Die „Melodisteln“ gastierten in Unkel bei „Kultur im Freibad“
„Frauen sind nicht schwierig!“
Programm von Martina Göhring und Ernst Seitz fand leider nur wenig Publikum
Unkel. Erst vor wenigen Tagen hatte Verbandsbürgermeister Karsten Fehr die Bürger eingeladen, sich Gedanken über die zukünftige Nutzung des Unkeler Freibadgeländes zu machen. Am letzten Samstag des Wonnemonats wurde mit der Show des Duos „Die Melodisteln“ mit Musik-, Theater- und Kabaretteinlagen, einer gemeinsamen Veranstaltung der Stadt und des FC Unkel 80, eine der Möglichkeiten aufgezeigt. Wahrgenommen wurde diese jedoch von nur wenigen Zuschauern, was keinesfalls an der komödiantischen oder musikalischen Qualität von Martina Göhring und Ernst Seitz lag. „Als zu groß erweist sich heute Abend die Konkurrenz mit Herbert Grönemeyer, der über 25.000 Fans in die Bonner Rheinaue gelockt hat, vor allem aber des Pokalendspiels“, so der Stadtbeigeordnete Wolfgang Plöger bei seiner Begrüßung zu der Aufführung aus der Reihe „Kultur im Freibad“.
Von kleinen und großen Unterschieden
Und schon schmetterte Martina Göhring, am Klavier und auch gesanglich begleitet von dem virtuosen Jazz- und Klassikpianisten Ernst Seitz: „Glücklich ist, wer vergisst.“ Zum Beispiel den „kleinen Unterschied“. Dazu zählt, „dass man nicht dieselbe Sprache spricht“, so die Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Autorin, die auch Dozentin für Sprache, Gesang und Rollenstudium ist. „Bezeichnenderweise spricht man nur von der Muttersprache, weil Vater gar nicht erst zu Wort kommt“, erklärte Ernst Seitz. Nichtsdestotrotz lautete der Titel der Show: „Frauen sind nicht schwierig!“ Es sei denn, man(n) hackt auf ihren „Problemzonen“ herum oder er schaut anderen Frauen intensiv nach.
Paradiesische Geschichten mit Eva und bester Freundin
„Leben verheiratete Männer wirklich länger, oder kommt es ihnen nur so vor?“, fragte der Pianist, bevor er sich optisch in „die beste Freundin Moni“ verwandelte. Auch akustisch hatte Seitz keine Schwierigkeiten, die Rolle mit einem ein bis zwei Oktaven höheren Gesang auszufüllen. Und schon begaben sich beide „Frauen“ ins Paradies und mokierten sich über die Erschaffung Evas aus Adams Rippe, wobei „Eva“ Martina Göhring mit der Schlange kommunizierte. „Nur weil sie auf sie gehört hat, haben Frauen heute immer noch nichts anzuziehen“, erklärte Seitz ein Grundproblem kurz vor dem Ausgehen.
„Frauen sind nicht schwierig“, schmetterte seine kongeniale Partnerin wie zur Bekräftigung nicht nur auf Deutsch, sondern in allen nur erdenklichen Sprachen von Arabisch und Chinesisch über Französisch und Italienisch bis hin zu Portugiesisch und Turkmenisch. Frauen seien vielmehr erfinderisch und das nur zum Nutzen des Mannes, behauptete Göhring und verwandelte sich prompt in eine flotte „Steinzeitbiene“, die für ihr Neandertaler-Männchen „Haut“-Couture in Form eines wärmenden Büffelfell-Strings nähte. Nach dieser Zeitreise in die Frühgeschichte kehrten die beiden wieder in die Gegenwart zurück, in der die biologische Uhr unüberhörbar tickt und der Wunsch nach einem Kind immer größer wird. Was tun, wenn man den Trau(m)mann noch nicht gefunden hat? Und schon berichtete Martina Göhring ihrer Freundin Moni von einer Begegnung der dritten Art mit einem Beau, gegen dessen stahlblaue Augen Picassos blaue Phase ein Nichts gewesen sei ...
