Bahnlärm, Leerstände und die Zukunft des Mittelzentrums waren Themen des mehr als einstündigen Rundgangs
Innenminister Roger Lewentz besuchte die Bunte Stadt am Rhein
Linz. Hohen Besuch erwartete der SPD-Gemeindeverband Linz um seinen Vorsitzenden Hajo Schwedthelm und der SPD-Ortsverein Liz um Gesina Stuip kürzlich auf dem Burgplatz. Eingeladen hatten sie Innenminister Roger Lewentz, um mit ihrem Parteifreund die Probleme der Stadt wie den Bahnlärm, die Leerstände, die Fördermaßnahmen des Landes und den Erhalt von Linz als Mittelzentrum zu besprechen. Während zahlreiche Parteifreunde am Strünzer-Brunnen warteten, holten die beiden Vorsitzenden zusammen mit Kreisvorsitzendem und Landtagsabgeordneten Fredy Winter, den Innenminister am oberen Burgplatz ab.
„Offene Türen einlaufen“
„Ich wohne selber unmittelbar an der Bahn. Mit Forderungen, den Bahnlärm einzudämmen, laufen Sie bei mir natürlich offene Türen ein“, so Roger Lewentz. Die Bahn werde umrüsten und leise Bremsen einbauen müssen, sonst drohe ihr ein Tempolimit oder ein Nachtfahrverbot.
Die Lärmreduzierung sei eine zentrale Frage für das Rheintal. Verkehrsminister Peter Ramsauer habe nicht viel erreicht, jetzt werde es Zeit, dass sein Parteifreund Alexander Dobrinth endlich Akzente setze.
Dann stellte Dieter Lehmann ihm den Platz an der in den 80er Jahren privat sanierten Burg näher vor Das Bild der Altstadt werde zwar durch herrliche Fachwerkfassade geprägt, Leerstände würden das Bild aber nicht gerade positiv beeinflussen. „Wir haben in den zurückliegenden zehn Jahren alle Investitionen ohne Landeszuschüsse stemmen müssen“, so der Linzer Sozialdemokrat.
„Ich weiß natürlich, dass Linz eine touristische Hochburg ist, kenne aber Eure speziellen Probleme nicht. I
ch weiß jedoch auch, dass die Stadt 1992 die letzten Fördermittel bekommen hat, die inzwischen sogar abgerechnet sind“, so Roger Lewentz. Inzwischen gebe es eine ganze Reihe von neuen Programmen neben dem Dorferneuerungsprogramm, um auch kleineren Städten etwa bei Sanierungsprojekten zu helfen.
Schwerpunkte festlegen
Dafür aber müsse Mainz die von der Stadt präferierten Schwerpunkte kennen. „Ihr müsst festlegen, in welchen Bereichen Ihr aktiv werden wollt. Ich biete Euch Klausurtage an, um Ziele genauer zu formulieren und zu planen“, versprach der Innenminister, bevor er sich mit der Gruppe auf den Weg durch die Altstadt machte.
Bereits am unteren Ende der Rheinstraße machte Karl-Heinz Wölbert auf die Schwierigkeiten aufmerksam, wegen eines fehlenden zweiten Fluchtweges Wohnraum in den schmalen Fachwerkhäusern anzubieten. Als Ex-Wehrführer von Linz wisse er, dass der Brandschutz bei einer so dichten und oft verwinkelten Bebauung wie in der Linzer Altstadt wichtig sei. Die jetzigen Brandschutzbestimmungen erschweren aber auch ganz enorm die Organisation öffentlicher Freiluftveranstaltungen etwa wie Opern- oder Operettenaufführungen auf dem Marktplatz.
Sanierungsbedürftiger Marktplatz
Auf diesem berichtete Dieter Lehmann dem Innenminister von den Sanierungsarbeiten am Rathausdach, die Kosten verursacht hatte, die letztendlich nur durch die Stiftung „Linzer Stadtsparkasse“ zu stemmen gewesen waren. Aber auch der Marktplatz sei sanierungsbedürftig und benötige eine Aufwertung.
Mit dem von der SPD vorgelegten Zehn-Punkte-Programm seien auch private Aktivitäten vorgesehen und einiges wie die Restaurierung der Mariensäule habe auch schon auf den Weg gebracht werden können.
Neben den Fördermöglichkeiten für die Kommune gebe es durchaus auch Zuschussmöglichkeiten für private Initiativen, mit denen die Innenstadtbereiche lebenswerter gestaltet würden, damit die Menschen dort wohnen bleiben würden. „Ich lade Euch nochmals ein, nach Mainz zu kommen und dort zu sondieren, welche Sanierungsprojekte in welches Förderprogramm passen. Wir stehen Gewehr bei Fuß für solche Maßnahmen“, betonte Roger Lewentz nach gut einer Stunde beim Abschluss des Rundgangs in der Gaststätte „Wein im Hof“.
