Das Jubiläums-Biwak der Jrönn-Wiessen lockte Tausende Jecken auf den Linzer Markt
Erlös und Spenden gehen an die „Hangrutsch-Initiative
Linz. Im Sternmarsch marschierten die Linzer Corps am Sonntagmittag, mit Pauken und Trompeten unterstützt von ihren Musikzügen, auf den Marktplatz, um dort das Jubiläums-Biwak der Grün-Weißen Husaren zu beziehen. Mit dabei natürlich auch das Funkencorps Blau-Wiess unter Kommandant Bernd Rechmann und den beiden Ehrenkommandanten Wolli Klein und Rudolf Honnef. Dieses Mal wurden sie aber nicht nur vom Tambourcorps Ohlenberg musikalisch unterstützt. Begleitet wurden sie auch von ihren Freunden vom Comité de Mi-Carême aus Pornic, der französischen Partnerstadt von Linz. Die Freundschaft zwischen den Karnevalisten der Partnerstädte besteht nun schon seit 27 Jahren und ist ein fester Bestandteil der engen Verbindung zwischen den beiden Städten Linz am Rhein und Pornic in der Bretagne. Das Organisationskomitee auf Linzer Seite unter Leitung von Thomas Balasus und unter Mitwirkung von Rudolf Honnef, Hans Majewski, Martin Orawetz, Maria Hellmayer und dem Ehrenvorsitzenden des Komitees, Wolli Klein, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Freundschaft weiter zu pflegen und die wechselseitigen Besuche der Karnevalisten in Linz und in Pornic zu ermöglichen.
„Diese freundschaftliche Verbindung ist ein sichtbares Zeichen der Völkerfreundschaft und hat viele Menschen aus Deutschland und Frankreich eng zusammen geführt. Durch die wechselseitigen Besuche ist die Freundschaft immer tiefer geworden und hat einen wesentlichen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zur Sympathie geleistet“, so der Ehrenkommandant von Blau-Wiess, Wolli Klein. Dies belegten die 30 Gäste aus der Pornic vom Comité de Mi-Carême, die zum diesjährigen Fastelovend-Endspurt angereist waren, an der Spitze Roi, Ludo I. du Carneval de Pornic, Ludovic Clavier, mit seiner Reine, Schana Menry, samt der Ehrendamen, Ludivine Foucher und Laura Ferré sowie der Präsident vom Comité de Mi-Carême, Laurent André, mit den Vize-Präsidenten René Gris und Laurent André. Die Stadt am Atlantik wurde von der Beigeordneten und Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses, Christane van Goethem, vertreten sowie von Gaétan Eveillard, dem Direktor der Tourismus-Gesellschaft Pornic.
Vorstellung der Benefiz-Audio-CD
Sie alle wurden Zeuge wie Nihat Kökce als Kommandant des Jubiläumscorps um Prinz Tobi I. „von der jrönn-wiessem Husarenfamillich“ in seiner Begrüßung von der großen Bühne die große Zahl der Jecken auf dem Marktplatz über die Benefiz-Audio-CD „PackAn“ informierte. „Nach einer Spende ab 10 Euro bekommt Ihr hier am Stand neben der Bühne dieses hinreißende Musikstück geschenkt, deren Akteure ihr zudem auch noch erleben könnt“, animierte er die teils bunt kostümierte Narrenschar, mit der Audio-CD die Familie Trier zu unterstützen, die bei dem Hangrutsch am Kaiserberg Anfang des Jahres ihr ganzes Hab und Gut verloren hatte.
„Schenk mit dein Herz, nur die Liebe zählt“, intonierte die Band „Uhles Underground“ mit Jannik Burkard und Thomas Reuter als Sänger, während die Stadtsoldaten ihre dampfende Gulaschkanone festzurrten. Da war kaum noch ein Platz frei zwischen den vier großen Pavillons, die den Marktplatz zwischen der Bühne und der Mariensäule säumten. Nur wenige Meter unterhalb des Bürgerbrunnens hatten der Elferrat und die Möhnen den Bon-Pavillon aufgebaut, an dem sich auch die Biwak-Besucher drängelten, die auch Interesse an der Audio-CD hatten.
Erlös des Biwaks und die Spenden für ‚PackAn‘ fließen auf das Spendenkonto der Initiative ‚Handrutsch Kaiseberg‘
Der Musikzug „Blechjedöns“ des Tanzcorps Rote Husaren löste „Uhles Underground“ auf der großen Bühne ab und holte mit dem Sound-Track von 007 den legendären James Bond auf den Marktplatz, um dann den Höhner-Hit anzustimmen: „Hey Kölle, du ming Stadt am Rhing, do bes en Stadt met Hätz und Siel, Hey Kölle do bes e Jeföhl!“ Jede Menge Gefühl, genauer Mitgefühl hatten auch die Linzer angesichts des Schicksals der Familie Trier bewiesen. „Der komplette Erlös des Biwaks und natürlich die Spenden für ‚PackAn‘ fließen auf das Spendenkonto der Initiative ‚Handrutsch Kaiseberg‘“, versicherte Dieter Korf vom DRK-Ortsverein einem Biwakbesucher. Je nachdem, wie erfolgreich diese Veranstaltung verlaufe, könne die Familie Trier bereits an den Kauf des von ihr ins Auge gefassten Hauses gehen, so überwältigend sei die Spendenbereitschaft gewesen, berichtete er, während Nihat Kökce gerade das Funkencorps Blau-Gold auf dem Marktplatz begrüßen konnte. Mit dem WM-Hit „Ein Hoch auf das, was vor uns liegt, ein Hoch auf das, was uns vereint“, setzte Uhles Underground sein Programm fort, bis Nihat Kökce die Schüler der Gebrüder Castenholtz-Grundschule auf die Bühne rief, die unter Anleitung von Josef Reuter den Refrain für die Benefiz-CD gesungen hatten. „Vor 21 Jahren haben Norbert Reul, Jupp Reuter, Johannes Mesenholl, Hans-Walter Burkard, Johannes Antweiler, Christian Hausen, Urs Exner und ich als Linzer ‚Kamell-Kapell‘ angesichts der Hochwasseropfer in Linz gefragt: Wer hilft gegen nasse Fööss? Jetzt haben der Texter und Komponist, Norbert Reul, Martin Kökce und ich innerhalb von nur zehn Tagen die aktuelle Neuauflage abgemischt“, berichtete er. Man habe dabei den Eindruck gehabt, ganz Linz sei dabei gewesen, so Reuter, während sich auch die Solosänger zu den Schulkindern gesellten. Und schon hieß es: „Wenn de helfe kanns, pack an un schwaad nit nur davon. Nimm de Händ us d’r Täsch - pack an!“
Solosänger und Grundschüler stimmten auf der großen Bühne das PackAn-Lied an.
