Sommermanöver des Funkenkorps Schwere Artillerie Linz
Kanoniere erkunden neue Bundesländer
Linz. Die Linzer Artilleristen trafen sich kürzlich um 8 Uhr gut gelaunt, bei angenehmem Wetter, an der Linzer Feuerwehrhalle. Es sollte mit dem Bus ins „Land der aufgehende Sonne“, sprich: in den Osten Deutschlands gehen.
Ziel war, die größte Stadtkirmes Deutschlands, in Mühlhausen/Thüringen zu besuchen.
Gegen Mittag erkundete die fröhliche Truppe zunächst die aufwendig restaurierte Wartburg bei Eisenach.
Bei einer interessanten Führung durch die historischen Gemäuer erfuhren die Kameraden u.a., dass die imposante Burg 1067 von Ludwig dem Springer gegründet wurde und seit 1999 zum Weltkulturerbe gehört. Hier fand auch der berühmte „Sängerkrieg“ statt. Die heilige Elisabeth von Thüringen lebte ebenso dort wie ca. 300 Jahre danach Martin Luther. Als Junker Jörg getarnt, übersetzte er in nur elf Wochen die Bibel ins Deutsche.
Nachmittags erreichte man dann das von einer mittelalterlichen Stadtbefestigung umgebene Mühlhausen. Nachdem die Kameraden im „Brauhaus zum Löwen“ Quartier bezogen hatten, ging es gleich weiter mit einer lustigen Besichtigungsfahrt im Stadtbähnchen und später zu einem ersten Besuch der Kirmes.
Diese wird in Mühlhausen, und das ist eine Besonderheit, von ca. 28 „Kirmesgemeinden“ organisiert und ausgerichtet. Dies sind Gruppen und Vereine, die sich z.B. aus Firmen oder Straßenzügen zusammengetan haben. Jede stellt ein eigenes, großes Festzelt auf und sorgt bestens für musikalische Unterhaltung und das leibliche Wohl der Gäste.
Am folgenden Samstag ging es dann zum „Kletterwald Hainich“ wo die Geschicklichkeit und Standfestigkeit der Kameraden auf eine harte Probe gestellt wurde. Jeder erhielt ein komplettes Sicherungsgurtsystem wie beim Bergsteigen.
Fast alle schafften den Parcours und trainierten dabei ihr Gleichgewicht auf schwankendem Grund in teils luftiger Höhe. Das war für manch einen zwar etwas anstrengend, machte aber offensichtlich allen großen Spaß.
Nach einem Picknick zur Stärkung besuchten die Kameraden den nur wenige Kilometer entfernt gelegenen „Baumkronenpfad“ im Nationalpark Hainich.
In diesem „Unesco-Weltnaturerbe“ findet man einen der letzten naturbelassenen Buchenurwälder mitten in Deutschland.
Am Anfang stand nochmal der sportliche Teil: Die Kameraden erklommen einen 44 Meter hohen Turm und genossen einen herrlichen Ausblick über den berühmten Thüringer Wald. Anschließend wurde bei einem Rundgang die Natur in den Bäumen hautnah erkundet. - Diesmal ohne schwankende Balken, Seile und Ketten, sondern über einen stabilen, breiten, 530 m langen Rundweg, der auf einem Stahlgerüst mitten durch die Baumkronen führte.
Zurück in Mühlhausen besuchten die Artilleristen am Abend die große Kirmes. Nach Begutachtung der Fahrgeschäfte verbrachte man einen schönen Abend in den Festzelten.
Am Sonntag machten sich die Kameraden auf, den großen Kirmesfestzug mit vielen Wagen, Musik und Fußgruppen anzusehen. Die meist kostümierten Teilnehmer hatten auch lokale Politik aufs Korn genommen und selbst ein Karnevalsverein aus Münster in blau-wieß war dabei. Der gesamte (Kirmes)-Umzug ähnelte schon mehr den Karnevalsumzügen und wird dort ähnlich groß gefeiert.
Auch das Wetter meinte es bis zum Ende des Zugs gut mit den Artilleristen.
Nach einer Stärkung im Hauptquartier, dem Brauhaus zum Löwen, ging es dann mit unserem Busfahrer Kai zurück in die Heimat, wo die Kanoniere gegen 20 Uhr wohlbehalten eintrafen.
