Allgemeine Berichte | 02.12.2015

Im Trinitatis-Gemeindezentrum in Rheinbreitbach zieht eine besondere Ausstellung die Besucher in ihren Bann

„Freude über Weihnachten - Krippen aus aller Welt“

Nicht nur die großen Krippen, wie die Harzer Bergwerks-Krippe, beeindrucken die Besucher. DL

Rheinbreitbach. „Heute machen Weihnachtskrippen begreifbar, wie die 2000 Jahre alte Botschaft rund um die Erde geglaubt und freudig bezeugt wird“, erklärte Elisabeth Scheffler im Gemeindezentrum von Rheinbreitbach zur Eröffnung der Krippenausstellung. Ihr Sohn Friedemann, der als Posaunist die Band „17 inches“ der Trinitatisgemeinde Gemeinde verstärkt, hatte die begeisterte Sammlerin von Krippen mit einem Teil ihrer Schätze aus dem hannoverschen Fuhrberg an den Rhein geholt. „Bei uns, in einem protestantischen Haushalt, gab es früher keine Krippe“, erinnerte die Pfarrerstochter und -ehefrau. Der Vortrag einer Sammlerin habe sie für die fantastische Verbindung von Glaube und Kultur begeistert, sodass sie sich erst Anfang der 80er Jahre mit dem „Krippe-Virus“ infiziert habe, erklärte die Besitzerin von mittlerweile über 300 Krippen.

„Wir freuen uns ungemein, dass wir die Ausstellung bis zum vierten Adventssonntag, 20. Dezember hier im Evangelischen Gemeindezentrum mittwochs, freitags, samstags und sonntags, jeweils von 15 bis 18 Uhr, zeigen können“, meinte Pfarrer Michael Busch.

Beeindruckende Ausstellung

„Freude über Weihnachten - Krippen aus aller Welt“ ist der Titel der Ausstellung. Unmittelbar neben der auf rund zwei Quadratmetern aufgebauten Krippe aus dem Harz, die Arbeit und Leben der Bergleute zeigt, steht in Rheinbreitbach eine Vitrine, in der die heilige Familie samt Stall in einer winzigen Nussschale oder einer Streichholzschachtel Platz findet. Aber nicht nur hinsichtlich der Größe fasziniert die Ausstellung, absolut vielfältig sind auch die Materialien - von klassisch in Holz, naturbelassen oder farbig bemalt über Stoff und Stroh, Murano-Glas und Papier oder Metall, wie der große Hahn aus Portugal. An dessen Hals ist der Verkündigungsengel zu sehen, während die geöffnete Brust den Blick freigibt auf das Kind in der Krippe.

Die frühesten Darstellungen der Geburt Christi stammen aus dem vierten Jahrhundert von Sarkophagen, die das Jesuskind in einem Trog zwischen Ochs und Esel zeigen. Als erste menschliche Begleitperson ist ein Hirte auf einem Friessarkophag zu sehen. „Heute sind Krippen in allen christlichen Ländern zu Hause. Sie zeigen, wie unterschiedlich Menschen weltweit das Weihnachtsgeschehen umsetzen“, erklärt Elisabeth Scheffler, die einiges über die „Geschichte der Krippe“ zu erzählen weiß. „In Afrika ist Jesus natürlich keine weißer“, berichtet sie mit Hinweis auf die fast 1,5 Meter lange Krippe aus Tansania am Altar, eine Makonde-Ebenholzschnitzerei aus einem halbierten Baumstamm. Auch die Flucht nach Ägypten aufgrund der Warnung der Drei Heiligen Könige gehört bekanntlich zur Weihnachtsgeschichte. Verwundert wurde von etlichen Ausstellungsbesuchern dagegen der „Sündenfall“ von Adam und Eva registriert, der zwischen den einfachen, polnischen Holzkrippen gleich zweimal dargestellt wird. „Der Heilige Abend ist doch auch der Namenstag der beiden ersten Menschen. Die frohe Botschaft wird doch überhaupt erst durch diese Verfehlung notwendig und damit auch verständlich“, erklärte die Krippensammlerin.

Zusätzliche Termine

Bewundern können Interessierte die Krippen von Elisabeth Scheffler, abgesehen von den angegebenen Terminen, auch beim Adventskonzert der „Null-Uhr-Kapell“ zur Krippenausstellung am Freitag, 11. Dezember, ab 19.30 Uhr sowie im Anschluss an den Familiengottesdienst am dritten Adventssonntag, 13. Dezember, ab 11 Uhr.

Nicht nur die großen Krippen, wie die Harzer Bergwerks-Krippe, beeindrucken die Besucher. Foto: DL

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