Unkeler Zeremonie zwischen Fällen und Aufstellen des Maibaums angesetzt.
Junggesellen schickten Täuflinge unter den Hähnerbach-Wasserfall
Unkel. Zum Maibaumschlagen waren die Unkeler Junggesellen um ihre Vorsitzende, Roman Lehmacher und Andreas Kuhsel am Samstagmittag ausgerückt. In Unkel ist dieser Termin gekoppelt mit dem ersten Teil der Junggesellentaufe. Das diese kurz bevor stand war Eingeweihten spätestens klar, als sie sahen, wie spärlich der Hähnerbach am Samstagnachmittag die Schieferfelsen des Wasserfalls in der Unkeler Schweiz herabtröpfelte, sein Wasser war hoch oben über dem Bassin an der L 252 geschickt gestaut worden.
Pünktlich um 16 Uhr trudelten die Unkeler Junggesellen per Traktor mit ihrer Stadtbirke im Schlepptau ein. „Mit Alex Kranz, Fabian Schuhmacher und Lukas Zimmermann können wir wieder drei neue Mitglieder aufnehmen, so sie denn die Mutprobe bestehen“, verkündete Roman Lehmacher, Bruder des Junggesellenkönigs Philipp. Mit aufmunternden Klappsen wurden die drei Täuflinge in das nur fünf Grad warme Wasser geschickt, wobei sie auf ihrem Weg zu dem schmalen Rinnsal im schlammigen Grund des Bassins tief versanken. Allzu lange mussten sie aber nicht warten, bis sich wahren Wassermassen über ihnen ergossen. Kaum war die Absperrung hoch oben auf der Unkeler Schweiz entfernt, wurden sie von einer übelriechenden brauen Brühe eingehüllt, so dass sie kaum noch zu sehen waren.
„Kommt raus, es reicht“, erlöste Roman Lehmacher die Trio endlich, nachdem sich das hämische Gejohle der gestandenen Junggesellen gelegt hatte. Nass bis auf die Knochen kletterten sie auf den Traktorwagen, um mit ihren zukünftigen Vereinskollegen die Fahrt in die historische Altstadt fortzusetzen.
„Kennst Du die schöne Stadt, die viele Sträßchen hat? Komm her, ich sag Dir: Es ist Unkel. Das weiß doch jedes Kind. Wo wir zu Hause sind, die Sonne lacht und es wird niemals duuunkel!“, schmetterten sie mit diesen zusammen die Unkeler „Nationalhymne“, als sie am Willy-Brandt-Platz ankamen. Während sich die drei Täuflinge zunächst trockenlegten, um den 1. Mai trotz der Wochenend-Temperaturen im einstelligen Bereich ohne Erkältung erleben zu können, platzierten die übrigen Junggesellen schon einmal den Maibaum so, dass die Birke ohne allzu große Schwierigkeiten reinweg mit Muskelkraft aufgerichtet werden konnte.
„Der Maibaum steht natürlich bei unserem Maifrühschoppen am Mittwoch im Mittelpunkt“, so Andreas Kuhsel. Immerhin ist er der 1. Preis der großen Maiverlosung. In handliche Scheite geschnitten liefern ihn die Junggesellen nach dem Wonnemonat dem Sieger frei Haus als Brennholz für den Kamin.
Vorher aber holen sich ihm zu Füßen Alex Kranz, Fabian Schuhmacher und Lukas Zimmermann den Ritterschlag von Roman Lehmacher ab, so sie denn den abschließenden Teil der Junggesellentaufe unbeschadet überstehen. Dann dürfen sie auch mitwählen, wer die Nachfolger der noch amtierenden Weinprinzessin Michelle Welsch und Werner Conrad als Maikönigspaar 2013 werden soll.
