UTAMARA e.V. in Kasbach-Ohlenberg
Frauen eine eigene Stimme geben
Frauenbegegnungsstätte hatte zum Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten aus weiblicher Sicht aufgerufen
Kasbach-Ohlenberg. Durch die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA wurde unter dem Titel „Jede Frau hat eine Geschichte“ Frauen zum zweiten Mal zum Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten aufgerufen.
Die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. hat zwischen dem 25. November 2012, dem Gedenktag zum Kampf und zur Solidarität gegen die Gewalt an Frauen, und dem 8. März 2013, dem Internationalen Frauentag, den Aufruf „Jede Frau hat eine Geschichte“ zum Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten gestartet. Anlass dazu ist die Überzeugung, dass jede Frau eine Geschichte hat, die darauf wartet, aufgeschrieben zu werden.
Ziel des Aufrufs war es, Frauen zum Schreiben zu ermutigen, und der Geschichte einer jeden Frau, die sie aus ihrem Leben erzählt, eine Bedeutung zu geben und diese so an andere Frauen weiterzutragen. Es ist uns bekannt, dass viele Frauen ihre Trauer, ihre Freude und ihre Träume noch nicht verschriftlicht haben. Die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA wollte mit diesem Aufruf erreichen, dass Frauen das, was sie nicht laut aussprechen können, in Schriften miteinander teilen. Und das wichtigste Ziel ist es, dabei zu unterstützen, dass Frauen die Dokumentation ihrer eigenen Lebensgeschichte übernehmen.
Durch die Geschichten ist es möglich, sich über die gegen Frauen gerichtete Gewalt und deren Widerstand dagegen bewusst zu werden. Auch werden durch die Geschichten unterschiedliche Erlebnisse aufgedeckt und bekannt.
Die Tatsache, dass man die Geschichten aus den geschriebenen Zeilen von Frauen in sich aufnehmen kann und dass damit ein Schritt in die Niederschreibung der ungeschriebenen Frauengeschichte gemacht worden ist, trifft das Ziel der Veranstaltung.
Der erste Aufruf „Jede Frau hat eine Geschichte“ für Gedichte und Kurzgeschichten von Frauen war anfänglich als Wettbewerb geplant. Später hat sich jedoch herauskristallisiert, dass Frauen nicht ihr Leben, ihre Tragödien und ihre Träume gegeneinander wetteifern lassen möchten. Die Veranstaltungsform hat somit weit von dem Gedanken eines Wettbewerbs entfernt. Aus diesem Grund wurde jede zugesandte Geschichte, jedes Gedicht, also jeder Versuch, etwas zu schreiben, als ein für sich verewigter Wert betrachtet und ist in den Augen der Veranstalterinnen jeweils einen ersten Platz wert.
Gemäß den der Veranstaltung zugrunde liegenden Teilnahmebedingungen haben uns 20 kurdische, 20 türkische und 37 deutsche Werke erreicht. Für jede Sprache wurde eine gesonderte Jury zusammengestellt. Unter den Zusendungen befanden sich sowohl von Professionellen als auch von Laien geschriebene Werke.
Einige der begutachteten Werke wurden aufgrund einer frauenfeindlichen Schreibweise ausgeschlossen. Ein weiteres Manuskript, das nicht mit aufgenommen wurde, war eine bereits veröffentlichte Geschichte. Alle weiteren zugesandten Werke werden in Kürze unter dem Titel „Jede Frau hat eine Geschichte“ für ein Buch vorbereitet und somit an alle Frauen und die Welt weitergetragen. Zudem werden alle Teilnehmerinnen ein solches Buch und weitere Geschenke erhalten.
