Gemeinde und KG bescherten den Rheinbreitbacher Senioren närrische Stunden
Höhepunkt war die Verleihung des Heimatordens
Rheinbreitbach. Helmut Höppler ist der neue Heimatordensträger von Rheinbreitbach. Zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Gisevius ehrte der Vorsitzende der KG „Me haalen et us“ Ralf Rother den treuen Karnevalisten am Sonntagnachmittag auf der Seniorensitzung in der Hans-Dahmen-Halle, bevor Prinzessin Amelie I. ihm die Auszeichnung überreichte, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Gesellschaft 2002 erstmals verliehen worden war.
„Seit 45 Jahren aktives Mitglied unserer KG, in der du dir als ‚Walter Spahrbier‘ einen Namen gemacht hast“, erinnerte Ralf Rother. Verdient habe sich Helmut Höppler diese Bezeichnung, die an den „Glückspostboten“ der Fernsehsendung Sendung „Vergissmeinnicht“ von Peter Frankenfeld und Wim Thoelke erinnert, weil er über Jahre hinweg die Post der „Ushaaler“ im Ort ausgetragen und dieser damit das Porto erspart habe.
Die Verleihung des Heimatordens war einer der Höhepunkte in dem karnevalistischen Programm, das von Patrick Wolf moderiert wurde. Eröffnet in der rut un wiess dekorierten Narhalla hatte es der Ortsbürgermeister, der den Senioren versicherte: „Alles wird gut!“
Damit bezog er sich nicht nur auf die Zukunft der KG, die mit einem neuen Vorstand wieder einmal eine Krise überwunden hatte. Auch die Flüchtlingssituation im Ort bezog Wolfgang Gisevius in diese zuversichtliche Vorhersage mit ein. Schließlich habe etwa der Eritreer Destahlem Zemenfes Kudus mit seiner Familie nicht nur bei „Mama Polizei“, Marianne Elster, eine sichere Bleibe gefunden, sondern sei inzwischen auch bei den „Alten Herren“ der SV-Volleyballer fest integriert.
Abwechslungsreiches Programm begeistert die Senioren
Fest integriert in den Rheinbreitbacher Karneval sind dagegen die kleinen „Flöhe“ und „Sterne“ um Lisa Thieme, nach deren Tanz-Darbietungen die Erzieherinnen Ute Klein und Maria Krupp vom Kindergarten Sankt Maria Magdalena mit ihrer Elefantenparade um Colonel Hathi und den niedlichen Affen um King Louie die Senioren ganz tief „in the dschungel“ entführten, wo „the lion sleeps tonight“.
Während Peter Josef Euskirchen die kostümierten Jecken im Saal mit den ruude Ruusen in Schunkellaune versetzte, strapazierte Manfred Lohr ihre Lachmuskeln mit seinen Schilderungen als Strohwitwer während der Kur seiner besseren Hälfte. Die hatte ihn jedoch nicht ohne genau Maßregelungen seinem Schicksal überlassen bis hin zu der strengen Forderung: „Mach mir keine Eskapaden und vergiss nicht, samstags den Pudel zu baden!“
Prinzessin Amelie I. „aus dem Hause Plag“
Zusammen mit der Kleinen und sichtlich erstarkten Großen Burggarde zog dann Amelie I. „aus dem Hause Plag“, mit ihren Pagen-Freundinnen, Julia Bornheim und Marta Radtge, unter Obhut von Prinzessin-Führerin Karoline Laufenberg ein.
Angesichts der tollen Tänze etwa zu „Nie mehr Fastelovend ohne dich“ der 14 kleinen Gardistinnen sowie zur Aufforderung der zehn großen Burggardistinnen „Ich will danze, danze mit dir!“, hätte das frühere „Ober-Muuzemändelche“ beinahe vergessen, das junge Dreigestirn sein Sessionslied „Ächte Fründe stonn zesamme“ schmettern zu lassen. Und musikalisch ging es weiter, erwiesen sich doch auch die Concordianer als echte Freunde der KG, die vom guten „Wasser vun Kölle“ ebenso schwärmten wie vom Zusammenhalt „em Veedel“, bevor die Sänger um ihren Vorsitzenden Josef Schneider die „Alten Schusterjungen“ und als Zugabe sogar noch „kölsche Fiaker“ in die Hans-Dahmen-Halle holten.
Dicke Freunde der „Ushaaler“ sind auch die Karnevalisten aus Unkel, deren Vorsitzender Manfred Himmelbach mit „Ministernchen“, „Sternen“ und Majoretten einzog, die sind Kinderprinzessin Lea mit ihren Paginnen Lucie und Lena eskortierten. „Mit uns drei Mädche von der Sunnesick is Fastelovend in Unkel die schönste Zick!“, verkündeten die „3L“ aus Scheuren, bevor sie sich als „Die Nummer 1 vom Rhein“ vorstellten.
Für ein grandioses Finale sorgte dann die Prinzengarde aus Kasbach, deren schwungvollen Tänze gespickt waren mit waghalsigen Hebfiguren, sodass ihre abschließende Mitteilung: „Mer sinn immer noch do!“ bei den Jecken im Saal mit größter Freude aufgenommen wurde.
Vor der Verleihung des Heimatordens verlas Prinzessin Amelie I. ihre Regierungserklärung.
