorgebereich Unkel“ neu formiert hat. „Während heute Abend der Kammerchor mit den Solisten Daniela Falkenhagen, Sopran, Doris Papenberg, Alt, Stefan Kliemt, Tenor, und Sebastian Krings, Bass, sowie den Streichern und Bläsern von der Agundo-Musikschule und mit Gertrud Murr-Roth am Cembalo für eine facettenreiches Konzert sorgen, kann man den neuen Chor des Seelsorgebereichs am Sonntag in der Festmesse mit adventlichen Chorsätzen hören“, informierte der Vorsitzende Hans Simon die Besucher vor Beginn des Konzertes, bevor diese vom Sprecher des neuen Chors, Uwe Küster, begrüßt wurden.
„Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt!“
So lautete der Titel des diesjährigen Konzertes, und schon stimmte der Kammerchor zusammen mit dem Streicher-Ensemble um Agnieszka Sokol-Arz den Kanon nach Jesaja 60,1 an, wobei Kirchenmusiker Martin Monter, der auch die Gesamtleitung des Konzertes hatte, die Zuhörer in den Wechselgesang mit einbezog. Weiter ging es mit dem „Gebet zu dem ersehnten Heiland“ des Italieners Giuseppe Valentini (1681-1753), mit dem die Pantaleon-Sänger die Konzertbesucher weit zurück in die Barockzeit entführten. In dieser war auch der Nürnberger Komponist Johann Pachelbel (1653-1706) aktiv, dessen bekanntestes Werk, den Kanon in D-Dur, die Streicher intonierten. In Pachelbels Heimatstadt war auch der Franke Wolfgang Carl Briegel (1626-1712) ausgebildet worden, bevor er 1660 Hofkantor in Gotha und zehn Jahre später Hofkapellmeister in Darmstadt wurde. Von ihm brachten die Streicher zusammen mit dem von den Solisten unterstützten Sängern die Kantate zum ersten Advent zu Gehör. Gleich zwei Werke von Arcangelo Corelli (1653-1713), dessen erbittertster Rivale in Rom Giuseppe Valentini gewesen sein soll, hatte Monter für das Konzert ausgesucht. Zunächst erklang das Preludio aus der Sonate 1-Moll, Opus 5, Nummer 8 des bei Faenza geborenen Komponisten, mit dem Geiger David Jung als Solist brillierte. Anschließend trugen die Streicher um die Solo-Geigerinnen Agnieszka Sokol-Arz und Lore Gry die Pastorale aus dem Concerto grosso, g-moll, Opus 6, Nummer 8 des Künstlers vor, der ab 1675 in Rom als „Il Bolognese“ Karriere machte.
Von der Ewigen Stadt nach Sachsen
Von den Ewigen Stadt nach Sachsen entführte der Kammerchor zusammen mit den Streichern die Konzertgäste dann mit der Kantate „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ des Barockkomponisten Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749). Nach dem zum 19. Sonntag nach Trinitatis komponierten Werk des Gothaer Hofkapellmeisters erklang mit den ersten drei Strophen des Adventsliedes von „Es kommt ein Schiff, geladen bis an den höchsten Bord“ zum Abschluss des Konzerts der zu den ältesten deutschsprachigen geistlichen Gesängen gehörende Choral.
Vor dem Altar von Sankt Severinus intonierten der Kammerchor und die Streicher barocke Kirchenmusik.Foto: dl
