Vettelschoß feierte vier Tage lang die traditionelle St.-Michael-Kirmes
„Frohsinn“ hat 95 Jahre Tradition
Junggesellen feierten am Samstag ihr Stiftungsfest - Höhepunkt am Sonntag war der Königsball
Vettelschoß. Im Jahr 1920 hatten 19 junge Männer aus Vettelschoß den Junggesellenverein „Frohsinn“ gegründet. Und der Name war nicht nur, er ist immer noch Programm, wie man sich bei der traditionellen St.-Michael-Kirmes überzeugen konnte. Das Fest begann für die Männer um den Ex-Junggesellenkönig und 1. Vorsitzenden Dennis Feinhals mit dem Aufstellen des Kirmesbaums auf dem Dorfplatz, bevor Heinrich Freidel mit seinem zweiten Fassanstich als Bürgermeister auf dem Kirmesplatz am Willscheider Weg oberhalb vom Forum „Am Blauen See“ das viertägige Fest offiziell eröffnete.
„Wir feiern dieses Jahr nicht nur einfach Kirmes, sondern auch unser 95. Stiftungsfest“, berichtete Feinhals, als auch schon erste Delegationen der Brudervereine eintrudelten. So wurden auch diese Zeuge, wie Mark Homscheid aus Kalenborn das Fähndelschwenken um den Linzer Verbandspokal für sich entscheiden konnte, bevor man sich zum Präsentierzug durch den Ort aufreihte. Angeführt vom Musikverein Vettelschoß zogen die Junggesellen aus Ariendorf, Bad Hönningen und Rheinbrohl, aus Hargarten und Lorscheid, aus Hausen, Niederbreitscheid und natürlich aus Kalenborn mit den Gastgebern in das Forum, um sich dort zunächst bei Spielen zu messen. Verausgaben durfte man sich dabei allerdings nicht, wollte man den Auftritt der Band „7Amp“ während der Rockparty in vollen Zügen genießen.
Am Sonntag war dann der große Tag von Markus Lorscheid und Rebecca Hoss. Begleitet von ihren Ehrenpaaren Annika Köhler und Daniel Lorscheid sowie Daniel Quardt und Anja Neifer zogen die Majestäten zum Festgottesdienst in die Pfarrkirche ein. Nach dem Gedenken der toten Kameraden am Ehrenmal an St. Michael ließ Dennis Feinhals den Festzug antreten, in den sich neben Bürgermeister Heinrich Freidel etliche Honoratioren des Ortes einreihten, um musikalisch angeführt vom Musikzug Vettelschoß zunächst bis zum Dorfmuseum zu marschieren, wo Fähnrich Markus Teuner zu Ehren des Königspaars die Fahne schwenkte. Bei Weitem nicht alle Zaungäste, die die Darbietung bestaunt hatten, folgten den Junggesellen dann zum Frühschoppen. Dafür war das nicht gerade kleine Forum am frühen Nachmittag bestens besucht, wollte sich doch kaum ein Vettelschoßer die lecker-süßen Verführungen entgegen lassen, die sich im Foyer an der Kuchentheke stapelten. Während die Gäste bereits vom Orchester Charly Müller unterhalten wurden, waren die Junggesellen schon längst mit dem Musikverein auf dem Weg zum Königshaus, um nach standesgemäßer Bewirtung mit den strahlenden Majestäten samt den Ehrenpaaren erheblich früher als geplant zum Königsball im Forum einzuziehen.
Trotz der ausgiebigen Feier am Kirmessonntag blieb den Junggesellen nicht viel Zeit, richtig auszuschlafen. Bereits am Montagvormittag stand das traditionelle Eiersammeln im Ort auf ihrem Programm, bei dem sie auch Schinken und Speck nicht verschmähten als Beigaben für den am Abend gebackenen Eierkuchen, die entscheidend dazu beitrugen, dass die Akteure nach viertägiger Kirmes wieder zu Kräften kamen.
Mit der Sonne um die Wette strahlend verfolgte das Vettelschoßer Junggesellen-Königspaar das Fähndelschwenken, zu dem Fähnerich Markus Teuner angetreten war.
