Martinszug in Linz
Im Regen folgten die Linzer Kinder ihrem Sankt Martin
Die Wecken hatten sich die kleinen Laternenträger redlich verdient
Linz. „Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freun. Lustig, lustig, tralalala la, bald ist Martinsabend da!“, schallte es am frühen Freitagabend durch die Altstadt von Linz. Einige Tage vor dem Festtag ihres Stadtpatrons waren die kleinen Laternenträger kurz zuvor auf dem Marktplatz vor dem Historischen Rathaus zusammengekommen, um von dort aus mit ihren prächtigen Lampions die Bunte Stadt noch farbiger werden zu lassen. Das gelang ihnen jedoch nur teilweise. „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel wärmt ihn warm und gut“, heißt es zwar in dem wohl bekanntesten Martins-Lied.
Schnee musste der römische Offizier mit dem roten Mantel und dem goldglitzernden Helm, in dessen Rolle wieder Martin Wengert hoch zu Ross geschlüpft war, nicht fürchten. Ungemütlich war es aber trotz der nicht gerade winterlichen Temperaturen, da kurz vor Start des Martinszuges der Nieselregen immer stärker geworden war. So hatten die Kinder ihre ihre selbst gebastelten Laternen in schützende Folie gehüllt.
Kurz vor 18.30 Uhr rückten sie näher an das Rathaus heran, auf dessen Treppe Stadtmanager Thomas Herschbach die Geschichte des jungen Gardeoffiziers im Dienste Roms vorlas. So spät angesetzt worden war der Zug, da viele Musiker des Linzer Fanfarencorps wie des Musikzugs Bad Hönningen erst spät von der Arbeit nach Hause kommen. Ihnen leuchteten dieses Jahr wieder Mitglieder der Linzer Jugendfeuerwehr um Feuerwehr-Jugendwart Florian Ziegenhein mit Pechfackeln heim.
Zunächst setzte sich der Zug Richtung Buttermarkt in Bewegung und weiter die Neustraße hinaus, um dann über die Kloster- und Mittelstraße erneut am Marktplatz vorbei Richtung Rheintor zu ziehen. „De hill’je Zinte Mätes, dat wor ne jode Mann. Der jov dä Pänz de Kääzje un stoch se selver an. Butz, butz, widde butz, dat wor ne jode Ma-a-an“, sangen die Kinder um sich dann an den Bischof von Tours direkt zu wenden: „Durch die Straßen auf und nieder, leuchten die Laternen wieder. Rote, gelbe, grüne, blaue, lieber Martin komm und schaue!“, bevor sie an der Fußgängerunterführung ihren wohlverdienten Wecken erhielten.
