Jakob Wierig verstorben
Vorige Woche starb der letzte Ehrenbürger von Unkel
Unkel. Die Unkeler trauern um Jakob Wierig. Nach langer Krankheit ist das Unkeler Urgestein vorige Woche am Donnerstagvormittag im Alter von fast 85 Jahren gestorben. Mit ihm hat die Stadt nicht nur ihren vorerst letzten Ehrenbürger verloren, sondern auch eine Persönlichkeit, die sich durch ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement in politischer wie kultureller Hinsicht um die Allgemeinheit enorm verdient gemacht hat. „Jakob Wierigs Bürgernähe, sein Ideenreichtum und seine Heimatliebe werden uns stets ein Vorbild sein“, so Stadtbürgermeister Gerhard Hausen.
Jakob Wierig, der 2004 zum Ehrenbürger ernannt worden war, gehörte von 1964 bis 1969 und von 1976 bis 1979 der SPD-Stadtratsfraktion an, die ersten fünf Jahre als deren Sprecher. Sage und schreibe 35 Jahre lang, von 1969 bis 2004 war er Mitglied im Verbandsgemeinderat. Darüber hinaus war er von 1964 bis 1972 zunächst Geschäftsführer des SPD-Stadtverbands, den er dann von 1972 bis 1884 als Erster Vorsitzender leitete. Dem Vorstand gehörte der Sozialdemokrat bis zuletzt an, ab 1972 auch dem Vorstand des SPD-Gemeindeverbands.
Als engagierter Schiedsmann für die VG Unkel hat Jakob Wierig viele Streitigkeiten geschlichtet, die meisten in seinem kleinen Arbeitszimmer im „Bügeleisenhaus“. Auf diese Weise hat er das Linzer Amtsgericht von 1965 an rund 45 Jahre lang maßgeblich entlastet. Für die Unkeler untrennbar verbunden ist er als waschechter Rheinländer mit der Unkeler Karnevalsgesellschaft, als deren Präsident er von 1972 bis 1996 die Prunksitzungen leitete und bei denen er auch als „verdötscher Stadtrat“ auftrat. Die KG ernannte ihn 1996 zu ihrem Ehrenpräsidenten, im Millenniumsjahr erhielt Jakob Wierig dann den Verdienstorden in Gold des Bundes Deutscher Karneval.
Auch im Sportverein hat er sich lange Jahre engagiert, von 1969 bis 1989 als Schriftführer des SV Unkel, ab 1989 viele Jahre als Geschäftsführer. Ab 1984 führte der gebürtige Unkeler Gäste durch seine geliebte Stadt und vor allem durch seine geliebte Pfarrkirche Sankt Pantaleon. Ab 1999 gehörte Jakob Wierig dem Vorstand des Geschichtsvereins an, ab 2000 bezog er auch das Willy-Brandt-Zimmer im Rathaus in seine Führungen mit ein. Ab 2003 war Wiegig zudem Mitglied des Arbeitskreises „Siebengebirgsdialekt“. Von 1989-2002 war der Schatzmeister des DRK- Ortsverbands, in dem er sich danach als 2. Vorsitzender engagierte, bis seine Krankheit ein weiteres Engagement verhinderte. Fehlen wird Jakob Wierig auch dem Vorstand des Fördervereins „Gymnasium Septimontanum“, der mit ihm eines seiner ältesten und treusten Mitglieder verloren hat.
Für sein breitgefächertes Engagement wurde Jakob Wierig bereits 1992 mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet, drei Jahre später erhielt er die Silbernen Ehrennadel der Stadt Unkel, 1990 den Heimatorden.
