Förderverein „Freibad Unkel“
„Kampf um die Sanierung“
An die 40 Aktivisten demonstrierten im 50-Meter-Becken ihr Durchhaltevermögen
Unkel. „Bereits seit Mitte des Wonnemonats Mai stand das Gelände des Unkeler Freibads der Allgemeinheit als Freizeitgelände zur Verfügung. Genutzt worden zum Basket- oder Volleyball-Spielen, für Tischtennis oder Fußball, Torwandschießen oder Schach war es angesichts des wenig einladenden Wetters allerdings kaum. „ Ich würde es niemanden verübeln, wenn er bei diesen nass-kalten Temperaturen auch heute zu Hause bliebe“, kommentierte Werner Henneker, der Geschäftsführer des Fördervereins „Freibad Unkel“, die Witterungsverhältnisse. Mit diesen hatte die Vorsitzende des Vereins, Katja Lorenzini, auch nicht gerechnet, als sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Verbandsgemeinde aufgerufen hatte, sich in Badsachen im alten Schwimmbecken des Freibades zum Gruppenfoto aufzustellen. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele bei diesem Nieselregen und gefühlten Temperaturen um fünf Grad unserem Aufruf folgen würden“, staunte Katja Lorenzini. An die 40 Wasserratten tummelten sich bewaffnet mit Taucherbrille und Schnorchel, Schwimmflügelchen, Gleitbrettern und Badetieren bis hin zu einer großen, gelben Quitsche-Ente an den Umkleidekabinen. Während einige von ihnen unter breiten Sonnenschirmen Schutz vor dem Regen suchten, hatten sich andere eng in warme Bademäntel gehüllt oder waren sogar in einen Neopren-Anzug geschlüpft. Ganz Mutige jedoch kletterten im Bikini oder nur mit einer Badehode bekleidet in das lange 50-Meter-Becken. „Mit dieser beeindruckenden Aktion sollte anschaulich unterstrichen werden, dass wir fast auf den Tag genau sieben Jahre nach unserer Vereinsgründung die Hoffnung auf eine Sanierung des Unkeler Freibads nicht aufgegeben haben“, so Katja Lorenzini. Ob dieser verhaltene Optimismus berechtig ist, wird sich allerdings erst am Dienstag, 18. Juni, zeigen. Dann kommt um 17.30 Uhr Jürgen Häfner, der Staatssekretär im Ministerium des Inneren, für Sport und Infrastruktur von Rheinland-Pfalz nach Unkel, um mit dem Förderverein über die vom Land geforderte Bürgschaft über 750.000 Euro zu sprechen. „Die können wir auf keinen Fall erbringen, ebenso wenig wie die Kosten für eine Versicherung über diese Summe, die schon 10.000 Euro per anno verschlingen würde“, erklärte die Vorsitzende. Gut im Rennen ist der Verein dagegen bei den Arbeitsgruppen, die nach einer möglichen Freibad-Sanierung auch den weiteren Betrieb in Verantwortung des Fördervereins sicherstellen sollen.
