Traditionell hatte der Erpeler Junggesellenverein zum Ostereierkegeln eingeladen
Jagd auf das „Schweinchen“
Mit kleineren Kugeln nahmen Boule-Teams am Kirchplatz Aufstellung
Erpel. Während in manchen Orten zum Ostereierschießen geladen wird, heißt es in Erpel schon seit Jahren am Ostersonntag „Gut Holz!“ Dabei wurde aber weder auf die farbig dekorierten Eier geschossen und entsprechend nicht mit ihnen gekegelt, auch wenn der Junggesellenverein der Alten und Freien Herrlichkeit eben dieses Jahr wieder zum Ostereier-Kegeln geladen hatte. In früheren Jahren war diese Veranstaltung auf einer über 20 Meter langen Bohlenbahn in einer Gaststätte des Ortes ausgetragen worden. Schon seit einiger Zeit baut der Traditionsverein jedoch eine erheblich kürzere Holz-Kegelbahn auf der Kölner Straße auf, dieses Jahr im Bereich der Stellplätze am Kirchplatz, sodass die Straße zwischen Fron- und Kirchgasse für den Verkehr komplett gesperrt war. Erfahrene Kegler wissen, dass ihr Spiel die Urform vieler Varianten ist. „Deshalb bieten wir parallel zum Ostereier-Kegeln auf der Straße auch ein Boule-Turnier auf dem Kirchplatz an“, so der Vorsitzende des Junggesellenvereins, Alexander Hirzmann, kurz nach der Ostersonntagsmesse in Sankt Severinus. Gegen Mittag hatten sich fünf Doubletten-Mannschaften herauskristallisiert, die mit ihren je zweimal dreisilbrig glänzenden und matten Metallkugeln Jagd auf das erheblich kleinere, rosafarbene „Schweinchen“ machten, während Oberschiedsrichter Dominik Schwager die Abstände zu der Zielkugel nie aus den Augen ließ und einige Male sogar den Zollstock zu Hilfe nahm, um Maß bei den jeweiligen Entfernungen zu nehmen. Da hatten es die weiblichen Mitglieder des Vereins am Schiedsrichtertisch vor der Kegelbahn doch erheblich einfacher, konnten sie doch klar und deutlich erkennen, wie viele der großen Kegeln nach einem der drei Würfe gefallen waren, die jedem Teilnehmer für einen Euro pro Antritt zustanden. Ließ der Splitt auf dem Kirchplatz die Silberkugeln oft unverhofft in eine nicht beabsichtigte Richtung abdriften, so konnten sich vor allem erfahrene Kegelbrüder und -schwestern mit der Zeit auf die nicht gerade im Lot aufgebaute Kegelbahn einstellen. Und da die dicken Kugeln auch noch vom Sandsackschutz, der das Ende der Holzbahn sicherte, etliche Male zurückprallten, fielen ihnen nicht gerade selten acht, wenn nicht gar „alle Neune“ zum Opfer. „Wenn das Wetter so schön bleibt, werden wir bis in den späten Nachmittag weiterkegeln, zumal wir mit unserem Grillstand ja nicht nur etwas gegen den Durst parat haben“, so Alexander Hirzmann. Immerhin mussten ja auch die für die drei Sieger der Kegelpartie ausgelobten Geldpreise zusammenkommen. Bereits im Vorfeld besorgt hatten die Junggesellen das Fässchen Bier für die beste Boule-Mannschaft, ebenso wie den Eierlikör für die Zweitplazierten.
