Die Carl Loewe-Musiktage des Geschichtsvereins Unkel e.V.
Faszinierendes Konzert zur Eröffnung
Unkel. Auch in diesem Jahr finden die Carl Loewe-Musiktage statt, die mit auserlesenen Konzertveranstaltungen an den Komponisten erinnern. Der Geschichtsverein Unkel e.V. veranstaltet die Carl Loewe-Musiktage jährlich seit 1995. Die Musikalische Leitung obliegt Marc Unkel und die Organisation der Konzerte hat die ehemalige Vorsitzende Heide Lorenz übernommen. Der 1. Vorsitzende des Geschichtsvereins e.V. Dr. Piet Bovy hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und stellte die Solisten vor: Masami Tanaka (Sopran), Franz Reichetseder (Bass) und Johanna Motter (Klavier). Die drei Musiker kommen vom Staatstheater Braunschweig. Reichetseder, der schon über 15 Jahre zu den Musiktagen nach Unkel kommt und sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreut, brachte immer wieder versierte Sopranistinnen mit. Diesmal ist es die bezaubernde Masami Tanaka, die die Herzen des begeisterten Publikums im Flug eroberte. Mit dem Konzert, unter dem Titel „Loewe, Dvorák und der Orient, Arien, Duette und Balladen“ wurde der musikalische Reigen der Veranstaltungen eröffnet. Franz Reichetseder begann mit dem tristen Psalm „Rings um den Herrn sind Wolken und Dunkel“, was er mit seiner schönen und klangvollen Stimme vorgetragen hat. Anders klingt es in „Sieh auf mich, denn Du bist mein Schutz und Schild“. Masami Tanaka rezitierte den Psalm „Gott höre mein inniges Flehen“. Sie ist ein Freund der leisen Töne, kann aber auch temperamentvoll im Forte singen, wenn die Komposition es erfordert. Die Duette erfreuten sich großer Beliebtheit. „Herr, o mein Gott, lass ein neues Lied mich Dir singen“. Die Stimmen der beiden Interpreten waren sehr harmonisch und kongenial. Johanna Motter ist eine einzigartige Pianistin, die sich der Musik verschrieben hat. Zwischen den drei Musikern herrschte große Harmonie, sie sind hervorragend aufeinander eingestimmt.
Den bemerkenswerten Psalm „An den Wassern von Babylon“ hat Reichetseder ausgezeichnet nachempfunden. Neben seiner einzigartigen Bassstimme ist er auch ein großartiger Schauspieler, der über ein sehr lebendiges Minenspiel verfügt. Nun folgen die Lieder aus dem Singspiel „Die drei Wünsche“ von Carl Loewe. Der Textdichter dieser Komposition war Ernst Raupach (1784-1852). Dem Inhalt liegt ein orientalisches Märchen zugrunde. Das nächste Duett ist „Fatme Zadig „Als wir noch jung an Jahren“ ist eine heitere, flotte Komposition. Fatme wünscht sich die ewige Jugend, aber ihr Mann ist dagegen. Die Arie Bathmendi „Ihr Thoren wollt das Glück euch wählen“, kein einfacher Vortrag, hat Reichetseder mit Bravour interpretiert.
Hier stellte er wieder sein schauspielerisches Können unter Beweis. Masami Tanaka brachte die Arie Suleima „Romanze“ zu Gehör, wiederum ein gelungener Vortrag. Das Publikum war hingerissen von so viel Musikalität. Mit den nächsten Zyklus „Hebräische Gesänge“ von Carl Loewe nähert das bezaubernde Konzert sich seinem Finale. Textdichter ist der englische Lord Byron (1788 - 1824) ist auch schottischer Abstammung. Reichetseder interpretierte „Wär´ ich wirklich so falsch?“, ein Liebeslied und „An den Wassern zu Babel“ eine Gefangenenklage mit viel Pathos.
Die Sopranistin hat die Gesänge „Totenklage“ und „Herodes´ Klage um Marianne“ mit viel Feeling nachempfunden. Franz Reichetseder brachte „Saul vor seiner letzten Schlacht“, „Weint um Israel“, „Belsazars Gesicht“ zu Gehör.
Eine beeindruckende Interpretation von Masami Tanaka war „Tränen und Lächeln“ innig vorgetragen, „Jordans Ufer“, „Alles ist eitel, spricht der Prediger“. Weitere Gesänge waren „Die Sonne der Schlaflosen“, „Eliphas Gesicht“, „Sie geht in Schönheit“, „Jephthas Tochter“. Das Finale bildete das Duett „Die häh`re Welt“, eine wunderschöne Melodie und einzigartige Interpretation. Franz Reichetseder brachte das wundervolle Lied „Die Uhr“ von Carl Loewe mit einem Text, bei dem man eine Gänsehaut bekommt. Masami Tanaka das innige Liebeslied einer Elfenkönigin „Tom der Reimer“ von Carl Lowe, eines der schönsten Lieder des Komponisten.
