Allgemeine Berichte | 24.06.2014

Königsschießen in Unkel-Scheuren

Frauen-Power schießt den Vogel ab

In Beisein von Prinzgemahl „Lala“ und dem Vorsitzenden Jörg Schröder übergab Peter Srol Sigrid Braun die Königskette. DL

Unkel. Hochbetrieb herrschte ab Sonntagmittag auf dem Dorfplatz von Unkel-Scheuren. Dorthin eingeladen zum Königsschießen hatten der Junggesellen- und Jungmädchenverein des Unkeler Stadtteils um den Vorsitzenden und noch amtierenden König, Eric Strunk, sowie der Sankt-Joseph-Bürgerverein um den Vorsitzenden Jörg Schröder. Als „Opfer“ hatte sich der JM-JGV dieses Jahr „Cubby“, den kleinsten der Gummibärenbande auserkoren, auf den sie im Schatten ihres „Doms“ unter der Aufsicht des jüngsten Ehrenmitglieds des Bürgervereins, Heribert Selzer, jeweils dreimal in Folge anlegten.

Schon mit dem fünften Schuss hatte Niclas Richarz das Gummibärchen geköpft, bevor er nur einen Schuss später Cubby auch den linken Arm raubte. Der Traum des Kleinen, einmal Ritter zu werden, war dann endgültig ausgeträumt, nachdem Michael Koch schon mit dem siebten Schuss den Schwert tragenden rechten Arm zu Fall brachte. Lukas Schmitz schoss ihm dann mit dem 24. Schuss die Beine ab und machte so den Weg frei für das eigentliche Königsschießen, das von Eric Strunk eröffnet wurde.

Dabei leistete der kleinste der Gummibären den fünf Schützen, darunter aus der Schar der Jungmädchen auch Verena Braun, erbitterten Widerstand. Erst nach rund 60 Minuten zuckte der durchlöcherte Rumpf bedrohlich, dessen Stunden gezählt waren. Von seinen Leiden erlöst wurde Cubby dann endlich von Verena Braun, die zur Freude ihres Königs, Niclas Richarz, den zerfetzten Rumpf um 13.20 Uhr mit dem insgesamt 248. Schuss zu Fall brachte.

Als erheblich zäherer Vogel erwies sich der ebenfalls von Verena Brauns Vater Michael gebaute Königsadler des Bürgervereins. Zwar brachte Volker Thomallas schon mit dem 14. Schuss den Kopf zu Fall, dann aber dauerte es lange, bis derselbe Schütze 98 Schüsse später den linken Flügel abschießen konnte. Markus Patterer war es vorbehalten, mit dem 187. Schuss die rechte Tragfläche abzuschießen, bevor Christoph Rechmannen dem nun flugunfähigen Adler mit dem 219. Schuss den Schweif abschoss. Damit konnte Noch-Bürgerkönig Peter Srol mit dem ersten Schuss auf den Rumpf auch das eigentliche Königsschießen des Bürgervereins eröffnen. Und das zog sich hin, bis Jörg Schröder um 15.57 Uhr nach dem 385. Schuss Sigrid Braun hochleben lassen konnte. „Wir haben eine neue Bürger-Schützenkönigin“, jubelte er, bevor Peter Srol die Mutter der Junggesellen-Königin mit der Königskette als seine Nachfolgerin inthronisierte. Der zum Prinzgemahl degradierte Michael „Lala“ Braun schwärmte von der Frauen-Power in seiner Familie und drehte mit seiner Königin und den Majestäten des Junggesellen- und Jungmädchenvereins einen Walzer vor dem Dom. Den offiziellen, mit dem der Königsball eröffnet wird, können die Gäste der Scheurener Sankt-Josephs-Kirmes dann am Samstag, 5. Juli, ab 20 Uhr im Festzelt im Anschluss an den Königszug ab 18 Uhr miterleben. Bei einer deutschen Beteiligung am Viertelfinale startet der Ball allerdings bereits um 16 Uhr. Ihre eigenen fußballerischen Qualitäten stellen Junggesellen und Bürger bereits am Vormittag ab 11 Uhr auf dem Bolzplatz hinter dem Sankt-Pantaleon-Kindergarten beim traditionellen Fußballturnier unter Beweis.

In Beisein von Prinzgemahl „Lala“ und dem Vorsitzenden Jörg Schröder übergab Peter Srol Sigrid Braun die Königskette. Foto: DL

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