„Rhein in Flammen“ lockte erst zu später Stunde Besucher an die Flussufer
Farbenfrohes Spektakel sorgte für eine tolle Rhein-Uferparty
Linz/Unkel. Nicht erst zu einer groovig-funkigen Rhein-Uferparty ab 20 Uhr hatte die Bunte Stadt am Rhein zur Großveranstaltung „Rhein in Flammen“ eingeladen. Bereits ab 13.30 Uhr konnten große und kleine Kicker unter fachkundiger Leitung des VfB Linz im Stadtgarten beim Cage-Soccer ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Am Nachmittag übernahm dann DJ „Rick van Beat“, die Unterhaltung auf der Rheinwiese, bevor die Band „Plenty Fourty“ einen Cocktail aus Soul, Funk und Blues präsentierte.
Kaum ein Platz war auf den idyllischen Plätzen in der Altstadt zu finden, vor allem nicht, wenn diese noch sonnenverwöhnt waren.
Auf den Rheinwiesen herrschte wieder Hochbetrieb
Dass jedoch der Sommer noch auf sich warten ließ, das bewiesen die Temperaturen, die rapide in den einstelligen Bereich sanken, als die Sonne langsam hinter den Hügeln im Westen unterging. Da herrschte beim traditionellen Mai-Grillfest des Bürgervereins von Erpel auf der Rheinwiese längst Hochbetrieb und auch die Feuerwehrkameraden von Kasbach hatten an der Salzhalle alle Hände voll zu tun, ihre zahlreichen Gäste am Imbisswagen zu versorgen. Nicht weit davon entfernt, am Basaltverladeplatz, hatte Kreisfeuerwehr-Inspekteur Werner Böcking mit seinen Mannen wieder Station bezogen.
„Mir sin herrlich bekloppt, tragen et Hätz op d’r Zung und han nur Musik im Kopp“, stellte sich kurz nach 20 Uhr die „Bloss mer jet und Bums Kapell“ in Linz vor. Ganz allmählich wurde es voller an der Promenade der Bunten Stadt am Rhein, galt es doch, sich einen guten Platz für das Höhefeuerwerk zu sichern. Lange bevor das gezündet wurde, erstrahlten ausgewählte Fassaden an der Unkeler Rheinpromenade in Rot und Blau.
Den Fronhof im Norden, das Hattingen- und das Freiligrath-Haus, das Paxheim und Sankt Pantaleon sowie den Gefängnisturm hatte der Berliner Petermichael Metzler in seine Lichtinstallation einbezogen. Feuer und Wasser symbolisierend, erglühten die Gebäude in verschiedenen Rottönen vom warmen Orange bis zum kühlen Rotviolett, während eine unterbrochene horizontale Linie die Stadtmauer von Tiefdunkelblau über Azur bis Türkis-Blaugrün als unterbrochenen Strich markierte.
Schiffe mussten wieder die „Ludendorffbrücke“ passieren
Erste Lagerfeuerchen flackerten da auch unmittelbar an den freien Plätzen am Rheinufer auf, sodass zwischen den Orten die bekannte Campingplatzstimmung aufkam. Dicht an dicht drängten sich inzwischen auch am Linzer Donau-Ufer die Besucher, als pünktlich um 21.45 Uhr glitzernde Fontänen über dem Rheintal in die Höhe stiegen, um danach als Goldregen den Fluss erglühen zu lassen. Lang gezogene Kamuro-Weiden und farbenfrohe Schmetterlinge, violette Palmen und riesige Herzen, feingliedrige Silberspinnen und blutrote Chrysanthemen zündete Pyro-Techniker Helmut Reuter, während allein in Linz 160 Bengalleuchten gespenstig-flackernd die Stadt in Brand zu setzen schienen und sich der Konvoi der festlich geflaggten und bunt illuminierten Schiffe langsam auf seinen Weg Richtung Bonn aufmachte, wobei er am Fuße der Erpeler Ley wieder die per Laserinstallation „rekonstruierte“ Ludendorffbrücke passieren musste.
